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Jupiter Dolichenus
1. Hälfte 3. Jh. n. Chr.
Ein Depotfund aus mehr als 100 Objekten wurde bei dem Bau eines Hauses in Mauer an der Url gemacht. Es handelt sich um das bewegliche Inventar eines Heiligtums des Gottes Jupiter Dolichenus, dessen Kult aus der syrischen Stadt Doliche in den Westen verpflanzt wurde. Der Depotfund enthält einerseits Objekte, die ausschließlich dem religiös-kultischen Bereich zuzuordnen sind, und anderseits Gegenstände aus dem Alltagsleben, bei denen jedoch auch eine kultische Verwendung nicht ausgeschlossen werden kann. Jupiter Dolichenus steht auf dem Rücken eines Stieres, bekleidet mit phrygischer Mütze, langärmeligem Untergewand, Muskelpanzer mit breitem Gürtel und Halbstiefeln; um die Schultern ist ein Mantel gelegt. Die rechte Hand hält das Doppelbeil (nur der Stiel erhalten), die linke das Blitzbündel. Haar und Bart umgeben in Spirallocken das Gesicht. Um den Bauch des Stieres ist eine breite Binde geschlungen. Auf der Vorderseite des quaderförmigen Postamentes nennt eine vierzeilige Inschrift den Veteranen Marrius Ursinus als Stifter. Die Statuette ist die qualitätsvollste Kleinplastik innerhalb des Fundes, gehört aber auch zu den besten unter den erhaltenen Darstellungen des Gottes.







Ein Depotfund aus mehr als 100 Objekten wurde bei dem Bau eines Hauses in Mauer an der Url gemacht. Es handelt sich um das bewegliche Inventar eines Heiligtums des Gottes Jupiter Dolichenus, dessen Kult aus der syrischen Stadt Doliche in den Westen verpflanzt wurde. Der Depotfund enthält einerseits Objekte, die ausschließlich dem religiös-kultischen Bereich zuzuordnen sind, und anderseits Gegenstände aus dem Alltagsleben, bei denen jedoch auch eine kultische Verwendung nicht ausgeschlossen werden kann. Jupiter Dolichenus steht auf dem Rücken eines Stieres, bekleidet mit phrygischer Mütze, langärmeligem Untergewand, Muskelpanzer mit breitem Gürtel und Halbstiefeln; um die Schultern ist ein Mantel gelegt. Die rechte Hand hält das Doppelbeil (nur der Stiel erhalten), die linke das Blitzbündel. Haar und Bart umgeben in Spirallocken das Gesicht. Um den Bauch des Stieres ist eine breite Binde geschlungen. Auf der Vorderseite des quaderförmigen Postamentes nennt eine vierzeilige Inschrift den Veteranen Marrius Ursinus als Stifter. Die Statuette ist die qualitätsvollste Kleinplastik innerhalb des Fundes, gehört aber auch zu den besten unter den erhaltenen Darstellungen des Gottes.
Zeit:
1. Hälfte 3. Jh. n. Chr.
Objektbezeichnung
Statuette
Kultur
Römisch
Fundort:
Mauer a. d. Url (bei Amstetten, NÖ, Österreich)
Material/Technik:
Bronze, Vollguß, Tierleib z.T. hohl; Postament aus 6 Blechstreifen verlötet, die Rückseite ist offen. Bronze zum Großteil blank.
Maße:
H. 32 cm
Postament: H. 5,9 cm
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Antikensammlung
Inv. Nr.
Antikensammlung, M 1
Provenienz
Stadtgemeinde Amstetten; 1938 Kauf
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