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Zwei Reliquienmonstranzen
um 1620 | Ottavio Miseroni
Diese beiden Reliquienmonstranzen wurden um 1620 in Erfüllung des Vermächtnisses der Kaiserin Anna bei Ottavio Miseroni in Prag ausgeführt. In ihrem Testament vom 10. November 1618 hatte die fromme Kaiserin verfügt, dass die beiden Monstranzen für ihre Begräbnisstätte, das Kapuzinerkloster am Neuen Markt in Wien, angefertigt werden sollten. Die aus verschiedenen Edelsteinen aufgebauten Monstranzen stehen jeweils auf einem hohen Fuß aus Kräuterachat. Volutenkästen aus vergoldetem Silber, in die rosafarbener Achat eingesetzt ist, tragen die Retabel. Zwei Säulen aus Heliotrop mit Kapitellen und Basen aus Jaspis stützen jeweils einen Giebel, der von zwei Voluten aus Achat abgeschlossen wird. In die Giebelmitte sind von Diamanten gesäumte Kameen eingesetzt, die Maria (Inv.-Nr. SK_GS_Kap_219) bzw. Christus (Inv.-Nr. SK_GS_Kap_220) im Profil zeigen. Flankiert werden diese Bildnisse von Vasen aus Lapislazuli mit Diamantblumen, die auf den vergoldeten Gesimsen stehen. Die zentralen Darstellungen zeigen zum einen Maria mit dem Kind (SK_GS_Kap_219) sowie zum andern die hl. Anna mit Maria und dem Jesuskind (hl. Anna Selbdritt, SK_GS_Kap_220). Dabei sind die Figuren aus verschiedenfarbigen geschnittenen Steinen in der Art von Kameen im Relief zusammengesetzt. Diese zu Beginn des 17. Jahrhunderts neuartige Technik, für die der Begriff Reliefcommesso eingeführt wurde, gilt als Erfindung des Ottavio Miseroni; seine Signatur findet sich auch auf beiden Commessi. Der kaiserliche Edelsteinschneider schuf die beiden kostbaren Steinschneidearbeiten als bildliche Gehäuse für die Reliquien, die jeweils hinter einem Schaufenster unterhalb der Commessi sichtbar werden. Den beigegebenen Beschriftungszetteln zufolge handelt es sich dabei um ein Stück "von unnser liewen frauen Hemet" (SK_GS_Kap_219) und um Reliquien der Namenspatronin der Kaiserin, der hl. Anna (SK_GS_Kap_220). Die Reliquien sind reich mit Perlen und Goldemail gefasst, die Vorderseiten der Reliquiare sind darüber hinaus mit Goldemail, einzeln gefassten Diamanten, Rubinen und Perlen geschmückt. Beide Monstranzen wurden ehemals von einem diamantbesetzten Kreuz bekrönt, beim Marienreliquiar fehlt dieses heute.



Diese beiden Reliquienmonstranzen wurden um 1620 in Erfüllung des Vermächtnisses der Kaiserin Anna bei Ottavio Miseroni in Prag ausgeführt. In ihrem Testament vom 10. November 1618 hatte die fromme Kaiserin verfügt, dass die beiden Monstranzen für ihre Begräbnisstätte, das Kapuzinerkloster am Neuen Markt in Wien, angefertigt werden sollten. Die aus verschiedenen Edelsteinen aufgebauten Monstranzen stehen jeweils auf einem hohen Fuß aus Kräuterachat. Volutenkästen aus vergoldetem Silber, in die rosafarbener Achat eingesetzt ist, tragen die Retabel. Zwei Säulen aus Heliotrop mit Kapitellen und Basen aus Jaspis stützen jeweils einen Giebel, der von zwei Voluten aus Achat abgeschlossen wird. In die Giebelmitte sind von Diamanten gesäumte Kameen eingesetzt, die Maria (Inv.-Nr. SK_GS_Kap_219) bzw. Christus (Inv.-Nr. SK_GS_Kap_220) im Profil zeigen. Flankiert werden diese Bildnisse von Vasen aus Lapislazuli mit Diamantblumen, die auf den vergoldeten Gesimsen stehen. Die zentralen Darstellungen zeigen zum einen Maria mit dem Kind (SK_GS_Kap_219) sowie zum andern die hl. Anna mit Maria und dem Jesuskind (hl. Anna Selbdritt, SK_GS_Kap_220). Dabei sind die Figuren aus verschiedenfarbigen geschnittenen Steinen in der Art von Kameen im Relief zusammengesetzt. Diese zu Beginn des 17. Jahrhunderts neuartige Technik, für die der Begriff Reliefcommesso eingeführt wurde, gilt als Erfindung des Ottavio Miseroni; seine Signatur findet sich auch auf beiden Commessi. Der kaiserliche Edelsteinschneider schuf die beiden kostbaren Steinschneidearbeiten als bildliche Gehäuse für die Reliquien, die jeweils hinter einem Schaufenster unterhalb der Commessi sichtbar werden. Den beigegebenen Beschriftungszetteln zufolge handelt es sich dabei um ein Stück "von unnser liewen frauen Hemet" (SK_GS_Kap_219) und um Reliquien der Namenspatronin der Kaiserin, der hl. Anna (SK_GS_Kap_220). Die Reliquien sind reich mit Perlen und Goldemail gefasst, die Vorderseiten der Reliquiare sind darüber hinaus mit Goldemail, einzeln gefassten Diamanten, Rubinen und Perlen geschmückt. Beide Monstranzen wurden ehemals von einem diamantbesetzten Kreuz bekrönt, beim Marienreliquiar fehlt dieses heute.
Künstler/in:
Ottavio Miseroni (1567 Mailand - 1624 Prag) DNBarrow_outward
Zeit:
um 1620
Objektbezeichnung
Reliquiar; Altärchen; Andachtsbild; Commesso in pietro dure
Kultur
Prag
Material/Technik:
Chalzedon, Jaspis, Achat, Karneol, Bergkristall, Lapislazuli, Diamanten, Rubine, Perlen, Goldemail, Silber, vergoldet / Reliefcommesso
Maße:
H. 30 bzw. 33,5 cm, B. je 19 cm, T. je 7,9 cm
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Geistliche Schatzkammer
Inv. Nr.
Schatzkammer, GS Kap 219 und GS Kap 220
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