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Rapier
um 1550/1555 | Diamanus da Nerve(n)
Ein Rapier ist eine Form des Degens, also eine Waffe mit gerader Klinge, die schlanker gebildet ist als bei einem Schwert. Er ist zum Fechten vorgesehen. Je länger und schmaler die Klinge im Laufe der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde, desto mehr stand bei seiner Verwendung der Stoß und weniger der Hieb im Vordergrund.
Dieser aufwendig dekorierte Rapier ist das einzige bekannte Werk des Schwertdekorateurs Damianus de Nerve. Keine weiterführenden biografischen Daten zu diesem Künstler sind bekannt. Einzig die Signatur auf diesem Werk an den Schmalseiten des Ricasso, also dem ungeschliffen belassenen Bereich am Klingenansatz, verweist auf ihn: »DAMIANVS DE NERVĒ / ME FECIT«. Aufgrund des Kürzungszeichen über dem »E« wäre der Name eventuell als »de Nerven« aufzulösen.
Der Stil der Dekoration des Schwertes ist nahezu identisch mit jenem der Werke des spanischen Schwertschmiedes und Tauschierers Diego de Çaias, von dem mehrere Werke erhalten sind, etwa in New York, Dresden und Paris. Diese stilistische Nähe würde eine engere Verbindung dieser beiden Künstler nahelegen, wohl mit de Çaias als Lehrer und de Nerve als Schüler/Mitarbeiter. De Çaias stand 1535 bis 1542 in Diensten des französischen, dann bis zumindest 1549 in jenen des englischen Hofes. In den 1550er Jahren arbeitete er möglicherweise in Antwerpen.
Das Gefäß des Wiener Rapiers ist aus Eisen gefertigt und gemeinsam mit dem Ricasso (dem ungeschliffenen Teil der Klinge) reich in Gold und Silber tauschiert. Zu sehen sind unter anderem Herkules und Zerberus, Gideon mit dem Vlies, Mucius Scaevola sowie Kampf- und Jagdszenen und Wellenranken. Es zeigt eine der zahlreichen Varianten des frühen Fechtgefäßes aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, die der Hand noch keinen vollen Schutz boten. Es besteht aus Knauf, Griff und Parierstange sowie einem Faustbügel, einem Paar Fingerbügel (entlang des Ricassos) und einem Parierbügel (am Klingenansatz).

Ein Rapier ist eine Form des Degens, also eine Waffe mit gerader Klinge, die schlanker gebildet ist als bei einem Schwert. Er ist zum Fechten vorgesehen. Je länger und schmaler die Klinge im Laufe der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde, desto mehr stand bei seiner Verwendung der Stoß und weniger der Hieb im Vordergrund.
Dieser aufwendig dekorierte Rapier ist das einzige bekannte Werk des Schwertdekorateurs Damianus de Nerve. Keine weiterführenden biografischen Daten zu diesem Künstler sind bekannt. Einzig die Signatur auf diesem Werk an den Schmalseiten des Ricasso, also dem ungeschliffen belassenen Bereich am Klingenansatz, verweist auf ihn: »DAMIANVS DE NERVĒ / ME FECIT«. Aufgrund des Kürzungszeichen über dem »E« wäre der Name eventuell als »de Nerven« aufzulösen.
Der Stil der Dekoration des Schwertes ist nahezu identisch mit jenem der Werke des spanischen Schwertschmiedes und Tauschierers Diego de Çaias, von dem mehrere Werke erhalten sind, etwa in New York, Dresden und Paris. Diese stilistische Nähe würde eine engere Verbindung dieser beiden Künstler nahelegen, wohl mit de Çaias als Lehrer und de Nerve als Schüler/Mitarbeiter. De Çaias stand 1535 bis 1542 in Diensten des französischen, dann bis zumindest 1549 in jenen des englischen Hofes. In den 1550er Jahren arbeitete er möglicherweise in Antwerpen.
Das Gefäß des Wiener Rapiers ist aus Eisen gefertigt und gemeinsam mit dem Ricasso (dem ungeschliffenen Teil der Klinge) reich in Gold und Silber tauschiert. Zu sehen sind unter anderem Herkules und Zerberus, Gideon mit dem Vlies, Mucius Scaevola sowie Kampf- und Jagdszenen und Wellenranken. Es zeigt eine der zahlreichen Varianten des frühen Fechtgefäßes aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, die der Hand noch keinen vollen Schutz boten. Es besteht aus Knauf, Griff und Parierstange sowie einem Faustbügel, einem Paar Fingerbügel (entlang des Ricassos) und einem Parierbügel (am Klingenansatz).
Künstler/in:
Diamanus da Nerve(n) , (Tauscheur) (tätig Mitte 16. Jahrhundert, Westeuropa (Antwerpen?))
Zeit:
um 1550/1555
Objektbezeichnung
Rapier
Kultur
Französisch oder niederländisch (?)
Material/Technik:
Klinge: Eisen, geschmiedet. Parierstang, Griff, Knauf, Schutzbügel: Eisen, geschmiedet, teils geschwärzt, teils mit Gold und Silber tauschiert.
Maße:
L 114,6 cm x B 21,5 cm x T 6,3 cm
Gewicht: 1,15 kg
Signatur
an der Schmalseite des Verstärkungstsücks: auf einer Seite DAMIANVS*DE* NERVĒ auf der anderen ME+ FECIT. (Damianus de nerve me fecit)
Stempel / Zeichen
Klinge: am Verstärkungsstück beidseitig tief eingeschlagen Mailänder Marke, das Kreuz, sowie ein weiteres Zeichen, ein Schild mit Bündel
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, A 586
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