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Mithras
2. Hälfte 2. Jh. n. Chr.
Das Marmorrelief zeigt die Tötung des Stieres, also die zentrale Szene im Kult des Lichtgottes Mithras, die in mehreren hundert Darstellungen kanonisch wiedergegeben wurde. Der Sonnengott zwingt den Stier in einer Höhle zu Boden, richtet jedoch den Blick nach oben, von wo er ein Zeichen zur Tötung erwartet. Dieses wird durch einen Raben überbracht, von dessen Darstellung nur die Krallen am Mantel des Mithras erhalten sind. Symbolisch nähren sich Tiere am sterbenden Stier: Hund und Schlange trinken von seinem Blut, und der Skorpion greift mit den Scheren nach den Hoden des Stieres, aus dessen Schwanzende Ähren sprießen. Die Szene symbolisiert die Stärke des Lichtgottes, der eine neue kosmische Ordnung herstellt, und zugleich den Zyklus von Sterben und Wiedergeburt. Der orientalische Mysterienkult entwickelte sich aus der persischen Götterwelt. Mithras wurde eine der am meisten verehrten Gottheiten im römischen Imperium, der Kult breitete sich besonders im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. vor allem in den westlichen Provinzen (Donauländer, Gallien, Germanien) rasant aus.


Das Marmorrelief zeigt die Tötung des Stieres, also die zentrale Szene im Kult des Lichtgottes Mithras, die in mehreren hundert Darstellungen kanonisch wiedergegeben wurde. Der Sonnengott zwingt den Stier in einer Höhle zu Boden, richtet jedoch den Blick nach oben, von wo er ein Zeichen zur Tötung erwartet. Dieses wird durch einen Raben überbracht, von dessen Darstellung nur die Krallen am Mantel des Mithras erhalten sind. Symbolisch nähren sich Tiere am sterbenden Stier: Hund und Schlange trinken von seinem Blut, und der Skorpion greift mit den Scheren nach den Hoden des Stieres, aus dessen Schwanzende Ähren sprießen. Die Szene symbolisiert die Stärke des Lichtgottes, der eine neue kosmische Ordnung herstellt, und zugleich den Zyklus von Sterben und Wiedergeburt. Der orientalische Mysterienkult entwickelte sich aus der persischen Götterwelt. Mithras wurde eine der am meisten verehrten Gottheiten im römischen Imperium, der Kult breitete sich besonders im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. vor allem in den westlichen Provinzen (Donauländer, Gallien, Germanien) rasant aus.
Zeit:
2. Hälfte 2. Jh. n. Chr.
Objektbezeichnung
Votivrelief
Kultur
Römisch
Fundort:
Aquileia (Italien)
Material/Technik:
Marmor
Maße:
61 cm × 91,5 cm × 32 cm
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Antikensammlung
Inv. Nr.
Antikensammlung, I 624
Provenienz
Reinelt, Freiherr von, Triest; 1889 Geschenk
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