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Schnepper (Kugelarmbrust)
um 1545 | Maria von Ungarn
Die Kugelarmbrust (auch Schnepper) entwickelte sich im späten Mittelalter und erreichte im frühen 16. Jahrhundert zunehmend Popularität. Sie ist eine leichte Armbrust, die ausschließlich bei der Jagd, vorwiegend bei der Hasenund Vogeljagd, Verwendung fand.
Im Gegensatz zur herkömmlichen Armbrust kamen hier keine pfeilartigen Bolzen als Geschosse zum Einsatz, sondern Kugeln, zumeist aus Stein, Blei, Eisen oder Keramik. Für diese Form der Geschosse war eine doppelte Sehne mit Wurfbecher nötig. Sie fehlt hier, doch ist die eiserne, vergoldete Zielgabel mit Hängevorrichtung erhalten.
Diese Kugelarmbrust entspricht aufgrund ihrer schlanken, geraden Säule mit rechteckigem Querschnitt dem westeuropäischen Typus. Sie dürfte Mitte des 16. Jahrhunderts in den Niederlanden geschaffen worden sein. Ihr hölzerner Schaft ist rot bemalt und mit goldenen Spiralranken und Beineinlagen mit geschwärztem Zopfmuster verziert. Die Sperrklinke der Hebelspannhilfe am hinteren Ende der Säule ist in Form einer Schlange gestaltet. Der Bogen zeigt aufgemalte goldene Laubranken.
Die Armbrust war eine noble Jagdwaffe und daher oft ein hochgeschätzter Besitz. Als Symbol des elitären Ranges des Besitzers/der Besitzerin wurde sie als persönliches oder auch diplomatisches Geschenk ausgetauscht und war daher nicht selten hochwertig dekoriert. Die vorliegende Armbrust dürfte einst Erzherzogin Maria, Schwester Kaiser Karls V., verwitwete Königin von Böhmen und Ungarn und ab 1531 Statthalterin der Niederlande, gehört haben. Sie zeigt an der Säule nahe dem Bogen die (beschädigten) Wappen von Österreich und Burgund. Sie stammt aus der Sammlung von Schloss Ambras bei Innsbruck und könnte, so wird vermutet, ein Geschenk von Maria an ihren Neffen Erzherzog Ferdinand II. von Tirol gewesen sein, der sie 1544 besuchte.

Die Kugelarmbrust (auch Schnepper) entwickelte sich im späten Mittelalter und erreichte im frühen 16. Jahrhundert zunehmend Popularität. Sie ist eine leichte Armbrust, die ausschließlich bei der Jagd, vorwiegend bei der Hasenund Vogeljagd, Verwendung fand.
Im Gegensatz zur herkömmlichen Armbrust kamen hier keine pfeilartigen Bolzen als Geschosse zum Einsatz, sondern Kugeln, zumeist aus Stein, Blei, Eisen oder Keramik. Für diese Form der Geschosse war eine doppelte Sehne mit Wurfbecher nötig. Sie fehlt hier, doch ist die eiserne, vergoldete Zielgabel mit Hängevorrichtung erhalten.
Diese Kugelarmbrust entspricht aufgrund ihrer schlanken, geraden Säule mit rechteckigem Querschnitt dem westeuropäischen Typus. Sie dürfte Mitte des 16. Jahrhunderts in den Niederlanden geschaffen worden sein. Ihr hölzerner Schaft ist rot bemalt und mit goldenen Spiralranken und Beineinlagen mit geschwärztem Zopfmuster verziert. Die Sperrklinke der Hebelspannhilfe am hinteren Ende der Säule ist in Form einer Schlange gestaltet. Der Bogen zeigt aufgemalte goldene Laubranken.
Die Armbrust war eine noble Jagdwaffe und daher oft ein hochgeschätzter Besitz. Als Symbol des elitären Ranges des Besitzers/der Besitzerin wurde sie als persönliches oder auch diplomatisches Geschenk ausgetauscht und war daher nicht selten hochwertig dekoriert. Die vorliegende Armbrust dürfte einst Erzherzogin Maria, Schwester Kaiser Karls V., verwitwete Königin von Böhmen und Ungarn und ab 1531 Statthalterin der Niederlande, gehört haben. Sie zeigt an der Säule nahe dem Bogen die (beschädigten) Wappen von Österreich und Burgund. Sie stammt aus der Sammlung von Schloss Ambras bei Innsbruck und könnte, so wird vermutet, ein Geschenk von Maria an ihren Neffen Erzherzog Ferdinand II. von Tirol gewesen sein, der sie 1544 besuchte.
Besitzer/in:
Maria von Ungarn , (?) (1505 - 1558) DNBarrow_outward
Zeit:
um 1545
Objektbezeichnung
Schnepper (Kugelarmbrust)
Kultur
Niederländisch
Material/Technik:
Bogen: Eisen, geschmiedet, vergoldet, teils bemalt. Gabel, Spannvorrichtung: Eisen, geschmiedet, teis geschnitten, vergoldet, teils Goldretusche (modern). Säule: Holz, farbig gefasst, teils golden bemalt. Einlagen: Bein, teils graviert, teils mit schwarzer Farbe gefüllt. Sehne fehlt.
Maße:
L 98,5 cm x B 56 cm x T 15 cm
Gewicht: 1,70 kg
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, D 2
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