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Krug der sogenannten Trionfi-Garnitur

um 1601/02, Künstler: Christoph Jamnitzer

 

 

Krug der sogenannten Trionfi-Garnitur

Die Prunkkanne und das Prunkbecken bilden zusammen eine Garnitur, die als reines Schaustück zu den Frankfurter Krönungszeremonien mitgenommen wurde, obgleich sie für Waschungen untauglich war. Ihre ikonographische Vorlage bildeten die Trionfi des Petrarca, wobei auf dem Becken der Triumphzug Amors wiedergegeben ist. Auf der Kanne setzt die Trionfi-Folge fort mit dem Triumph der Keuschheit über die Liebe (Einhörner), des Todes über die Keuschheit (Büffel), des Ruhmes über den Tod (Elefanten), der Zeit über den Ruhm (Hirsche), der Ewigkeit über die Zeit. Letzterer Triumph der Göttlichkeit weicht von Petrarcas Text ab, weil er nicht christliche, sondern pagane Motive bringt. Im Bild einer olympischen Götterversammlung ist in komprimierter Form ein mythologisches, emblematisch verschlüsseltes Programm dargestellt: Psyches Aufnahme in den Olymp als Gleichnis für die Unsterblichkeit der Seele, die Grazien als Metapher der Gnade Gottes und das Emblem der "Fata Homerica" bzw. "Pforten des Jupiter", worin in den Gefäßen, gefüllt mit dem Guten und dem Bösen, das Schicksal Gestalt annimmt. Obenauf eine Venus auf dem Schwan als Sinnbild der himmlischen Liebe. Christoph Jamnitzer, aus großer Familientradition hervorgewachsen und durch sein Italienerlebnis geprägt, ist zu Beginn des 17. Jhs. als Goldschmied, Zeichner, Entwerfer der Rathausskulpturen, Stecher und Verfasser des Neuw Grotteßken Buch die überragende Künstlerpersönlichkeit in Nürnberg.

Derzeit ausgestellt: Kunsthistorisches Museum Wien, Kunstkammer Wien Raum XXVII

Objektdaten

Objektbezeichnung

Gefäß; Krug

Kultur

Nürnberg

Datierung

um 1601/02

Künstler

Christoph Jamnitzer (Nürnberg 1563 - 1618 Nürnberg) - GND

Material/Technik

Silber, vergoldet, Email

Maße

H. 43,5 cm, B. 27,5 cm, T. 17,5 cm

Standfläche: 15,5 cm × 11,5 cm

Signatur

Cristofero Iamnizer fezit

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Kunstkammer

Inv. Nr.

Kunstkammer, 1128

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