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Blankwaffe: Degen: Rapier

Fassung: um 1570, Manufacturer: Gefäß: Daniel Sadeler , (Eisenschneider)

 

 

Rapier

Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde der Degen zum Inbegriff der höfischen Waffe und als solche auch zum Schmuckobjekt, ja sogar zum Kunstwerk. Der aus Antwerpen an den Hof Rudolfs II. in Prag berufene Eisenschneider Daniel Sadeler schuf den Griff dieses Prunkdegens. Sowohl der zylinderförmige Knauf als auch der Griffbügel mit Faustschutzbügel und Parierstange sind durch geschnittene Ornamente mit Figuren in schwarzer Färbung auf Goldgrund geziert. Auf dem Griffbügel sieht man Minerva, auf der Gegenseite Perseus mit dem Haupt der Medusa. Auf dem äußeren Faustschutzbügel kämpft Herakles mit dem Nemeischen Löwen und der Hydra. Auf dem Eselshuf sind zwei kämpfende Reiter dargestellt. Da der Degen in Spanien entwickelt wurde und spanische Klingenschmiede einen besonderen Ruf hatten, verwendete man für sehr wertvolle Degen gerne spanische Klingen. Als die besten galten die aus Toledo. Die biegsame Klinge dieses wahrscheinlich für Rudolf II. hergestellten Degens ist durchbrochen und trägt die Aufschrift "IN TE DOMINE SPE KAP RAVI N. O. N. IVAN MARTINEZ EN TOLEDO". Daneben befinden sich auf dem Degen noch Meistermarken, zwei Halbmonde, zwei gekrönte Lilien sowie zweimal der Buchstabe "T", der neben der Inschrift die Klinge eindeutig als Werk von Juan Martinez d. Ä., einem der bekanntesten und gefragtesten Toledaner Klingenschmiede, ausweist.

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Object data

Object Name

Blankwaffe: Degen

Culture

Fassung: Deutsch

Dated

Fassung: um 1570

Manufacturer

Gefäß: Daniel Sadeler , (Eisenschneider) (vor 1602 Antwerpen - 1632 München, tätig in Prag und München) - GND

Klinge: Juan Martinez d. Ä. , (Klingenschmied) (erw. um 1565, tätig in Toledo)

Material

Klinge: Eisen, geschmiedet, teils durchbrochen gearbeitet. Korb, Knauf: Eisen, geschmiedet, teils geschnitten, teils gebläut, teils feuervergoldet. Griff: Holz. Drahtwickelung. Draht: Messing.

Signed

Klinge: Juan Martinez d. J.

Inscribed

Klingeninschriften: “IN TE / DOM/INE // SPE/RAV/I NON”, “IVAN / MART/INEZ // EN / TOL/EDO”.
Psalms 30 „In te Domine speravi non confudar in aeternum“ – „Auf dich, Herr, habe ich gehofft, ich werde nicht in Verwirrung gebracht werden in alle Ewigkeit“

Markings

Am Ricasso der Klinge finden sich Juan Martinez‘ Marken (jeweils beidseitig doppelt eingeschlagen): die Beschaumarke von Toledo (bekröntes „TO“), der Halbmond mit Gesicht nach rechts (Martinez‘ Schmiedemarke) und die gekrönte Lilie (Martinez‘ Zeichen als königlicher Klingenschmied).

Image rights

Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer

Inv. No.

Hofjagd- und Rüstkammer, A 572

Kunst & Patenschaft

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