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All'antica burgonet, so-called Lion Burgonet
um 1550 - 1555 | Karl I. (V.) (1516-1556), als Karl I. König von Spanien, ab 1519 deutscher König, ab 1520 Kaiser
Sturmhauben mit Maskenvisieren im antikisierenden Stil wurden Mitte des 16. Jahrhunderts als »alla romana antica« bezeichnet, als Helme im römischantiken Stil. Sie reflektieren Themen der römische Antike und erlaubten es dem Träger, in die Rolle eines berühmten antiken Herrschers oder Helden zu schlüpfen.
Mit dieser Sturmhaube präsentierte sich der Träger als Herkules, der das Ideal von Stärke und Heldenmut verkörperte. Auf Herkules verweist das Visier, das als Haupt des Kithaironischen Löwen geformt ist, den Herkules erlegt hatte. Aufgrund dieses Verweises auf Herkules wurde der Helm traditionell Kaiser Karl V. zugeschrieben, der sich diesem antiken Helden besonders verbunden fühlte.
Die Löwensturmhaube ist aus zehn Teilen zusammengesetzt: Kalotte, Stirnstück, Visier, einem dreiteiligen Nackenstück und einem paar jeweils zweiteiliger Wangenklappen. Auf dem Kamm sind kämpfende Tritonen dargestellt, auf der Kalotte sirenenartige Figuren, rechts Viktoria (Sieg), links Fama (Ruhm). Die Wangenklappen zeigen jeweils einen geflügelten Putto mit Dreizack oder Segel.
Das Visier des Helms besitzt keine Sehschlitze und kann daher sinnvoll nur in der gezeigten Art – in die Stirn hochgezogen – verwendet werden. Auf die somit rein festlich-zeremonielle Verwendung des Helmes deuten auch die Bohrungen entlang des Kammes hin. In sie konnten Federn für einen Festzug eingesteckt werden.
Der Helm befand sich zumindest seit den 1560er Jahren in Besitz Erzherzog Ferdinands II. von Tirol. Dieser ließ sich als Ergänzung dazu um 1560 wohl in Prag die sogenannte Deutsche Rüstung (Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer, Inv.-Nr. A 693) anfertigen. Mehrere Porträts aus den 1560/70er Jahren zeigen Ferdinand in diesem Harnisch und mit der Löwensturmhaube, so etwa ein Stich von Francesco Terzio in den Imagines Gentis Austriacae (1569), ein Fresko im Spanischen Saal von Schloss Ambras (um 1575) sowie ein Gemälde (Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie, Inv.-Nr. 8049).


Sturmhauben mit Maskenvisieren im antikisierenden Stil wurden Mitte des 16. Jahrhunderts als »alla romana antica« bezeichnet, als Helme im römischantiken Stil. Sie reflektieren Themen der römische Antike und erlaubten es dem Träger, in die Rolle eines berühmten antiken Herrschers oder Helden zu schlüpfen.
Mit dieser Sturmhaube präsentierte sich der Träger als Herkules, der das Ideal von Stärke und Heldenmut verkörperte. Auf Herkules verweist das Visier, das als Haupt des Kithaironischen Löwen geformt ist, den Herkules erlegt hatte. Aufgrund dieses Verweises auf Herkules wurde der Helm traditionell Kaiser Karl V. zugeschrieben, der sich diesem antiken Helden besonders verbunden fühlte.
Die Löwensturmhaube ist aus zehn Teilen zusammengesetzt: Kalotte, Stirnstück, Visier, einem dreiteiligen Nackenstück und einem paar jeweils zweiteiliger Wangenklappen. Auf dem Kamm sind kämpfende Tritonen dargestellt, auf der Kalotte sirenenartige Figuren, rechts Viktoria (Sieg), links Fama (Ruhm). Die Wangenklappen zeigen jeweils einen geflügelten Putto mit Dreizack oder Segel.
Das Visier des Helms besitzt keine Sehschlitze und kann daher sinnvoll nur in der gezeigten Art – in die Stirn hochgezogen – verwendet werden. Auf die somit rein festlich-zeremonielle Verwendung des Helmes deuten auch die Bohrungen entlang des Kammes hin. In sie konnten Federn für einen Festzug eingesteckt werden.
Der Helm befand sich zumindest seit den 1560er Jahren in Besitz Erzherzog Ferdinands II. von Tirol. Dieser ließ sich als Ergänzung dazu um 1560 wohl in Prag die sogenannte Deutsche Rüstung (Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer, Inv.-Nr. A 693) anfertigen. Mehrere Porträts aus den 1560/70er Jahren zeigen Ferdinand in diesem Harnisch und mit der Löwensturmhaube, so etwa ein Stich von Francesco Terzio in den Imagines Gentis Austriacae (1569), ein Fresko im Spanischen Saal von Schloss Ambras (um 1575) sowie ein Gemälde (Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie, Inv.-Nr. 8049).
Besitzer/in:
Karl I. (V.) (1516-1556), als Karl I. König von Spanien, ab 1519 deutscher König, ab 1520 Kaiser (1500 - 1558) DNBarrow_outward
Zeit:
um 1550 - 1555
Objektbezeichnung
All'antica-Sturmhaube, sog. Löwen-Sturmhaube
Kultur
Mailand
Material/Technik:
Eisen, geschmiedet, getrieben, teils ziseliert, teils geschwärzt, teils gebläut, teils mit Gold und Silber tauschiert. Leder.
Maße:
H 40 cm x B 20 cm x T 38 cm
Gewicht: 3,35 kg
Beschriftung
VICTOR DO
CAROLO VIMSA D
FE. D. ALP FVD
ΠΡΟΣΤΑ ΑΣΤΡΑ ΔΙΑ/ ΤΑΥΤΑ
SCIPIO AEMIL. APHRICANVS / D.(ivus) IVLIVS CAE. IMP. P.(ontifex) M.(aximus) / D. AVGVSTVS CAE. IMP. / TI. CLAVDIVS CAE. AUG. IMP.
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, A 693d
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