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Radschlossbüchse
frühes 17. Jahrhundert | Rudolf II. (1576-1612), Kaiser, römischer König ab 1575, König von Ungarn ab 1572, von Böhmen se
Diese Radschlossbüchse stammt aus dem Wiener kaiserlichen Zeughaus und gelangte mit dessen Räumung 1856 in die Hofwaffensammlung im heutigen Arsenal. 1868 wurde sie in die Hofgewehrkammer übertragen, wo sie unter Nr. 236 inventarisiert war: »Eine prachtvolle Jagdbüchse mit Radschloß. … Das Schloß hat 2 Hahnen, welche vergoldet und schön verschnitten sind. … Der Schaft ist ganz mit Elfenbein fourniert und nur die Kanten und Arabesken sind mit Holz ausgelegt. … Aus der Zeit Rudolf II.«
Die eisernen Teile dieser Büchse lassen sich dem in Prag und München tätigen Eisenschneider Daniel Sadeler (vgl. Nrn. 80, 81) zuschreiben. Die Fassung stammt von dem in München arbeitenden Büchsenschäfter Hieronymus Borstorffer d. Ä.; sein Monogramm »HB« findet sich hinter der Schwanzschraube (Verschluss am hinteren Ende des Laufs). Borstorffer ist 1596 als Geselle belegt, wurde 1598 Meister und diente dann vor allem dem herzoglichen Hof in München. Sein Sohn Hieronymus d. J. arbeitete mit ihm, seine Witwe führte die Werkstatt bis 1665 weiter.
Borstorffer verzichtete bei der vorliegenden Büchse – wie bei einer Reihe weiterer Werke – auf den zu jener Zeit üblichen detailreichen gravierten Dekor. Stattdessen schuf er eine durch ihre schlichte Eleganz bestechende Schäftung. Er belegte die Waffe mit weißen Beinplatten, nur die vereinzelten Arabesken und die Randlinien sind in Ebenholz ausgeführt.
Demgegenüber sind der Lauf und das Schloss der Büchse überreich verziert. Zu sehen sind Blattranken, Fruchtgirlanden, Tritonen im Kampf mit Seeungeheuern etc. Die beiden Hähne des Schlosses enden in drachenartigen Köpfen. Wie für das Werk Sadelers charakteristisch sind auch hier die erhaben gearbeiteten Verzierungen gebläut (zum Teil überschliffen) und der Hintergrund vergoldet.

Diese Radschlossbüchse stammt aus dem Wiener kaiserlichen Zeughaus und gelangte mit dessen Räumung 1856 in die Hofwaffensammlung im heutigen Arsenal. 1868 wurde sie in die Hofgewehrkammer übertragen, wo sie unter Nr. 236 inventarisiert war: »Eine prachtvolle Jagdbüchse mit Radschloß. … Das Schloß hat 2 Hahnen, welche vergoldet und schön verschnitten sind. … Der Schaft ist ganz mit Elfenbein fourniert und nur die Kanten und Arabesken sind mit Holz ausgelegt. … Aus der Zeit Rudolf II.«
Die eisernen Teile dieser Büchse lassen sich dem in Prag und München tätigen Eisenschneider Daniel Sadeler (vgl. Nrn. 80, 81) zuschreiben. Die Fassung stammt von dem in München arbeitenden Büchsenschäfter Hieronymus Borstorffer d. Ä.; sein Monogramm »HB« findet sich hinter der Schwanzschraube (Verschluss am hinteren Ende des Laufs). Borstorffer ist 1596 als Geselle belegt, wurde 1598 Meister und diente dann vor allem dem herzoglichen Hof in München. Sein Sohn Hieronymus d. J. arbeitete mit ihm, seine Witwe führte die Werkstatt bis 1665 weiter.
Borstorffer verzichtete bei der vorliegenden Büchse – wie bei einer Reihe weiterer Werke – auf den zu jener Zeit üblichen detailreichen gravierten Dekor. Stattdessen schuf er eine durch ihre schlichte Eleganz bestechende Schäftung. Er belegte die Waffe mit weißen Beinplatten, nur die vereinzelten Arabesken und die Randlinien sind in Ebenholz ausgeführt.
Demgegenüber sind der Lauf und das Schloss der Büchse überreich verziert. Zu sehen sind Blattranken, Fruchtgirlanden, Tritonen im Kampf mit Seeungeheuern etc. Die beiden Hähne des Schlosses enden in drachenartigen Köpfen. Wie für das Werk Sadelers charakteristisch sind auch hier die erhaben gearbeiteten Verzierungen gebläut (zum Teil überschliffen) und der Hintergrund vergoldet.
Besitzer/in:
Rudolf II. (1576-1612), Kaiser, römischer König ab 1575, König von Ungarn ab 1572, von Böhmen se (1552 - 1612) DNBarrow_outward
Künstler/in:
Daniel Sadeler , (Eisenschneider) (vor 1602 Antwerpen - 1632 München, tätig in Prag und München) DNBarrow_outward
Zeit:
frühes 17. Jahrhundert
Objektbezeichnung
Radschlossbüchse
Kultur
Prag
Material/Technik:
Lauf: Eisen, geschmiedet, gezogen, teils geschnitten. teils vergoldet. Visier: Eisen, teils geschnitten, teils vergoldet. Korn: Silber. Hähne, sonstige Schlossteile, Abzugsbügel, Kolbenblech: Eisen, teils gegossen, teils geschnitten, teils vergoldet, teils gebläut. Schaft: Holz. Beinplatten, teils mit Einlegearbeiten aus Ebenholz. Schrauben: Eisen, vergoldet. Ladestock: Holz. Bein, teils graviert.
Maße:
L 115 cm
Gewicht: 3,00 kg
Stempel / Zeichen
ligiertes Monogramm "HB" hinter Schwanzschraube
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, D 86
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