Schild: Rundschild aus einem all'antica ensemble mit Sturmhaube

um 1560, Besitzer: Erzherzog Ferdinand II. Sohn des Ferdinand I. von Habsburg Österreich, Landesherr von Tirol

 

 

Rundschild aus einem all'antica ensemble mit Sturmhaube

Ein reich goldtauschiertes Rahmenwerk gliedert die Schildfläche in drei Kreisflächen. Im Zentrum ist Herkules im Ringkampf mit Antäus zu sehen. Die folgenden Felder des zweiten Kreises sind mit pflanzlichen und figürlichen Grotesken, einer Medusa, Fabelwesen und Putti gefüllt. Den breiten Rand bilden vier große Ovalmedaillons und kleinere, reich mit Tropheos gefüllte Felder.In den Ovalen enthauptet oben David den liegenden Goliath. Im nächsten Oval bezwingt Samson den Löwen. Die Szene des unteren Medaillons zeigt den schlafenden Herkules hinter dem, zwischen Bäumen, Cacus ein Rind wegführt. Im letzten Medaillon erschlägt Herkules Busiris mit seiner Keule. Auch hier erhebt sich im Hintergrund eine große Stadtansicht. Einzigartig ist die Innenseite des Schildes. Die ganze Fläche aus rotem Atlas ist in Goldfäden mit Mauresken und einem Rahmenwerk bestickt. Am äußeren Rand finden sich vier von Kartuschen gerahmte Ovale mit farbiger Seidenmalerei, die folgende Taten des Herkules zeigen: Herkules tötet den Kentauren Nessus; in der nächsten Szene kämpft er mit der Hydra von Lerna. Das folgende Bild zeigt den Kentauren Nessus, der Dejanira entführt; links dahinter der wütende Herkules. In der vierten Szene bändigt Herkules den dreiköpfigen Höllenhund Zerberus. Zwischen diesen Medaillons befinden sich vier Kartuschen in denen je zwei mit Waffen spielende Putti dargestellt sind. Die Stickereien stammen möglicherweise von der aus aus Mailand gebürtigen Catarina Leuca, geborenen Cantona, die nachweislich auch für Catarina Michaela, Herzogin von Savoyen, und eine Tochter König Philipps II. von Spanien gearbeitet hat.

Derzeit nicht ausgestellt.

Objektdaten

Objektbezeichnung

Schild

Kultur

Mailand

Datierung

um 1560

Material/Technik

Eisen getrieben und ziseliert, teilweise gebläut, teilweise brüniert. Mit Drähten und Folien aus Silber und Gold tauschiert. Rückseite : Gold-, Seiden- und plastische Stickerei auf rotem Atlasgrund.

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer

Inv. Nr.

Hofjagd- und Rüstkammer, A 802a

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