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Gewehr: Kurze Radschlossbüchse mit Rauchfang

datiert 1638, Besitzer: Kaiser Ferdinand III. Sohn des Ferdinand II. von Habsburg Österreich

 

 

Kurze Radschlossbüchse mit Rauchfang

Bei dem Büchsenmacher, der den Lauf mit 1638 datierte und mit seinem Monogramm "H. F." versah, handelt es sich um den bedeutenden Wiener Meister Hans Faschang. Er war für derartige Sonderkonstruktionen bekannt. Der Schlossmechanismus wird von außen nicht sichtbar, das Rad ist mit einer durchbrochenen Decke versehen. Über dem Hahn befindet sich ein umlegbarer, vierkantiger Rauchfang. Faschang arbeitete in mehreren Fällen mit einem bis heute namentlich nicht identifizierten Schäfter zusammen, der die Schäfte mit lebhaft verschlungenen, in kleinen Tierköpfen endenden Blattranken beschnitzte und daher "Meister der Tierkopfranke" genannt wird. Auf dem dunklen Nussholzschaft der vorliegenden Radschlossbüchse finden sich zwischen den Ranken Greife, laufende Hunde und Löwen; auf der Wangenseite ist ein Doppeladler mit einem blanken Herzschild aus Perlmutt zu sehen, der Schwert und Zepter in den Fängen hält. Beim Abfeuern eines Radschlossgewehres entstand durch das in der Pfanne abbrennende Zündkraut eine beißende Rauchwolke, die namentlich bei Gegenwind sehr störend sein konnte. Nun hatte Kaiser Ferdinand III., wie seine Porträts beweisen, kranke und offensichtlich sehr empfindliche Augen, er war aber ein leidenschaftlicher Jäger. Man erfand daher Gewehre wie das vorliegende mit einem kleinen Rauchfang über dem Radschlosshahn, der den Rauch sammelte und erst über der Augenhöhe des Schützen freigab.

Derzeit ausgestellt: Neue Burg, Hofjagd- und Rüstkammer Galerie C

Objektdaten

Objektbezeichnung

Gewehr

Kultur

Wien

Datierung

datiert 1638

Hersteller/in

Hans Faschang , (Büchsenmacher) (1631 - 1647, tätig in Wien)

Meister der Tierkopfranke , (Büchsenschäfter) (um 1630 bis 1660 tätig, Wien)

Material/Technik

Blankes Eisen, gebläutes Eisen, durchbrochen, Nußbaumholz, Bein

Beschriftung

Kolbenanschlagseite: Doppeladler in Perlmutter

Stempel / Zeichen

Hans Faschang
Schaft: Meister der Tierkopfranke

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer

Inv. Nr.

Hofjagd- und Rüstkammer, D 103

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