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Kempfküriss der Königsgarnitur Kaiser Maximilian II.
datiert 1550 | Maximilian II. (1564-1576), Kaiser
Kaiser Ferdinand I. bestellte 1548 für seinen ältesten Sohn Maximilian eine große Harnischgarnitur. Anlass für diesen Auftrag war mutmaßlich die bevorstehende Wahl Maximilians zum König von Böhmen. Ferdinand konnte diese Wahl nach der massiven Schwächung der böhmischen Stände durch den kaiserlichen Sieg über die protestantischen Reichsfürsten 1547 in der Schlacht von Mühlberg ohne Schwierigkeiten durchsetzen.
Ausgeführt wurde diese Garnitur vom Augsburger Plattner Matthäus Frauenpreiß d. Ä. Die geätzte und vergoldete Verzierung ist ein Werk des ebenso in Augsburg arbeitenden Harnischätzers Jörg Sorg d. J. Die heute als Königsgarnitur Maximilians II. bekannte Garnitur bestand einst aus einer Vielzahl an Einzelstücken. Diese ließen sich im Baukastensystem für verschiedene Zwecke zusammenstellen, so etwa für die Verwendung zu Pferd und zu Fuß, für den Krieg und für mehrere Varianten des Turniers.
Die beiden vorliegenden Harnische sind die wichtigsten erhaltenen Teile dieser Garnitur. Sie waren beide für das Turnier vorgesehen, für den Fußkampf (mit Rock, Inv.-Nr. B 73) und für das Stechen (Inv.-Nr. A 610). Weitere Einzelteile finden sich nach den Verlusten der kaiserlichen Rüstkammer während der napoleonischen Zeit heute in einer Reihe von Museen, so etwa in New York, Baltimore, Paris, St. Petersburg, Florenz und London.
Die beiden Harnische (Inv.-Nrn. A 610, B 73) stammen aus der Wiener kaiserlichen Rüstkammer, wo der Fußkampfharnisch 1678 als »weißer khüriß mit vergulten strichen und einen khempfschurz, ein ganz helmblin mit ein gätterten vißier« beschrieben ist. Beigegeben war ihm damals eine »kleine lewenhaut und ein zerfreßne bißemkaz heütl«. 1750 gelangten die Harnische ins kaiserliche Zeughaus in der Renngasse, wo der Fußkampfharnisch im Kaisersaal als Harnisch Kaiser Ferdinands II. präsentiert wurde.





Kaiser Ferdinand I. bestellte 1548 für seinen ältesten Sohn Maximilian eine große Harnischgarnitur. Anlass für diesen Auftrag war mutmaßlich die bevorstehende Wahl Maximilians zum König von Böhmen. Ferdinand konnte diese Wahl nach der massiven Schwächung der böhmischen Stände durch den kaiserlichen Sieg über die protestantischen Reichsfürsten 1547 in der Schlacht von Mühlberg ohne Schwierigkeiten durchsetzen.
Ausgeführt wurde diese Garnitur vom Augsburger Plattner Matthäus Frauenpreiß d. Ä. Die geätzte und vergoldete Verzierung ist ein Werk des ebenso in Augsburg arbeitenden Harnischätzers Jörg Sorg d. J. Die heute als Königsgarnitur Maximilians II. bekannte Garnitur bestand einst aus einer Vielzahl an Einzelstücken. Diese ließen sich im Baukastensystem für verschiedene Zwecke zusammenstellen, so etwa für die Verwendung zu Pferd und zu Fuß, für den Krieg und für mehrere Varianten des Turniers.
Die beiden vorliegenden Harnische sind die wichtigsten erhaltenen Teile dieser Garnitur. Sie waren beide für das Turnier vorgesehen, für den Fußkampf (mit Rock, Inv.-Nr. B 73) und für das Stechen (Inv.-Nr. A 610). Weitere Einzelteile finden sich nach den Verlusten der kaiserlichen Rüstkammer während der napoleonischen Zeit heute in einer Reihe von Museen, so etwa in New York, Baltimore, Paris, St. Petersburg, Florenz und London.
Die beiden Harnische (Inv.-Nrn. A 610, B 73) stammen aus der Wiener kaiserlichen Rüstkammer, wo der Fußkampfharnisch 1678 als »weißer khüriß mit vergulten strichen und einen khempfschurz, ein ganz helmblin mit ein gätterten vißier« beschrieben ist. Beigegeben war ihm damals eine »kleine lewenhaut und ein zerfreßne bißemkaz heütl«. 1750 gelangten die Harnische ins kaiserliche Zeughaus in der Renngasse, wo der Fußkampfharnisch im Kaisersaal als Harnisch Kaiser Ferdinands II. präsentiert wurde.
Owner:
Maximilian II. (1564-1576), Kaiser (1527 - 1576) DNBarrow_outward
Artist:
Matthäus Frauenpreiß d. Ä. , (Plattner) (um 1505 - 1549, tätig in Augsburg)
Time:
datiert 1550
Object Name
Kempfküriss der Königsgarnitur Kaiser Maximilian II.
Culture
Augsburg
Material/technology:
Eisen, geschmiedet, getrieben, teils ziseliert, teils graviert, teils geätzt. Ätzdekor: teils feuervergoldet, teils schwarzgeätzt, teils geschwärzt (vermutlich modern). Nietkappen, Ösen, Scharniere, Schnallen, Riemenzungen: Messing, teils feuervergoldet. Scharniere, Schrauben: Eisen, teils feuervergoldet. Leder. Textil: Seidensamt.
Dimensions:
Maße inkl. Eisenplatte: H 181,6 cm × B 73 cm × T 71 cm
Maße exkl. Eisenplatte: H 178,6 cm × B 73 cm × T 71 cm
Inscribed
vorne auf Rock geätzt: "1550"
Stamp / markings
vorne unten auf Helm, oben mittig auf Brust und Rücken sowie auf den Brechrändern der Schultern: Matthäus Frauenpreis d. Ä. und Augsburger Beschau
Copyright
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Invs.
Hofjagd- und Rüstkammer, B 73
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