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Glasberg
1570-1591 | Innsbrucker Hofglashütte
Ein bergartiges, mit Sträuchern und Bäumen verziertes Gebilde erhebt sich auf einer quadratischen Bodenplatte aus Holz. Bäume und Sträucher haben einen Stamm aus Draht, Geäst und Blätter sind aus meist grünem Glas. Ebenfalls aus Glas gefertigt sind die den Berg bevölkernden Figürchen sowie die runden, blauen Stäbe des Gehäuses, das den künstlichen Berg in der Art eines Käfigs umschließt. Kleine Vögel sitzen auf den Baumspitzen und Sträuchern, in einer Höhle sind Schwäne und nicht näher identifizierbare Figuren zu erkennen; schließlich werden an den Berghängen eine Jagdgesellschaft und Aktäon sichtbar. Dem griechischen Mythos zufolge überraschte dieser auf der Jagd die jungfräuliche Göttin Artemis im Bade, er wurde von ihr zur Strafe in einen Hirsch verwandelt und von seinen eigenen Hunden zerrissen. Das Konzept des Berges mit kleinteiligen Szenen und Figuren steht jenem der Handsteine in der Sammlung Erzherzog Ferdinands II. nahe (vgl. Inv.Nr.: KK_4167). Der bizarre Berg schafft eine konstruierte, künstlich gestaltete Natur, die im käfigartigen Gehäuse eingefangen und gebändigt wird. Dieser Gedanke einer frei spielenden Natur, die der menschliche Geist festhalten und begrenzen muss, verlangte geradezu nach einem Gehäuse, das die Naturphantasie bündelt; ein solches Behältnis ist der Glaskäfig im kleinen wie die Kunstkammer der Renaissance im größeren Maßstab. Das Ambraser Inventar von 1596 vermerkt ein "stuckh in aim viereggeten glesern cästl", das sehr wahrscheinlich mit dem hier gezeigten Objekt identisch ist.






Ein bergartiges, mit Sträuchern und Bäumen verziertes Gebilde erhebt sich auf einer quadratischen Bodenplatte aus Holz. Bäume und Sträucher haben einen Stamm aus Draht, Geäst und Blätter sind aus meist grünem Glas. Ebenfalls aus Glas gefertigt sind die den Berg bevölkernden Figürchen sowie die runden, blauen Stäbe des Gehäuses, das den künstlichen Berg in der Art eines Käfigs umschließt. Kleine Vögel sitzen auf den Baumspitzen und Sträuchern, in einer Höhle sind Schwäne und nicht näher identifizierbare Figuren zu erkennen; schließlich werden an den Berghängen eine Jagdgesellschaft und Aktäon sichtbar. Dem griechischen Mythos zufolge überraschte dieser auf der Jagd die jungfräuliche Göttin Artemis im Bade, er wurde von ihr zur Strafe in einen Hirsch verwandelt und von seinen eigenen Hunden zerrissen. Das Konzept des Berges mit kleinteiligen Szenen und Figuren steht jenem der Handsteine in der Sammlung Erzherzog Ferdinands II. nahe (vgl. Inv.Nr.: KK_4167). Der bizarre Berg schafft eine konstruierte, künstlich gestaltete Natur, die im käfigartigen Gehäuse eingefangen und gebändigt wird. Dieser Gedanke einer frei spielenden Natur, die der menschliche Geist festhalten und begrenzen muss, verlangte geradezu nach einem Gehäuse, das die Naturphantasie bündelt; ein solches Behältnis ist der Glaskäfig im kleinen wie die Kunstkammer der Renaissance im größeren Maßstab. Das Ambraser Inventar von 1596 vermerkt ein "stuckh in aim viereggeten glesern cästl", das sehr wahrscheinlich mit dem hier gezeigten Objekt identisch ist.
Künstler/in:
Innsbrucker Hofglashütte
Zeit:
1570-1591
Objektbezeichnung
Glasberg, Glasobjekt
Kultur
Innsbruck, Innsbrucker Hofglashütte
Material/Technik:
Holz, Papier, Eisendraht, Glas, Glasstaub, Ölfarbe
Maße:
H. 36 cm, B. 20 cm, T. 17,5 cm
Bildrecht
Schloss Ambras Innsbruck
Inv. Nr.
Schloss Ambras Innsbruck, PA 1184
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