Art Stories

Each of the stories added here periodically explores a single work of art. The themes range from warmth of heart to courage and peace, cruelty, weakness, and war.

If the creations of human hand and brain presented here spark your interest, then why not visit the originals in the galleries of Kunsthistorisches Museum in Vienna.

Our current themes here are: #Moments, objects, stories from the 125-year history of Kunsthistorisches Museum, images of the Virgin Mary, explored from the perspective of the portrayed: #I am Mary and  #The Face of Europe.

1891: Dimensionen

Saalansicht mit Peter Paul Rubens, Wunder des Hl. Franz Xaver, um 1617/1618, 535 x 395 cm
@ KHM-Museumsverband

Als Gottfried Semper (1803-1879) und Karl Hasenauer (1833-1894) gemeinsam das Kaiserforum und mit ihm auch die beiden Hofmuseen planten, orientierten sie sich in der Anlage der einzelnen Räume naheliegender Weise an der konkreten Zusammensetzung des Habsburgerbesitzes, der in den neuen Gebäuden präsentiert werden sollte. An Anzahl, Größe, Beschaffenheit, Bedeutung, Ausbaufähigkeit der Sammlung und individueller Schutzbedürftigkeit.

Während Hasenauer auf die unterschiedlichsten Objektgruppen gerne auch mit unterschiedlichen Raumhöhen reagiert hätte, setzte Semper durch, dass die Stockwerke einheitliche Raumhöhen erhalten sollten. Da war es nur folgerichtig, sich im Falle der Gemäldegalerie am höchsten Bild der Sammlung zu orientieren: Peter Paul Rubens‘ monumentale Altarbilder „Wunder des Hl. Franz Xaver“ und „Wunder des Hl. Ignatius von Loyola“ sind jeweils 5,35m hoch und halten bis heute den Höhenrekord. Beide hingen bis 1776 in der Antwerpener Jesuitenkirche bevor sie für die kaiserliche Sammlung angekauft wurden.

Schnitt durch einen Saal der Gemäldegalerie. Aus: Heinrich Wagner, Handbuch der Architektur, 4. Teil, 6. Halbband, 4. Heft: Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen, 2. Auflage, Stuttgart 1906, S. 290

„Im Kunsthistorischen Hofmuseum zu Wien liegt die obere Grenze der Bilderzone der 11,30m breiten Galerie in der Höhe von 6,64m über dem Fußboden.

Die ist derart bestimmt worden, dass der Beschauer sich der Bilderwand bis zur Mitte des Saales nähern kann,  ehe ein vom oberen Ende zurückgeworfener Lichtstrahl sein Auge trifft. Die Höhe der Behangfläche ist somit immer von der Breite des Saales, von der Höhenlage des Deckenlichtfensters und der Weite derselben abhängig […]. Soll aber die Bilderfläche über diese ermittelte obere Grenze […] hinaus sich erstrecken, so entgeht man der Spiegelung aus dieser Zone dadurch, dass man die Bilder etwas vornüber neigt.“

Die Deckenlichtfenster der Galerie sind heute aus konservatorischen Gründen verdunkelt – es wird künstlich beleuchtet.

written by Cäcilia Bischoff on 18.9.2018 in #Moments, Objects, Stories
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