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Kentaur mit Seeungeheuern, Fruchtkörbe und Weinranken
4. - 6. Jh. n. Chr.
Das schwarz gerahmte, quadratische Bildfeld (tabula) ist als Ziereinsatz in einen Leinenstoff mit langen Schlingen eingewirkt. Solche Stoffe sind als Hüllen für Kissen erklärbar, auf denen Kopf oder Füße des Verstorbenen gebettet wurden. Form und Motiv weisen auf eine Gruppe von Kissenhüllen, die wahrscheinlich aus Panopolis (heute Achmim) in Ägypten stammen, wie viele andere Textilien, die aus der Sammlung des Wiener Kaufmannes Theodor Graf (1840–1903) in europäische Museen gelangten. Die in Schwarz gehaltenen Motive aus dem Bereich mythischer Mischwesen werden medaillonartig durch schwarze Linien gefasst, die rankenartig die Felder miteinander verbinden. Das zentrale Bild zeigt einen Kentaur mit Mantel und geschulterter Keule, der über einen Schild läuft. In den Eckkreisen sind verschiedene Meeresungeheuer wiedergegeben: Seehund, -panther, -greif und -löwe. Schwarze Füllornamente, Blütenkörbe und aus den Ranken wachsende Zweige mit Weinlaub und Trauben beleben die Zwischenräume. Farbige Akzente sind mit rot, gelb und grün gesetzt.In Ägypten haben sich aus der Spätantike bis in frühislamische Zeit durch die besonderen klimatischen Umstände in der Wüste viele Textilien erhalten, die als „Koptische“ Stoffe bekannt sind. Die figürlichen Darstellungen auf den Besätzen enthalten symbolreiche Motive aus der heidnisch-mythologischen Tradition und aus dem christlichen Bildrepertoire ihrer Zeit. (M. Laubenberger)

Das schwarz gerahmte, quadratische Bildfeld (tabula) ist als Ziereinsatz in einen Leinenstoff mit langen Schlingen eingewirkt. Solche Stoffe sind als Hüllen für Kissen erklärbar, auf denen Kopf oder Füße des Verstorbenen gebettet wurden. Form und Motiv weisen auf eine Gruppe von Kissenhüllen, die wahrscheinlich aus Panopolis (heute Achmim) in Ägypten stammen, wie viele andere Textilien, die aus der Sammlung des Wiener Kaufmannes Theodor Graf (1840–1903) in europäische Museen gelangten. Die in Schwarz gehaltenen Motive aus dem Bereich mythischer Mischwesen werden medaillonartig durch schwarze Linien gefasst, die rankenartig die Felder miteinander verbinden. Das zentrale Bild zeigt einen Kentaur mit Mantel und geschulterter Keule, der über einen Schild läuft. In den Eckkreisen sind verschiedene Meeresungeheuer wiedergegeben: Seehund, -panther, -greif und -löwe. Schwarze Füllornamente, Blütenkörbe und aus den Ranken wachsende Zweige mit Weinlaub und Trauben beleben die Zwischenräume. Farbige Akzente sind mit rot, gelb und grün gesetzt.In Ägypten haben sich aus der Spätantike bis in frühislamische Zeit durch die besonderen klimatischen Umstände in der Wüste viele Textilien erhalten, die als „Koptische“ Stoffe bekannt sind. Die figürlichen Darstellungen auf den Besätzen enthalten symbolreiche Motive aus der heidnisch-mythologischen Tradition und aus dem christlichen Bildrepertoire ihrer Zeit. (M. Laubenberger)
Zeit:
4. - 6. Jh. n. Chr.
Objektbezeichnung
Bildeinsatz
Kultur
Spätrömisch
Fundort:
Ägypten
Material/Technik:
Wolle auf Leinen, Buntwirkerei
Maße:
Bildfeld: 28 cm × 28 cm
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Antikensammlung
Inv. Nr.
Antikensammlung, VIII 7
Provenienz
Graf, Theodor, Wien; durch Richter, Franz; 1907 Kauf aus dem Nachlaß
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