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Tuchreliquiare
1518 datiert | Hans Krug d. J.
Mit der Verbringung der Reichskleinodien nach Nürnberg 1424 etablierte sich dort eine jährlich abgehaltene öffentliche Vorführung der Insignien und Reliquien. Bei dieser so genannten Heiltumsweisung präsentierten Geistliche von einem Gerüst aus neben den Reichsinsignien als Reliquien Karls des Großen auch verschiedene Apostel-, Heiligen- und Passionsreliquien. Zu letzteren gehörten ab spätestens 1459 auch die beiden Tuchfragmente, die als ein Teil vom Tischtuch des letzten Abendmahls sowie als ein Stück von der bei der Fußwaschung getragenen Schürze Christi galten und für die der Rat der Stadt Nürnberg 1518 zwei gleich gebildete Reliquiare anfertigen ließ. Auf der Innenseite des jeweiligen Fußes sind als Auftraggeber Anton Tucher, Hieronymus Ebner und Martin Geuder genannt, die im Auftrag der Stadt Nürnberg das ehrenvolle Amt, die Schlüssel zu dem vielfach versperrten Heiltumschatz zu verwahren, inne hatten. Das Schaugefäß flankieren jeweils die beiden Nürnberger Stadtheiligen Sebald und Lorenz. Das Beschauzeichen auf den Standflächen belegt die Entstehung der beiden Reliquiare in Nürnberg. Eine Notiz in den Stadtrechnungen verweist zudem auf den Zusammenhang mit einer der bedeutendsten Nürnberger Werkstätten dieser Zeit, nämlich jener der Familie Krug, und man denkt daher an Hans Krug d. J. als ausführenden Meister. In einer für die Epoche Albrecht Dürers charakteristischen Weise verbinden sich in Aufbau und Detail traditionell-spätgotische Elemente mit der neuen Formensprache der Renaissance. Letztere zeigt sich besonders am gravierten Dekor und an den drei lebhaft bewegten, puttoartigen Knaben, die den Rundbogen bekrönen. An den Rückseiten der Schaugefäße verweisen gravierte Szenen des Letzten Abendmahls bzw. der Fußwaschung auf die darin verwahrten Reliquien. Für die beiden Behältnisse haben sich auch die Lederfutterale erhalten.

Mit der Verbringung der Reichskleinodien nach Nürnberg 1424 etablierte sich dort eine jährlich abgehaltene öffentliche Vorführung der Insignien und Reliquien. Bei dieser so genannten Heiltumsweisung präsentierten Geistliche von einem Gerüst aus neben den Reichsinsignien als Reliquien Karls des Großen auch verschiedene Apostel-, Heiligen- und Passionsreliquien. Zu letzteren gehörten ab spätestens 1459 auch die beiden Tuchfragmente, die als ein Teil vom Tischtuch des letzten Abendmahls sowie als ein Stück von der bei der Fußwaschung getragenen Schürze Christi galten und für die der Rat der Stadt Nürnberg 1518 zwei gleich gebildete Reliquiare anfertigen ließ. Auf der Innenseite des jeweiligen Fußes sind als Auftraggeber Anton Tucher, Hieronymus Ebner und Martin Geuder genannt, die im Auftrag der Stadt Nürnberg das ehrenvolle Amt, die Schlüssel zu dem vielfach versperrten Heiltumschatz zu verwahren, inne hatten. Das Schaugefäß flankieren jeweils die beiden Nürnberger Stadtheiligen Sebald und Lorenz. Das Beschauzeichen auf den Standflächen belegt die Entstehung der beiden Reliquiare in Nürnberg. Eine Notiz in den Stadtrechnungen verweist zudem auf den Zusammenhang mit einer der bedeutendsten Nürnberger Werkstätten dieser Zeit, nämlich jener der Familie Krug, und man denkt daher an Hans Krug d. J. als ausführenden Meister. In einer für die Epoche Albrecht Dürers charakteristischen Weise verbinden sich in Aufbau und Detail traditionell-spätgotische Elemente mit der neuen Formensprache der Renaissance. Letztere zeigt sich besonders am gravierten Dekor und an den drei lebhaft bewegten, puttoartigen Knaben, die den Rundbogen bekrönen. An den Rückseiten der Schaugefäße verweisen gravierte Szenen des Letzten Abendmahls bzw. der Fußwaschung auf die darin verwahrten Reliquien. Für die beiden Behältnisse haben sich auch die Lederfutterale erhalten.
Künstler/in:
Hans Krug d. J. (?) (um 1485 Nürnberg - 1528 Kremnitz) DNBarrow_outward
Zeit:
1518 datiert
Objektbezeichnung
Reliquiar
Kultur
Nürnberg
Material/Technik:
Silber, vergoldet, Edelsteine, Perlen
Maße:
H. 55,9 cm
Beschriftung
"+ ANNO 1518 HER ANTHONI TVCHER HER IERONIMVS EBNER VN(D) HER MERTENI GEVDER DER ZEIT LOSSVNGER VND OBERSTE HOVBTLEVT"
Stempel / Zeichen
Nürnberger Beschau
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Weltliche Schatzkammer
Inv. Nr.
Schatzkammer, WS XIII 22 und WS XIII 23
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