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Grabstele des Parmeniskos
um 200 v. Chr.
Die Stele bildete ursprünglich den oberen Teil des Grabmals; der untere in Form eines Naiskos (kleiner, tempelförmiger Bau) ist verloren gegangen. Der obere Abschluss der reich geschmückten Stele setzt sich aus Elementen der ionischen Ordnung zusammen: Er besteht aus einem Giebel mit dem Unheil abwehrenden Gorgonenhaupt; darunter ein Geison (Kranzgesims), ein Zahnschnitt sowie ein Fries mit Amazonenkämpfen. Von den Seitenakroteren des Giebeldaches sind nur noch die Pranken katzenartiger Mischwesen (Greifen, Sphingen?) erhalten. Die auf dem Fries wiedergegebene Amazonomachie, der Kampf der Griechen gegen die mythischen Kriegerinnen, ist in vier Gruppen aufgelöst, die dem bekannten Typenvorrat der griechischen Reliefplastik für derlei Kampfszenen entnommen sind (über einem Verwundeten findet ein Kampf statt; eine gestürzte Amazone wird mit dem Schwert bedroht; ein Grieche zerrt eine zusammengebrochene Amazone an den Haaren; eine Amazone trägt eine tote Gefährtin aus der Schlacht). Unterhalb des Frieses ist ein Eichenkranz angebracht, darunter auf großen Rosetten ein Paar Sirenen, die den Kopf im Gestus der Trauer in die Hand stützen. Es handelt sich um aus Vogel- und Mädchenleibern zusammengesetzte Fabelwesen, die jedoch mit den gefährlichen Dämonen aus dem Umfeld antiker Geschichten von Seefahrern, etwa von Odysseus und seinen Gefährten, nur ihr Äußeres gemein haben: Im Kontext der Grabdenkmäler sind die Sirenen hilfreiche, den Verstorbenen freundlich gesinnte Wesen. Da die Grabinschrift zweimal gesetzt ist, handelt es sich wohl um Großvater und Enkel gleichen Namens. Sie lautet: ["Parmeniskos, Sohn des Damen"]. Den unteren Abschluss bilden zwei antithetische Greife, die einen Kantharos, das Gefäß des Gottes Dionysos, flankieren: Sie sind Wächter und Beschützer des Grabes, aber auch Symbole der Hoffnung auf ein Jenseits. Die Grabstele wurde in Apollonia gefunden, einer im 6. Jahrhundert v. Chr. von Korinthern auf illyrischem Territorium an der Ostküste der Adria gegründeten Stadt mit einem wichtigen Hafen. Das Gebiet wurde noch in republikanischer Zeit, im 1. Jahrhundert v. Chr., als Provinz Illyricum dem Römischen Reich eingegliedert.


Die Stele bildete ursprünglich den oberen Teil des Grabmals; der untere in Form eines Naiskos (kleiner, tempelförmiger Bau) ist verloren gegangen. Der obere Abschluss der reich geschmückten Stele setzt sich aus Elementen der ionischen Ordnung zusammen: Er besteht aus einem Giebel mit dem Unheil abwehrenden Gorgonenhaupt; darunter ein Geison (Kranzgesims), ein Zahnschnitt sowie ein Fries mit Amazonenkämpfen. Von den Seitenakroteren des Giebeldaches sind nur noch die Pranken katzenartiger Mischwesen (Greifen, Sphingen?) erhalten. Die auf dem Fries wiedergegebene Amazonomachie, der Kampf der Griechen gegen die mythischen Kriegerinnen, ist in vier Gruppen aufgelöst, die dem bekannten Typenvorrat der griechischen Reliefplastik für derlei Kampfszenen entnommen sind (über einem Verwundeten findet ein Kampf statt; eine gestürzte Amazone wird mit dem Schwert bedroht; ein Grieche zerrt eine zusammengebrochene Amazone an den Haaren; eine Amazone trägt eine tote Gefährtin aus der Schlacht). Unterhalb des Frieses ist ein Eichenkranz angebracht, darunter auf großen Rosetten ein Paar Sirenen, die den Kopf im Gestus der Trauer in die Hand stützen. Es handelt sich um aus Vogel- und Mädchenleibern zusammengesetzte Fabelwesen, die jedoch mit den gefährlichen Dämonen aus dem Umfeld antiker Geschichten von Seefahrern, etwa von Odysseus und seinen Gefährten, nur ihr Äußeres gemein haben: Im Kontext der Grabdenkmäler sind die Sirenen hilfreiche, den Verstorbenen freundlich gesinnte Wesen. Da die Grabinschrift zweimal gesetzt ist, handelt es sich wohl um Großvater und Enkel gleichen Namens. Sie lautet: ["Parmeniskos, Sohn des Damen"]. Den unteren Abschluss bilden zwei antithetische Greife, die einen Kantharos, das Gefäß des Gottes Dionysos, flankieren: Sie sind Wächter und Beschützer des Grabes, aber auch Symbole der Hoffnung auf ein Jenseits. Die Grabstele wurde in Apollonia gefunden, einer im 6. Jahrhundert v. Chr. von Korinthern auf illyrischem Territorium an der Ostküste der Adria gegründeten Stadt mit einem wichtigen Hafen. Das Gebiet wurde noch in republikanischer Zeit, im 1. Jahrhundert v. Chr., als Provinz Illyricum dem Römischen Reich eingegliedert.
Zeit:
um 200 v. Chr.
Kultur
Griechisch
Fundort:
Apollonia Kloster Pojani (Albanien)
Material/Technik:
Kalkstein
Maße:
108 cm × 55 cm × 24 cm
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Antikensammlung
Inv. Nr.
Antikensammlung, I 1024
Provenienz
Radanovic, Ljubica, Agram; 1917 Kauf durch Vermittlung von Oberlieutn. Zvonomir Mühllstein
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