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Männliches Bildnis
1564 datiert | Lucas Cranach d. J.
Das Gemälde stellt zusammen mit seinem Gegenstück (GG 886) ein Ehepaar dar, bei dem der hier gezeigte Ehemann klassischerweise die ranghöhere, heraldisch rechte Seite (vom Bild aus betrachtet) einnimmt. Das Signet in Form einer geflügelten Schlange mit einem Ring im Maul kommt auf zahlreichen Werken Cranachs d.Ä. vor und wurde dann auch vom jüngeren Cranach, dem sich die Bildnisse zweifelsfrei zuweisen lassen, übernommen: Wie die jeweils darüberstehenden Datierungen verraten, sind sie 1564 entstanden, als die florierende Wittenberger Werkstatt des 1553 verstorbenen Vaters längst an den Sohn übergegangen war. Obgleich das Bildnis recht schlicht konzipiert ist, hat der Maler den (tatsächlichen oder erhofften) hohen Rang seines Modelles geschickt in Szene gesetzt. Der bis zur Hüfte Dargestellte sitzt leicht nach rechts gewendet vor einem grauen Hintergrund, sein ruhiger Blick ist dabei auf den Betrachter gerichtet. Seine Armhaltung erinnert an die sogenannte Akimbo-Pose, bei der die Arme lässig in die Seiten gestemmt werden, was von Selbstbewusstsein und gesellschaftlicher Macht zeugt. In dieses Bild fügt sich auch der Dolch ein, dessen kunstvoll verzierte Scheide der Mann mit seiner rechten Hand umfasst. Winzig klein sind darauf zwei antikisch anmutende, lorbeerbekränzte Köpfe wiedergegeben, die zum einen Heroentum symbolisieren und zum anderen den Gedanken des Doppelbildnisses aufnehmen. Vom Wohlstand des Porträtierten (und vom Können Cranachs) zeugt auch die Darstellung der Kleidung mit dem seidig glänzenden, fein gemusterten schwarzen Wams und den Spitzen an Kragen und Manschetten. Das mit Quasten versehene, gemusterte Taschentuch in der Linken galt nicht nur als modisches Accessoire, sondern war auch das Zeichen eines Edelmannes. Leider konnten weder der Siegelring am linken Zeigefinger noch das in Röntgenaufnahmen sichtbare Wappen hinter der Draperie bislang Aufschluss über seine Identität geben. Auch zu welchem Zeitpunkt das Wappen übermalt wurde, lässt sich nicht sicher sagen. (Isabella Sturm, 21.6.2021)

Das Gemälde stellt zusammen mit seinem Gegenstück (GG 886) ein Ehepaar dar, bei dem der hier gezeigte Ehemann klassischerweise die ranghöhere, heraldisch rechte Seite (vom Bild aus betrachtet) einnimmt. Das Signet in Form einer geflügelten Schlange mit einem Ring im Maul kommt auf zahlreichen Werken Cranachs d.Ä. vor und wurde dann auch vom jüngeren Cranach, dem sich die Bildnisse zweifelsfrei zuweisen lassen, übernommen: Wie die jeweils darüberstehenden Datierungen verraten, sind sie 1564 entstanden, als die florierende Wittenberger Werkstatt des 1553 verstorbenen Vaters längst an den Sohn übergegangen war. Obgleich das Bildnis recht schlicht konzipiert ist, hat der Maler den (tatsächlichen oder erhofften) hohen Rang seines Modelles geschickt in Szene gesetzt. Der bis zur Hüfte Dargestellte sitzt leicht nach rechts gewendet vor einem grauen Hintergrund, sein ruhiger Blick ist dabei auf den Betrachter gerichtet. Seine Armhaltung erinnert an die sogenannte Akimbo-Pose, bei der die Arme lässig in die Seiten gestemmt werden, was von Selbstbewusstsein und gesellschaftlicher Macht zeugt. In dieses Bild fügt sich auch der Dolch ein, dessen kunstvoll verzierte Scheide der Mann mit seiner rechten Hand umfasst. Winzig klein sind darauf zwei antikisch anmutende, lorbeerbekränzte Köpfe wiedergegeben, die zum einen Heroentum symbolisieren und zum anderen den Gedanken des Doppelbildnisses aufnehmen. Vom Wohlstand des Porträtierten (und vom Können Cranachs) zeugt auch die Darstellung der Kleidung mit dem seidig glänzenden, fein gemusterten schwarzen Wams und den Spitzen an Kragen und Manschetten. Das mit Quasten versehene, gemusterte Taschentuch in der Linken galt nicht nur als modisches Accessoire, sondern war auch das Zeichen eines Edelmannes. Leider konnten weder der Siegelring am linken Zeigefinger noch das in Röntgenaufnahmen sichtbare Wappen hinter der Draperie bislang Aufschluss über seine Identität geben. Auch zu welchem Zeitpunkt das Wappen übermalt wurde, lässt sich nicht sicher sagen. (Isabella Sturm, 21.6.2021)
Künstler/in:
Lucas Cranach d. J. (1515 Wittenberg - 1586 Weimar) DNBarrow_outward
Zeit:
1564 datiert
Objektbezeichnung
Gemälde
Kultur
Deutsch
Material/Technik:
Lindenholz
Maße:
Bildmaß: 84,35 × 63,5 × 2,8 cm
Rahmenmaße: 109 × 88,5 × 5 cm
Signatur
Bez. links unten mit der Schlange mit geschwungenen Flügeln, dat. 1564
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Gemäldegalerie
Inv. Nr.
Gemäldegalerie, 885
Provenienz
Slg. Leopold Wilhelm
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