Im Zentrum steht die Rolle des Harnisches als Ausrüstung für Turnier und Feld sowie als Mittel höfischer Repräsentation und Diplomatie. Das Projekt analysiert erstmals systematisch und in gezielter Zusammenschau eine Vielzahl unterschiedlicher Quellen: archivalische Dokumente (sowohl bereits bekannte als auch neu erschlossene), bildliche Darstellungen aus den Gedächtniswerken Maximilians I. (etwa Freydal) sowie erhaltene Plattnerarbeiten. Die gesamte Bandbreite der Harnischaufträge – von militärischer Massenware bis hin zu luxuriösen Einzelanfertigungen – wird dabei in einen breiten soziokulturellen und geopolitischen Kontext eingebettet, wodurch deren Komplexität deutlich wird.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Produktion und Verwaltung von Waffen unter Maximilian I. Seine illustrierten Waffenkataloge – das Zeugbuch der Grafschaft Tirol, das Zeugbuch der österreichischen Länder und das Zeugbuch der Vorlande – geben einzigartige Einblicke in das Zeugwesen seiner Zeit. Die kunsthistorische Analyse dieser reich illustrierten Pergamenthandschriften sowie der darin dargestellten Waffen soll Maximilians Strategien der Selbstinszenierung als Kriegsherr und Herrscher beleuchten.
Insgesamt zeichnet das Projekt somit auch die persönlichen Netzwerke nach, die die Kultur von Waffen und Rüstungen im Umfeld Maximilians geprägt haben, und beleuchtet dabei die Interaktionen zwischen dem Kaiser und einer Vielzahl unterschiedlicher Akteure, darunter Empfänger von Rüstungsgeschenken, Turnierteilnehmer, Künstler, Plattner und Hofbeamte.
Armouring Maximilian ist ein Teilprojekt des durch den FWF für eine erste Förderperiode von vier Jahren mit über 4 Mio. EUR finanzierten SFB-Projektes Managing Maximilian (Akronym: ManMAX). ManMAX verbindet acht Teilprojekte an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der Universität Wien, der Universität Graz, der Albertina und am Kunsthistorischen Museum. Alle Teilprojekte werden zu einer neuen prosopographischen Datenbank beitragen, die sich den Personen am und um den Hof Kaiser Maximilians I. widmet.
Projektleitung
Dr. Thomas Kuster
Projektmitarbeit
- Alexandra Burger BA MA (40 Std.)
- Sarah Deichstetter BA BA MA (10 Std.)
- Andrea Singh Bottanova MA (8 Std.)
- Dr. Stella Wisgrill (40 St., ab März 2026)
- Reinhard Dobrezberger BA MA (20 St., ab März 2026)
Projektlaufzeit
2023 – 2027
Teilprojekt 02 von
Managing Maximilian (1493-1519) – Persona, Politics, and Personnel through the Lens of Digital Prosopography (Acronym: ManMAX), SFB F9200, Projektkoordinator: PD Dr. Andreas Zajic, MAS.



