Objekt speichern
Sie können die Abbildung für den privaten Gebrauch herunterladen und nutzen. Nutzungsbedingungen & AGBs
Für eine Veröffentlichung (wissenschaftlich oder kommerziell) schicken Sie uns bitte eine Reproduktionsanfrage
Falkenhaube
Zwischen 1494 und 1508 | Maximilian I. (1477-1519), seit 1493 deutscher König, 1508 Kaiser
Die Jagd mit abgerichteten Greifvögeln und Falken, die Beizjagd, hatte in Europa seit dem Hochmittelalter eine neue Blüte erlebt, dies vor allem durch Einflüsse aus dem islamischen Raum. So war etwa die Verwendung lederner Häubchen, um die Jagdvögel vor und nach ihrem Einsatz durch das Verdecken der Augen ruhig zu halten, aus dem arabischen Raum nach Europa gekommen. Kaiser Friedrich II. meinte in seinem Werk De arte venandi cum avibus (Über die Kunst, mit Vögeln zu jagen) aus den 1240er Jahren, es seien »die Araber gewesen, die sich früher als alle anderen Völker des Ostens« dieser Hauben bedienten. Da wir »den großen Nutzen einsahen, haben auch wir es mit den Hauben geübt«.
Diese Haube ist Teil einer Gruppe von fünf – ehemals wohl zumindest sechs – annähernd identischen Hauben. Zwei der erhaltenen Hauben waren für Habichte vorgesehen, drei für Falken. Die Haube zeigt an den Wangenseiten jeweils einen Wappenschild. Auf der einen Seite sind die Embleme des Ordens vom Goldenen Vlies (Andreaskreuz und Feuereisen) zu sehen. Auf der anderen Seite findet sich der römisch-deutsche Königsadler sowie auf dessen Brust die Wappen von Ungarn, Österreich, Burgund und Tirol. Auf einer der anderen Hauben dieser Gruppe ist statt der Vliesembleme das Wappen von Mailand-Savoyen erkennbar.
Auf Basis dieser Dekorationen lassen sich diese Häubchen Kaiser Maximilian I. und dessen zweiter Ehefrau Bianca Maria Sforza zuschreiben sowie auf 1494 bis 1508 datieren. 1494 heiratete Maximilian Bianca Maria Sforza, die Tochter von Galeazzo Maria Sforza, Herzog von Mailand, und Bona von Savoyen. 1508 ließ sich Maximilian zum erwählten Kaiser des Heiligen Römischen Reiches ausrufen, wonach er in seinem Wappen den einköpfigen Königsadler durch den kaiserlichen Doppeladler ersetzte.

Die Jagd mit abgerichteten Greifvögeln und Falken, die Beizjagd, hatte in Europa seit dem Hochmittelalter eine neue Blüte erlebt, dies vor allem durch Einflüsse aus dem islamischen Raum. So war etwa die Verwendung lederner Häubchen, um die Jagdvögel vor und nach ihrem Einsatz durch das Verdecken der Augen ruhig zu halten, aus dem arabischen Raum nach Europa gekommen. Kaiser Friedrich II. meinte in seinem Werk De arte venandi cum avibus (Über die Kunst, mit Vögeln zu jagen) aus den 1240er Jahren, es seien »die Araber gewesen, die sich früher als alle anderen Völker des Ostens« dieser Hauben bedienten. Da wir »den großen Nutzen einsahen, haben auch wir es mit den Hauben geübt«.
Diese Haube ist Teil einer Gruppe von fünf – ehemals wohl zumindest sechs – annähernd identischen Hauben. Zwei der erhaltenen Hauben waren für Habichte vorgesehen, drei für Falken. Die Haube zeigt an den Wangenseiten jeweils einen Wappenschild. Auf der einen Seite sind die Embleme des Ordens vom Goldenen Vlies (Andreaskreuz und Feuereisen) zu sehen. Auf der anderen Seite findet sich der römisch-deutsche Königsadler sowie auf dessen Brust die Wappen von Ungarn, Österreich, Burgund und Tirol. Auf einer der anderen Hauben dieser Gruppe ist statt der Vliesembleme das Wappen von Mailand-Savoyen erkennbar.
Auf Basis dieser Dekorationen lassen sich diese Häubchen Kaiser Maximilian I. und dessen zweiter Ehefrau Bianca Maria Sforza zuschreiben sowie auf 1494 bis 1508 datieren. 1494 heiratete Maximilian Bianca Maria Sforza, die Tochter von Galeazzo Maria Sforza, Herzog von Mailand, und Bona von Savoyen. 1508 ließ sich Maximilian zum erwählten Kaiser des Heiligen Römischen Reiches ausrufen, wonach er in seinem Wappen den einköpfigen Königsadler durch den kaiserlichen Doppeladler ersetzte.
Besitzer/in:
Maximilian I. (1477-1519), seit 1493 deutscher König, 1508 Kaiser (1459 - 1519) DNBarrow_outward
Zeit:
Zwischen 1494 und 1508
Objektbezeichnung
Falkenhaube
Kultur
Oberitalienisch
Material/Technik:
Leder, teils geprägt, teils blattvergoldet, teilweise bemalt. Helmbusch: Seidenfäden. Lederbänder.
Maße:
L 8 x B 6 x H 7cm
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, D 24
Weiterstöbern
Ähnliche Stücke, die Sie interessieren könnten

All'antica-Sturmhaube, sog. Löwen-Sturmhaube: All'antica burgonet, so-called Lion Burgonet Karl I. (V.) (1516-1556), als Karl I. König von Spanien, ab 1519 deutscher König, ab 1520 Kaiser um 1550 - 1555

Ferdinand II. (1564-1595), Erzherzog von Österreich und Landesherr von Tirol um 1560

Herzog Leopold IV. Sohn von Leopold III. von Habsburg um 1400

Stephan Báthory (1576-1586), König von Polen, Großherzog von Litauen, 1571-1576 Fürst von Siebenbürg um 1560

Konrad von Boineburg (von Bemelberg) um 1535-1540

Nikolaus IV. Radziwill (1515-1565) Großmarschall von Litauen um 1555

Halbharnisch Ferdinands II. von Tirol mit Harnischröckchen ("Hochzeitsharnisch") 1582

Maximilian I. (1477-1519), seit 1493 deutscher König, 1508 Kaiser zwischen 1494 und 1508

Ende 15.-Anfang 16. Jahrhundert

Trabharnisch des Andreas Teufel (Andre Teuffel), Rüstung des Andreas Teufel um 1555

Ferdinand II. (1564-1595), Erzherzog von Österreich und Landesherr von Tirol um 1547-1550

Ferdinand Karl (1646-1662), Erzherzog von Österreich, Landesfürst von Tirol um 1635-1638

Großwesir Mehmet Sokolowitsch um 1560

Karl VI. (1711-1740), Kaiser datiert 1733

Maximilian II. (1564-1576), Kaiser nach 1557/1563

Maximilian I. (1477-1519), seit 1493 deutscher König, 1508 Kaiser 1496



