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Kreuznagel - Reliquiar
um 1650
Zusammen mit dem Schweißtuch der Veronika, der Heilig-Blut-Reliquie und der Kreuzpartikel gehört der Kreuznagel zu den vier wichtigsten Reliquien der Geistlichen Schatzkammer. Er steht wie die anderen drei in unmittelbarem Konnex mit der Passion Christi, wurde dementsprechend zusammen mit ihnen regelmäßig in der Karwoche zur Verehrung ausgesetzt und war Gegenstand besonderer Andacht. Der vierseitige Nagel ist mit einer Schnur umwickelt, an der zwei Siegel hängen; er befindet sich in einem hochovalen, beidseitig verglasten Schaugehäuse. Dieses wird von einem emaillierten Rahmen sowie einem Reif aus Granatbändern in Goldfassung umgeben. An der Rückseite des Gehäuses ist ein vergoldeter Strahlenkranz montiert, seitlich setzen Goldemailblüten mit Opalen, Zitrinen, Saphiren, Amethysten und Türkisen an und bilden so einen prachtvollen Rahmen für das Reliquiengehäuse. Zwischen den gefassten Steinen ist jeweils ein geflügelter Engelskopf angebracht, von dem je ein züngelnder Strahl aus Granatbändern ausgeht. Am Scheitel des Gehäuses setzt ein mit Granaten verzierter Bogen an, in dem ein Hyazinth hängt; über diesem sind vertikal noch drei weitere Edelsteine (zwei Smaragde und ein Topas) angeordnet. Dieses prächtige Schaugehäuse wird von zwei geschwungenen Palmstämmen getragen, die ihrerseits von zwei auf Wolken knienden Engeln gehalten werden. Die beiden Palmstämme, die als Symbol des Lebens und somit der Überwindung des Todes zu verstehen sind, werden durch einen großen, von Granatstrahlen umgebenen Smaragd miteinander verbunden. Auf diesem ist das Christusmonogramm "IHS" angebracht, an einer Goldkette hängt ein großer Aquamarin mit einer Perle. Das Reliquiar ist in Wien erstmals 1660 durch einen Reisebericht des sächsischen Gesandten Johann Sebastian Müller nachweisbar. Zur Reliquie hat sich die Abschrift einer Urkunde erhalten, der zufolge Papst Innozenz II. (reg. 1130 - 1143) bestätigt, dass ihm Kaiser Konrad III. diesen Nagel zur Beurteilung vorgelegt habe und dass es sich um jenen Nagel handle, den Kaiser Konstantin der Große auf seinem Helm getragen habe. Der Wahrheitsgehalt dieser Abschrift kann allerdings angezweifelt werden.

Zusammen mit dem Schweißtuch der Veronika, der Heilig-Blut-Reliquie und der Kreuzpartikel gehört der Kreuznagel zu den vier wichtigsten Reliquien der Geistlichen Schatzkammer. Er steht wie die anderen drei in unmittelbarem Konnex mit der Passion Christi, wurde dementsprechend zusammen mit ihnen regelmäßig in der Karwoche zur Verehrung ausgesetzt und war Gegenstand besonderer Andacht. Der vierseitige Nagel ist mit einer Schnur umwickelt, an der zwei Siegel hängen; er befindet sich in einem hochovalen, beidseitig verglasten Schaugehäuse. Dieses wird von einem emaillierten Rahmen sowie einem Reif aus Granatbändern in Goldfassung umgeben. An der Rückseite des Gehäuses ist ein vergoldeter Strahlenkranz montiert, seitlich setzen Goldemailblüten mit Opalen, Zitrinen, Saphiren, Amethysten und Türkisen an und bilden so einen prachtvollen Rahmen für das Reliquiengehäuse. Zwischen den gefassten Steinen ist jeweils ein geflügelter Engelskopf angebracht, von dem je ein züngelnder Strahl aus Granatbändern ausgeht. Am Scheitel des Gehäuses setzt ein mit Granaten verzierter Bogen an, in dem ein Hyazinth hängt; über diesem sind vertikal noch drei weitere Edelsteine (zwei Smaragde und ein Topas) angeordnet. Dieses prächtige Schaugehäuse wird von zwei geschwungenen Palmstämmen getragen, die ihrerseits von zwei auf Wolken knienden Engeln gehalten werden. Die beiden Palmstämme, die als Symbol des Lebens und somit der Überwindung des Todes zu verstehen sind, werden durch einen großen, von Granatstrahlen umgebenen Smaragd miteinander verbunden. Auf diesem ist das Christusmonogramm "IHS" angebracht, an einer Goldkette hängt ein großer Aquamarin mit einer Perle. Das Reliquiar ist in Wien erstmals 1660 durch einen Reisebericht des sächsischen Gesandten Johann Sebastian Müller nachweisbar. Zur Reliquie hat sich die Abschrift einer Urkunde erhalten, der zufolge Papst Innozenz II. (reg. 1130 - 1143) bestätigt, dass ihm Kaiser Konrad III. diesen Nagel zur Beurteilung vorgelegt habe und dass es sich um jenen Nagel handle, den Kaiser Konstantin der Große auf seinem Helm getragen habe. Der Wahrheitsgehalt dieser Abschrift kann allerdings angezweifelt werden.
Zeit:
um 1650
Objektbezeichnung
Reliquiar
Kultur
Augsburg
Material/Technik:
Gold, Silber, vergoldet, teilweise emailliert, teilweise bemalt, Messing bemalt, Smaragde, Saphire, Topase, Amethyste, Türkise, Aquamarin, Hyazinth, Granate, Bergkristall, Perlen, Glas
Stempel / Zeichen
Wr. Repunze 1806/07; Silberprobe
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Geistliche Schatzkammer
Inv. Nr.
Schatzkammer, GS D 62
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