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Orgelklavier
ca. 1785 | Frantz Xaver Christoph
Franz Xaver Christophs (1733-1793) Orgelklavier ist undatiert, dürfte allerdings um 1785 entstanden sein. Es ist somit das früheste in Wien gebaute Kombinationsinstrument dieser Art - weltweit vermutlich sogar das einzige in konzertfähigem Zustand. Die Stoßzungenmechanik des Tafelklaviers besitzt eine regulierbare Auslösung und ist als Prototyp der später in Wien beliebten sogenannten "halbenglischen Mechanik" anzusehen; die Dämpfungsaufhebung erfolgt über einen Registerzug, der seitlich von der Klaviatur angebracht ist. Es können daher zwei unterschiedliche Klangregister gewählt werden. Weitere Klangnuancen des Tafelklaviers sind durch den Einsatz des Moderators möglich. Das Orgelwerk wird über eine unter der Klaviatur befindliche Stechermechanik betätigt, wobei eine Besonderheit aller Kombinationsinstrumente darin liegt, dass durch die Modifikation des Anschlags entweder der Klang des Tafelklaviers oder derjenige der Orgel in den Vordergrund gerückt werden kann. Die Schleifen der vier Orgelregister sind geteilt, so dass Bass und Diskant getrennt geschaltet werden können. Ein Unikat stellt die Zungenstimme dar, die in 16' Lage steht. Obwohl es sich um das tiefste Register handelt, fügt sie dank des obertonreichen Spektrums dem Gesamtklang eine "Klangkrone" hinzu. Ursprünglich war auch ein Jalousieschweller vorhanden, der, zwischen Orgelwerk und Unterboden des Tafelklaviers angebracht, für eine dynamische Schattierung der Orgelregister sorgen sollte. (rh)





Franz Xaver Christophs (1733-1793) Orgelklavier ist undatiert, dürfte allerdings um 1785 entstanden sein. Es ist somit das früheste in Wien gebaute Kombinationsinstrument dieser Art - weltweit vermutlich sogar das einzige in konzertfähigem Zustand. Die Stoßzungenmechanik des Tafelklaviers besitzt eine regulierbare Auslösung und ist als Prototyp der später in Wien beliebten sogenannten "halbenglischen Mechanik" anzusehen; die Dämpfungsaufhebung erfolgt über einen Registerzug, der seitlich von der Klaviatur angebracht ist. Es können daher zwei unterschiedliche Klangregister gewählt werden. Weitere Klangnuancen des Tafelklaviers sind durch den Einsatz des Moderators möglich. Das Orgelwerk wird über eine unter der Klaviatur befindliche Stechermechanik betätigt, wobei eine Besonderheit aller Kombinationsinstrumente darin liegt, dass durch die Modifikation des Anschlags entweder der Klang des Tafelklaviers oder derjenige der Orgel in den Vordergrund gerückt werden kann. Die Schleifen der vier Orgelregister sind geteilt, so dass Bass und Diskant getrennt geschaltet werden können. Ein Unikat stellt die Zungenstimme dar, die in 16' Lage steht. Obwohl es sich um das tiefste Register handelt, fügt sie dank des obertonreichen Spektrums dem Gesamtklang eine "Klangkrone" hinzu. Ursprünglich war auch ein Jalousieschweller vorhanden, der, zwischen Orgelwerk und Unterboden des Tafelklaviers angebracht, für eine dynamische Schattierung der Orgelregister sorgen sollte. (rh)
Hersteller/in:
Frantz Xaver Christoph (1733 - 1793)
Zeit:
ca. 1785
Objektbezeichnung
Orgelklavier
Kultur
Österreich, Wien
Maße:
Hüllmaß: 1640 × 700 × 925 mm
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Sammlung alter Musikinstrumente
Inv. Nr.
Sammlung alter Musikinstrumente, 625
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