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Radschlossteschinke
um 1650 | Georg Grusmaul
Georg Grusmaul ist einer der zahlreichen Büchsenmachermeister, welche die Stadt Teschen im 17. Jahrhundert hervorgebracht hat; bei Martin Hertel handelt es sich um einen 1655 in Teschen nachgewiesenen Büchsenschäfter. Wie das in weiten Bereichen der Feuerwaffenproduktion üblich war, arbeiteten auch bei diesem Gewehr zwei Handwerker zusammen: der Büchsenmacher, der die Eisenteile herstellte, und der Büchsenschäfter, der den Schaft und die Einlegearbeiten erzeugte. Beide Teschener Handwerker haben ihre Arbeit monogrammiert. Georg Grusmaul signierte am Lauf mit "G. G. T.", wohl "Georg Grusmaul Teschen", und der Büchsenschäfter Martin Hertel versah den Schaft mit seinen Anfangsbuchstaben, "M. H.". Die Teschener Büchsenmacher spezialisierten sich auf ein zierliches Gewehr zur Jagd auf Niederwild und Vögel, das allgemein als Teschinke bezeichnet wird. Dieses Wort leitet sich von der schlesischen Stadt Teschen her, wo diese Waffen im 17. Jahrhundert in großen Stückzahlen gebaut wurden. Die Herstellung von Gewehren dieses Typus blieb jedoch nicht auf die Stadt Teschen beschränkt. Für die Teschinken entwickelte sich ein eigener Dekorationsstil, der sich durch reiche, sehr feine Beineinlagen auszeichnet. Das immer wiederkehrende Motiv der Hasenjagd erklärt sich aus dem Verwendungszweck der Waffe für die Niederwildjagd. Der spitze Kolben verhindert einen Schulteranschlag des Gewehres. Teschinken können wegen ihres geringen Gewichts von der Wange aus abgefeuert werden. Das Radschloss der Teschinke ist vor allem durch die außenliegende Schlagfeder gekennzeichnet. Wenn der Hahn auf das Zahnrad gelegt und dieses durch Auslösen der Schlagfeder in rasche Drehung versetzt wurde, entstanden durch die Reibung des im Hahn eingeklemmten Pyrits Funken, die das Pulver entzündeten. Diese altertümliche Schlosskonstruktion mit einer außenliegenden Schlagfeder erlaubte erst die angestrebte Schlankheit des Schaftes.

Georg Grusmaul ist einer der zahlreichen Büchsenmachermeister, welche die Stadt Teschen im 17. Jahrhundert hervorgebracht hat; bei Martin Hertel handelt es sich um einen 1655 in Teschen nachgewiesenen Büchsenschäfter. Wie das in weiten Bereichen der Feuerwaffenproduktion üblich war, arbeiteten auch bei diesem Gewehr zwei Handwerker zusammen: der Büchsenmacher, der die Eisenteile herstellte, und der Büchsenschäfter, der den Schaft und die Einlegearbeiten erzeugte. Beide Teschener Handwerker haben ihre Arbeit monogrammiert. Georg Grusmaul signierte am Lauf mit "G. G. T.", wohl "Georg Grusmaul Teschen", und der Büchsenschäfter Martin Hertel versah den Schaft mit seinen Anfangsbuchstaben, "M. H.". Die Teschener Büchsenmacher spezialisierten sich auf ein zierliches Gewehr zur Jagd auf Niederwild und Vögel, das allgemein als Teschinke bezeichnet wird. Dieses Wort leitet sich von der schlesischen Stadt Teschen her, wo diese Waffen im 17. Jahrhundert in großen Stückzahlen gebaut wurden. Die Herstellung von Gewehren dieses Typus blieb jedoch nicht auf die Stadt Teschen beschränkt. Für die Teschinken entwickelte sich ein eigener Dekorationsstil, der sich durch reiche, sehr feine Beineinlagen auszeichnet. Das immer wiederkehrende Motiv der Hasenjagd erklärt sich aus dem Verwendungszweck der Waffe für die Niederwildjagd. Der spitze Kolben verhindert einen Schulteranschlag des Gewehres. Teschinken können wegen ihres geringen Gewichts von der Wange aus abgefeuert werden. Das Radschloss der Teschinke ist vor allem durch die außenliegende Schlagfeder gekennzeichnet. Wenn der Hahn auf das Zahnrad gelegt und dieses durch Auslösen der Schlagfeder in rasche Drehung versetzt wurde, entstanden durch die Reibung des im Hahn eingeklemmten Pyrits Funken, die das Pulver entzündeten. Diese altertümliche Schlosskonstruktion mit einer außenliegenden Schlagfeder erlaubte erst die angestrebte Schlankheit des Schaftes.
Artist:
Georg Grusmaul , (Büchsenmacher) (erw. 1631 - 1656, tätig in Teschen)
Time:
um 1650
Object Name
Radschlossteschinke
Culture
Teschen
Material/technology:
Blankes Eisen, graviert, gebläut, gepunzt, Nußbaumholz, Einlagen, Schildchen und Rosetten in Perlmutter
Dimensions:
L 120 cm
Signed
am Lauf: G.G.T.
am Schaft: M.H.
Stamp / markings
Georg Grusmaul
Martin Hertel
Copyright
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Invs.
Hofjagd- und Rüstkammer, D 129
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