Art Stories

Each of the stories added here periodically explores a single work of art. The themes range from warmth of heart to courage and peace, cruelty, weakness, and war.

If the creations of human hand and brain presented here spark your interest, then why not visit the originals in the galleries of Kunsthistorisches Museum in Vienna.

Our current themes here are: #Moments, objects, stories from the 125-year history of Kunsthistorisches Museum, images of the Virgin Mary, explored from the perspective of the portrayed: #I am Mary and  #The Face of Europe.

1892: In Gold und Rot

Eduard Ritter von Engerth, Führer durch die Gemäldegalerie. Alte Meister und Führer durch die Gemäldegalerie, II. Teil, Gemälde moderner Meister, Aquarelle und Handzeichnungen. Wien, Selbstverlag der kunsthistorischen Sammlungen, 1892, KHM-Museumsverband, Bibliothek

Der prachtvoll leuchtend rote Einband und das Blattgold an den Schnittkanten des Buchblocks signalisieren die Wertschätzung, die man der ersten Ausgabe des Gemäldegalerieführers und ihren Lesern entgegenbrachte. An den monumentalen Wänden der neu errichteten Galerie hingen zu Beginn 2130 Gemälde – die Nummern im Katalog entsprachen dabei jenen Nummern, die auf den „Bilderrahmen links unten in der Ecke“ angebracht waren.

Es herrschten also lustvoll überfüllte Zustände.

Aber den damaligen Betrachtern wurde das bald zu viel – bereits nach wenigen Jahren wurde umstrukturiert und reduziert. Heute präsentiert die Galerie gerade einmal 800 Bilder. Es wirkt luftig im Vergleich zu den vollständig ausgenutzten Wandflächen der ersten Jahre.

Julius Payer, „Nie zurück!“, 1892, Heeresgeschichtliches Museum Wien © HGM

Jedoch, aus Sicht des 1892 verantwortlichen Museumsdirektors Eduard von Engerth war auch die Fülle des Eröffnungsjahres eine echte Erleichterung:

„Die mehr als ein Jahrhundert währende Einengung der herrlichen Sammlung […] im Eugen’schen  Schlosse [Oberes Belvedere, Wien] erreichte durch die Übersiedlung in das neuerbaute kunsthistorische Hofmuseum ihr Ende. Und Raphael, Tizian, Rubens und Dürer erlangen erst hier in vollem Maße, was sie seit ihrem Bestehen zu fordern berechtigt waren: Raum und Licht.“

Die Besucher der ersten Jahre sahen im brandneuen Museum übrigens auch brandneue Malerei. Konservativ zwar, aber tatsächlich zeitgenössisch: Julius Payers Erinnerung an die erste österreichische Nordpol-Expedition 1872-1874 mit dem kämpferischen Titel „Nie zurück!“ war 1892 entstanden und hängt heute, nachdem die Sammlungen im 20. Jahrhundert umstrukturiert wurden, im Heeresgeschichtlichen Museum Wien.

written by Cäcilia Bischoff on 18.9.2018 in #Moments, Objects, Stories
to top