Der Riese Bartlmä Bona mit dem Zwerg Thomele

Ende 16. Jahrhundert, Zugeschrieben an: Deutsch

 

 

Der Riese Bartlmä Bona mit dem Zwerg Thomele

Im Ambraser Kunstkammer-Inventar von 1621 wird das Porträt als "Person in Ainem Rothen Klaid, und schwar:zen Mantl, darbey das Thomele Zwer:gen Figur" beschrieben. Erzherzog Ferdinands Hofzwerg Thomele, von dem sich ursprünglich drei weitere Einzelporträts in der Kunstkammer befanden, sprang auf der Münchner Hochzeit 1568 beim Mittagsmahl zur Belustigung der Gäste aus einer Pastete. Da bei einigen Kunstkammer-Porträts ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass es sich dabei um eine Darstellung in Lebensgröße handelt, ist dies auch beim vorliegenden Bildnis zu vermuten. Thomele misst auf dem Bild ca. 65 cm, was in etwa der von Massimo Troiano in seiner Beschreibung der Münchner Hochzeit angegebenen Größe des Zwerges entspricht. Zudem bezeichnet ihn Troiano als erst Sechsjährigen, womit sich die kindliche Physiognomie des Dargestellten erklärt. Die Identität des Riesen ist nicht eindeutig bestimmbar. Er misst auf dem Porträt etwa 240 cm - eine gewaltige Statur, die zu Bartlmä Bon passt, dessen Harnisch in der Rüstkammer von Schloss Ambras ausgestellt ist. Bartlmä Bon stammte aus Riva del Garda im Trentino und hatte beim Wiener Turnier von 1560 einen großen Auftritt; ein Aufenthalt in Ambras ist jedoch nicht nachweisbar. Denkbar wäre allerdings, dass Erzherzog Ferdinand II. ein Gemälde in Auftrag gab, auf dem der größte und der kleinste ihm bekannte Mann dargestellt werden sollten. Ferdinand II. und die bayerischen Herzöge schenkten einander des Öfteren Kopien aus ihren Bildersammlungen. Das Münchner Kunstkammer- Inventar enthält einen Eintrag, der eine Kopie des vorliegenden Bildes beschreiben könnte; er lautet: "Ein gar große dafel, darinnen der groß Mann Anthoni Francopan, bei seinen füeßen ein zwergl gehaißen Thomänl, so bei Erzherzog Ferdinand von Österreich etc. zu Insprug gewesen". Der Name von Anthoni Francopan scheint in der Umgebung Erzherzog Ferdinands II. jedoch nicht auf. Da Riesen sehr selten vorkamen, könnte es sich um eine Verballhornung des Namens Bon zu Pan handeln. Bartlmä Bon wurde verschiedentlich auch als Giovanni Bona bezeichnet; vielleicht war er in München unter dem Namen Anthoni Franco Pan bekannt.

Derzeit nicht ausgestellt.

Objektdaten

Objektbezeichnung

Gemälde

Kultur

Deutsch

Datierung

Ende 16. Jahrhundert

Zugeschrieben an

Künstler

Material/Technik

Leinwand

Maße

Bildmaß: 266,8 cm × 162,5 cm × 3,8 cm

Rahmenmaße: 282,5 cm × 179 cm × 6,5 cm

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie

Inv. Nr.

Gemäldegalerie, 8299

Provenienz

1621 in Ambras nachweisbar;

Abbildung/Person

Bartlmä Bon (aus Riva bei Trient in Italien)

Kunst & Patenschaft

Viele unserer Objekte sind auf der Suche nach Paten. Mit einer Kunstpatenschaft tragen Sie dazu bei, die Schätze der Kunstgeschichte für die Zukunft zu bewahren.
Als Kunstpate fördern Sie mit Ihrer Spende direkt und nachhaltig die wissenschaftliche Dokumentation, Erforschung, Restaurierung und Präsentation der Kunstbestände des Kunsthistorischen Museums Wien.

Werden Sie Kunstpate