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Canaletto & Bellotto

Erkunden Sie Venedig, London und Wien mit den Augen von Canaletto und Bellotto, zwei der berühmtesten Städtemaler des 18. Jahrhunderts. Erfahren Sie, wie diese venezianischen Meister Stadtansichten schufen, die wissenschaftlich exakt und zugleich dramatisch komponiert sind – Werke, dafür geschaffen, ein internationales Publikum in ihren Bann zu ziehen.

Ausstellung

24. März - 6. September 2026

Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien

Ab 22,00€

Tickets demnächst erhältlich Rahmenprogramm

Über die Ausstellung

Die berühmten Stadtansichten von Giovanni Antonio Canal (besser bekannt als Canaletto) und seinem Neffen Bernardo Bellotto (der sich oft ebenfalls Canaletto nannte, um die Verbindung zu seinem berühmten Onkel herauszustreichen) stehen im Mittelpunkt der Ausstellung im Kunsthistorischen Museum. Mit Hilfe optischer Geräte wie der Camera obscura studierten diese beiden venezianischen Maler europäische Städte mit wissenschaftlicher Präzision und verwandelten das Gesehene schöpferisch in großartige, szenische Bilder.

Beide Künstler malten zunächst spektakuläre Ansichten ihrer Heimatstadt Venedig; verließen die Lagunenstadt aber, um ihre Karriere im Ausland fortzusetzen: Canaletto zog nach London, während Bellotto in Dresden und Wien arbeitete.

Mit bedeutenden internationalen Leihgaben – viele davon noch nie zuvor in Österreich gezeigt – lädt die Ausstellung dazu ein, die Stadt des 18. Jahrhunderts wiederzuentdecken, und ebenso zwei Künstler, deren Karrieren ein Europa widerspiegeln, das geprägt war von Mobilität, Krieg und Unsicherheit.

Canaletto

„Canaletto erstaunt jeden, der seine Werke sieht ... aus denen die Sonne zu scheinen scheint.“
„Canaletto erstaunt jeden, der seine Werke sieht ... aus denen die Sonne zu scheinen scheint.“

Venezianische Anfänge: 
Begehrte Souvenirs

Canaletto machte sich zunächst einen Namen mit Gemälden seiner Heimatstadt Venedig. Seine Veduten (vom italienischen vedute: „An-, Aussichten“) waren besonders beliebt bei britischen Aristokraten auf ihrer „Grand Tour“, einer ausgedehnten Bildungsreise durch Europa.  

Eines der ambitioniertesten Gemälde Canalettos ist diese spektakuläre Ansicht: Mit Blick auf den Palazzo Ducale von der Insel San Giorgio Maggiore aus inszeniert er ein weites Panorama. Ein Kai ragt dreieckig in den Vordergrund wie eine Bühne, auf der sich Advokaten, Priester, Händler und Bettler tummeln. Dahinter beleben Gondeln und Schiffe die Lagune vor der fernen Silhouette der Stadt. Obwohl die Szene ausgesprochen realistisch wirkt, verändert Canaletto die Blickwinkel subtil und manipuliert die Proportionen der berühmten Wahrzeichen der Stadt. Das Ergebnis ist nicht Venedig, wie es war, sondern wie Canaletto es neu komponiert: leuchtend, geordnet und unwiderstehlich theatralisch.

London Calling: 
Canalettos Aufenthalt in England

1746 zog Canaletto nach London, wo er dieses außergewöhnliche Panorama malte. Der neu gewählte Lord Mayor fährt in seiner Staatsbarke stromaufwärts in Richtung Westminster, begleitet von Schiffen der Gilden und Zünfte der Stadt. 

Hinter diesem belebten Vordergrund erhebt sich die Stadt mit einem Wald aus Kirchtürmen, von denen die meisten nach dem Großen Brand von 1666 erbaut wurden.  

Über allem thront die St. Paul’s Cathedral, deren große Kuppel als Symbol für das Selbstbewusstseins Londons als Hauptstadt einer Großmacht konzipiert war. Canaletto macht aus der größten Zeremonie der Londoner Bürgerschaft ein Spektakel, das an die Atmosphäre Venedigs erinnert, und überträgt so seine malerische Handschrift auf die englische Hauptstadt. 

Bellotto

Wie der Onkel, so der Neffe? 
Bellotto in Dresden

Nur ein Jahr nachdem Canaletto aus Venedig Richtung London abgereist war, verließ auch sein Neffe Bernardo Bellotto – der bei ihm gelernt hatte – die Lagunenstadt. Er zog nach Dresden und schickte sich an, die venezianische Art der Vedutenmalerei in ganz Europa bekannt zu machen. 

In den 1740er-Jahren stand Dresden dank seines kunstsinnigen Herrschers August III. auf dem Zenit seines kulturellen Ansehens. Bellotto, der den Namen seines berühmten Onkels annahm, wurde dort Hofmaler. Wie Canaletto verwendete er optische Hilfsmittel wie die Camera obscura, um die Stadt mit beispielloser Genauigkeit festzuhalten, und machte sich dabei die neuesten technischen Fortschritte eines Jahrhunderts zunutze, das von wachsendem wissenschaftlichem Interesse an der Optik geprägt war.

Die Zeiten aber waren schwierig. Nach einem äußerst erfolgreichen Jahrzehnt in Dresden zwang der Siebenjährige Krieg (1756–1763) Bellotto, die Stadt zu verlassen. Er ging nach Süden – nach Wien. 

Kaiserliche Pracht: Bellottos Ansichten von Wien

Obwohl Bellotto nur zwei Jahre in Wien verbrachte, war seine Zeit in der kaiserlichen Hauptstadt überaus produktiv. Die Ausstellung zeigt so gut wie alle bekannten Werke, die während seines kurzen Aufenthalts entstanden, einschließlich aller 13 Gemälde, die Eingang in die Sammlung der Habsburger fanden. Darunter befindet sich auch das bekannteste Werk der Serie, Wien vom Belvedere aus gesehen, gemalt kurz nach der Ankunft des Künstlers im Jahr 1759. 

Der Panoramablick zeigt die Aussicht nach Norden vom Oberen Belvedere, dem Sommerpalast, den Prinz Eugen von Savoyen für sich erbauen ließ, der aber 1752 von Kaiserin Maria Theresia gekauft wurde. Die Stadt entfaltet sich als eine Aneinanderreihung monumentaler Wahrzeichen. Bellotto scheint Wien mit fast kartografischer Präzision darzustellen, komprimiert dabei aber subtil Entfernungen und lässt Türme höher erscheinen, um den Blick des Betrachters nach innen und oben zu lenken. Das Ergebnis ist ein sorgfältig konstruiertes Bild kaiserlicher Ordnung, das Wien unter der Herrschaft von Maria Theresia und Franz I. Stephan als blühende Stadt präsentiert. 

Großstadtleben? 
Bellotto bereitet die Bühne

Von Adligen und Schornsteinfegern bis zu Mönchen und Dienstmädchen, von Soldaten bis zu kleinen Kindern – Bellotto zeigt die gesamte Bandbreite der städtischen Gesellschaft. In diesem Gemälde scheint er über das Nebeneinander von Prunk und Not in Wien nachzusinnen. Das Palais Lobkowitz erscheint von der Sonne hell erleuchtet, während das Bürgerspital – Heim für die Armen und Gebrechlichen – im Schatten liegt. Wie viele Künstler des 18. Jahrhunderts interessierte sich Bellotto für die Darstellung von Gebrechen. 

Rechts unten zeigt er ein Mädchen mit einer Krücke. Allerdings stellt er sie in den Schatten. Elend wird dargestellt, visuell aber zurückgenommen. Die Ausstellung spürt Bellottos Strategien der visuellen Inszenierung nach und wirft die Frage auf, wie politische Macht, architektonische Pracht und soziale Not in Darstellungen des urbanen Raums miteinander verwoben sind – eine Frage, die auch in der heutigen Bildkultur hochrelevant bleibt. 

Rahmenprogramm

Entdecken Sie unser vielfältiges Kunstvermittlungsprogramm.

Besuchsinformationen

Adresse

Kunsthistorisches Museum – Sonderausstellung
Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien
Google Maps

Öffnungszeiten

Di – So, 10 – 18 Uhr
Do bis 21 Uhr

weitere Besuchsinfos

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Unsere Ausstellungen führen Sie zurück in die traditionsreiche Geschichte unseres Hauses. Hier treffen bewährte Meisterwerke auf neu erschlossene Themen – ein Blick auf Kunst, Kultur und Vergangenheit, der die Sammlung kontinuierlich beleuchtet.