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Orientalische Waffen: Schlagwaffe: Beil: Streitbeil

Ende 16. Jahrhundert, Owner: Sultan Muhammed III.

 

 

Streitbeil

Das Beil besitzt geschwungene Formen; es ist beidseitig mit vergoldeten arabischen Schriftzeichen geschmückt. Sie nennen in ungeordneter Folge die Sultane von Orchran bis Mohammed III., wobei einige ohne klar ersichtlichen Grund ausgelassen sind. Auf dem Hammer des Beils steht der Name des Sultans Mohammed III., für dessen Leibwache die Waffe wahrscheinlich gefertigt wurde. In den zentralen Medaillons, die sich auf den beiden Seiten des Beils befinden, wird Allah angerufen, dann verliert sich die Schrift in reine Zierformen. Aufgrund der Fehler, die dem Ätzer unterlaufen sind, nimmt man an, dass der Handwerker ein Analphabet war, der nach einer Vorlage arbeitete. Wie das Gardebeil in kaiserlichen Besitz gelangt ist, weiß man nicht. Bei dem Gardebeil eines Sultans, der nie ins Feld gezogen ist, kann es sich nicht um ein Beutestück handeln; andererseits ist auch nicht ohne weiteres anzunehmen, dass das Objekt ein diplomatisches Geschenk war, da Sultan Mohammed (1593-1603) während des Langen Türkenkrieges regierte. Zwischen den einzelnen Feldzügen dieses Langen Türkenkrieges gab es allerdings immer wieder Verhandlungen zwischen Türken und Kaiserlichen, so dass das Beil vielleicht bei einer solchen Gelegenheit überreicht wurde. Möglich wäre jedoch auch eine Überbringung während der Friedensverhandlungen von Zsitvatorok (1606), da der Nachfolger Sultan Mohammeds, Ahmad I. (1603-1617), keinen Bedarf mehr an den Gardebeilen seines Vorgängers hatte und diese daher als Geschenke zur Verfügung standen.

Location: Neue Burg, Saal VI

Object data

Object Name

Orientalische Waffen: Schlagwaffe: Beil

Culture

Türkisch

Dated

Ende 16. Jahrhundert

Owner

Sultan Muhammed III. (1566 - 1603)

Material

Klinge: Eisen, geschmiedet, teils geätzt. Ätzdekor: feuervergoldet. Griff: Leder. Silber, teils ziseliert, feuervergoldet. Holzkern.

Image rights

Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer

Inv. No.

Hofjagd- und Rüstkammer, C 119

Kunst & Patenschaft

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