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Kompaß aus Gipsspat, Sonnenuhr, Uhr, wissenschaftliches Instrument, Meßgerät
datiert 1587
Im Nachlassinventar Erzherzog Ferdinands II. von 1596 wird auf fol. 365r "in ainem weissen trüchl ain gruebencompass von cristall" genannt. Der weiße Behälter hat sich zwar nicht erhalten, doch könnte es sich bei dem Kompass tatsächlich um den vorliegenden handeln, denn mit "cristall" ist wohl der kristalline Gipsspat gemeint, der häufig auch als Fraueneis oder Marienglas bezeichnet wird. Im Hochmittelalter wurde dieser transparente Stein gerne als Ersatz für Fensterglas verwendet. Der Kompass stellt insofern eine Besonderheit dar, als es sich hier um die seltene Verbindung eines technischen Gerätes mit einem Mineral als Trägermaterial handelt. Üblicherweise wurden wissenschaftliche Objekte in Messing, Elfenbein oder Holz gefertigt. In das Stück Gipsspat ist mittig ein Kompass eingelassen, dessen Nadel heute fehlt. Rundherum ist das Ziffernblatt einer Sonnenuhr eingelassen. Die Ziffern von eins bis zwölf sind abwechselnd in roter und weißer Farbe auf die rechte Seite des Ziffernblattes geschrieben und wiederholen sich auf der linken, sodass sich die 24 Stunden eines Kalendertages ergeben. Ein mehrfach gedrehtes Messingband begrenzt dieses Ziffernblatt. Darum herum wurde ein weiterer Ring mit einem zweiten, gleich lautenden Ziffernblatt gelegt. Die Sonnenuhr ist jedoch vermutlich unvollendet geblieben, denn für ihren Gebrauch wäre nicht nur der Kompass nötig, sondern auch ein so genannter Schattenspender, dessen Schattenwurf am Ziffernblatt die Uhrzeit angeben könnte. Auch ergäben die beiden Ziffernblätter nur dann einen Sinn, wenn sich eines davon drehen ließe. Das schwere und unhandliche Stück Gipsspat, das vermutlich bewusst roh belassen wurde, spricht ohnehin gegen eine Verwendung als wissenschaftlicher Gebrauchsgegenstand. Als Spielerei mit einem ungewöhnlichen Material dürfte es sich wohl eher um ein rein dekoratives Kunstkammerstück handeln.

Im Nachlassinventar Erzherzog Ferdinands II. von 1596 wird auf fol. 365r "in ainem weissen trüchl ain gruebencompass von cristall" genannt. Der weiße Behälter hat sich zwar nicht erhalten, doch könnte es sich bei dem Kompass tatsächlich um den vorliegenden handeln, denn mit "cristall" ist wohl der kristalline Gipsspat gemeint, der häufig auch als Fraueneis oder Marienglas bezeichnet wird. Im Hochmittelalter wurde dieser transparente Stein gerne als Ersatz für Fensterglas verwendet. Der Kompass stellt insofern eine Besonderheit dar, als es sich hier um die seltene Verbindung eines technischen Gerätes mit einem Mineral als Trägermaterial handelt. Üblicherweise wurden wissenschaftliche Objekte in Messing, Elfenbein oder Holz gefertigt. In das Stück Gipsspat ist mittig ein Kompass eingelassen, dessen Nadel heute fehlt. Rundherum ist das Ziffernblatt einer Sonnenuhr eingelassen. Die Ziffern von eins bis zwölf sind abwechselnd in roter und weißer Farbe auf die rechte Seite des Ziffernblattes geschrieben und wiederholen sich auf der linken, sodass sich die 24 Stunden eines Kalendertages ergeben. Ein mehrfach gedrehtes Messingband begrenzt dieses Ziffernblatt. Darum herum wurde ein weiterer Ring mit einem zweiten, gleich lautenden Ziffernblatt gelegt. Die Sonnenuhr ist jedoch vermutlich unvollendet geblieben, denn für ihren Gebrauch wäre nicht nur der Kompass nötig, sondern auch ein so genannter Schattenspender, dessen Schattenwurf am Ziffernblatt die Uhrzeit angeben könnte. Auch ergäben die beiden Ziffernblätter nur dann einen Sinn, wenn sich eines davon drehen ließe. Das schwere und unhandliche Stück Gipsspat, das vermutlich bewusst roh belassen wurde, spricht ohnehin gegen eine Verwendung als wissenschaftlicher Gebrauchsgegenstand. Als Spielerei mit einem ungewöhnlichen Material dürfte es sich wohl eher um ein rein dekoratives Kunstkammerstück handeln.
Zeit:
datiert 1587
Objektbezeichnung
Kompaß aus Gipsspat, Sonnenuhr, Uhr, wissenschaftliches Instrument, Meßgerät
Kultur
Deutsch (Alpenraum?)
Material/Technik:
Fraueneis (Gipsspat), Messing
Maße:
Kompass: Dm. 7 cm
Dm. ca. 17 cm
Bildrecht
Schloss Ambras Innsbruck
Inv. Nr.
Schloss Ambras Innsbruck, PA 960
Provenienz
aus der Ambraser Sammlung Erzherzog Ferdinands II., 1596 nachweisbar
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