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Teile eines Harnisches (Kragen, Brust, Rücken)
um 1590 | Sinan Pascha
Dieser Harnisch besteht aus einem Kürass und einer Zischägge. Ein Kürass ist eine Brust- und Rückenpanzerung, ergänzt um einen Kragen. Die Zischägge, auch ungarische Sturmhaube genannt, ist durch die halbkugelige Helmform und den langen, beweglichen Nackenschutz charakterisiert.
Beide Stücke sind gebläut und mit geätzten und vergoldeten Blatt- und Blütenranken verziert. Auf dem Mittelgrat der Brust sind fünf große Medaillons aus vergoldeter Bronze mit eingesetzten Halbedelsteinen aufgenietet. Auf der Zischägge sind kleinere Rosetten mit Bergkristallen aufgesetzt.
Harnische und Waffen in einer als osmanisch-türkisch empfundenen Form waren im 16. Jahrhundert im süddeutschen Raum hoch in Mode. Objekte dieser Art entstanden aber auch als diplomatische Geschenke oder vertraglich zugesicherte Ehrengeschenke für den osmanischen Hof. Im Österreichischen Staatsarchiv in Wien haben sich Entwurfszeichnungen (datiert 12. April 1590) für einen Harnisch erhalten, der den vorliegenden Stücken eng verwandt ist und der als Ehrengeschenk für Sinan Pascha bestimmt gewesen war.
Sinan Pascha war zu jener Zeit zum zweiten Mal zum Großwesir, zum höchsten mit den Regierungsgeschäften betrauten Beamten des osmanischen Reiches, bestellt worden. In Auftrag gegeben hatte die in den Zeichnungen dargestellten Stücke der kaiserliche Hof in der Werkstatt des Nürnberger Plattners Michael Kobolt. Kaiser Rudolf II. bezog sich in einem Schreiben vom 11. Mai 1590 auf diese »für den Sinam Bassa begerten und durch den Oberhauser zugleich dahin gebrachten Rüstungen, Panzern und Röhren«.
Ob es sich bei den vorliegenden Stücken eventuell um dieses Ehrengeschenk für Sinan Pascha handelt, das womöglich aufgrund des Ausbruches des sogenannten Langen Türkenkriegs (1591–1606) nicht mehr übergeben wurde, ist nicht geklärt.


Dieser Harnisch besteht aus einem Kürass und einer Zischägge. Ein Kürass ist eine Brust- und Rückenpanzerung, ergänzt um einen Kragen. Die Zischägge, auch ungarische Sturmhaube genannt, ist durch die halbkugelige Helmform und den langen, beweglichen Nackenschutz charakterisiert.
Beide Stücke sind gebläut und mit geätzten und vergoldeten Blatt- und Blütenranken verziert. Auf dem Mittelgrat der Brust sind fünf große Medaillons aus vergoldeter Bronze mit eingesetzten Halbedelsteinen aufgenietet. Auf der Zischägge sind kleinere Rosetten mit Bergkristallen aufgesetzt.
Harnische und Waffen in einer als osmanisch-türkisch empfundenen Form waren im 16. Jahrhundert im süddeutschen Raum hoch in Mode. Objekte dieser Art entstanden aber auch als diplomatische Geschenke oder vertraglich zugesicherte Ehrengeschenke für den osmanischen Hof. Im Österreichischen Staatsarchiv in Wien haben sich Entwurfszeichnungen (datiert 12. April 1590) für einen Harnisch erhalten, der den vorliegenden Stücken eng verwandt ist und der als Ehrengeschenk für Sinan Pascha bestimmt gewesen war.
Sinan Pascha war zu jener Zeit zum zweiten Mal zum Großwesir, zum höchsten mit den Regierungsgeschäften betrauten Beamten des osmanischen Reiches, bestellt worden. In Auftrag gegeben hatte die in den Zeichnungen dargestellten Stücke der kaiserliche Hof in der Werkstatt des Nürnberger Plattners Michael Kobolt. Kaiser Rudolf II. bezog sich in einem Schreiben vom 11. Mai 1590 auf diese »für den Sinam Bassa begerten und durch den Oberhauser zugleich dahin gebrachten Rüstungen, Panzern und Röhren«.
Ob es sich bei den vorliegenden Stücken eventuell um dieses Ehrengeschenk für Sinan Pascha handelt, das womöglich aufgrund des Ausbruches des sogenannten Langen Türkenkriegs (1591–1606) nicht mehr übergeben wurde, ist nicht geklärt.
Besitzer/in:
ehemals Sinan Pascha zugeschrieben (1512 - 1596)
Zeit:
um 1590
Objektbezeichnung
Teile eines Harnisches (Kragen, Brust, Rücken)
Kultur
Augsburg (?)
Material/Technik:
Eisen, geschmiedet, getrieben, teils gebläut, teils geätzt. Ätzdekor: feuervergoldet (teils moderne Goldretusche). Zierappliken: Messing, gegossen, feuervergoldet. Steine: Türkise, diverse Halbedelsteine, Glassteine. Nieten: Messing, gegossen, feuervergoldet. Nietkappen: Messing, feuervergoldet. Leder (teils modern). Schnalle: Eisen (modern).
Maße:
H (inkl. Eisenplatte, inkl. Sturmhaube) 181 cm × B 60 cm × T 60 cm
Maße Eisenplatte: 4 cm x 60 cm x 60 cm
Gewicht Brust und Rücken: 5,55 kg
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, A 613
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