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Beckenhaube mit spitzem Visier
Diese Helmform wird von der historischen Waffenkunde seit Mitte des 19. Jahrhunderts als »Hundsgugel« bezeichnet, was mit dem schnauzenartig zugespitzten Visiers erklärt wird. Die moderne Zuschreibung an Herzog Ernst den Eisernen von Österreich basiert auf der Erwähnung zweier »huntzkappen« in einer Auflistung von Waffen, die Ernsts Sohn Herzog Friedrich V. von Österreich, der spätere Kaiser Friedrich III., 1436 in Wiener Neustadt übernommen hatte. Friedrich vermerkte zu dieser Liste jedoch auch, »daz der hernasch und ettlicher zweg, so unser herr und vater seliger [Herzog Ernst] hinder sein gelassen hat, nicht gar da ist.«
Jüngste Forschungen haben ergeben, dass der Quellenbegriff »Hundsgugel« oder »Hundskappe« im Spätmittelalter nicht einen Helmtyp, sondern eine Kapuze aus Ringpanzergeflecht bezeichnete. Somit kann der vorliegende Helm nicht mit den »huntzkappen« im genannten Inventar identisch sein. Möglicherweise wurde diese Helmform zeitgenössisch als »spitze Haube« oder »englische Haube« bezeichnet. Im Inventar des Innsbrucker Harnischhauses von 1555 werden zwei »Englische hauben« erwähnt, wovon die eine weiß und rot bemalt, die andere mit einer »panzeren hundskappen« versehen war. Da der Helm aus Schloss Ambras bei Innsbruck stammt, könnte er vielleicht mit einem dieser beiden Helme identisch sein. Damit kämen um 1400 unter anderem auch die Tiroler Herzöge Leopold IV. und Friedrich IV. als mögliche Eigentümer in Frage. Die zweite Beckenhaube mit spitzem Visier in der Sammlung der Hofjagd- und Rüstkammer (Inv.-Nr. A 12) stammt aus dem Augustiner-Chorherrenstift Neustift bei Brixen.
Zugespitzte Visiere dieser Art waren in Italien und Deutschland, aber auch in England geläufig. Dieser Helmtypus entwickelte sich aus einer Beckenhaube (Bascinet), die seit dem 13. Jahrhundert als Halbschale zusätzlich unter dem sogenannten Topfhelm getragen wurde. Im Lauf des 14. Jahrhunderts erweiterte sich dieser ältere Helmtypus und bedeckte bald den Nacken, die Ohren und teilweise auch die Wangen. Die Helmglocke wurde konisch ausgetrieben, gegen Ende des 14. Jahrhunderts wanderte diese Spitze des Helmes zunehmend nach hinten, sodass die Rückseite des Helmes nach 1400, wie bei dem vorliegenden Stück, vertikal zum Nacken abfiel.


Diese Helmform wird von der historischen Waffenkunde seit Mitte des 19. Jahrhunderts als »Hundsgugel« bezeichnet, was mit dem schnauzenartig zugespitzten Visiers erklärt wird. Die moderne Zuschreibung an Herzog Ernst den Eisernen von Österreich basiert auf der Erwähnung zweier »huntzkappen« in einer Auflistung von Waffen, die Ernsts Sohn Herzog Friedrich V. von Österreich, der spätere Kaiser Friedrich III., 1436 in Wiener Neustadt übernommen hatte. Friedrich vermerkte zu dieser Liste jedoch auch, »daz der hernasch und ettlicher zweg, so unser herr und vater seliger [Herzog Ernst] hinder sein gelassen hat, nicht gar da ist.«
Jüngste Forschungen haben ergeben, dass der Quellenbegriff »Hundsgugel« oder »Hundskappe« im Spätmittelalter nicht einen Helmtyp, sondern eine Kapuze aus Ringpanzergeflecht bezeichnete. Somit kann der vorliegende Helm nicht mit den »huntzkappen« im genannten Inventar identisch sein. Möglicherweise wurde diese Helmform zeitgenössisch als »spitze Haube« oder »englische Haube« bezeichnet. Im Inventar des Innsbrucker Harnischhauses von 1555 werden zwei »Englische hauben« erwähnt, wovon die eine weiß und rot bemalt, die andere mit einer »panzeren hundskappen« versehen war. Da der Helm aus Schloss Ambras bei Innsbruck stammt, könnte er vielleicht mit einem dieser beiden Helme identisch sein. Damit kämen um 1400 unter anderem auch die Tiroler Herzöge Leopold IV. und Friedrich IV. als mögliche Eigentümer in Frage. Die zweite Beckenhaube mit spitzem Visier in der Sammlung der Hofjagd- und Rüstkammer (Inv.-Nr. A 12) stammt aus dem Augustiner-Chorherrenstift Neustift bei Brixen.
Zugespitzte Visiere dieser Art waren in Italien und Deutschland, aber auch in England geläufig. Dieser Helmtypus entwickelte sich aus einer Beckenhaube (Bascinet), die seit dem 13. Jahrhundert als Halbschale zusätzlich unter dem sogenannten Topfhelm getragen wurde. Im Lauf des 14. Jahrhunderts erweiterte sich dieser ältere Helmtypus und bedeckte bald den Nacken, die Ohren und teilweise auch die Wangen. Die Helmglocke wurde konisch ausgetrieben, gegen Ende des 14. Jahrhunderts wanderte diese Spitze des Helmes zunehmend nach hinten, sodass die Rückseite des Helmes nach 1400, wie bei dem vorliegenden Stück, vertikal zum Nacken abfiel.
Besitzer/in:
Herzog Leopold IV. Sohn von Leopold III. von Habsburg , (?) (1371 - 1411)
Zeit:
um 1400
Objektbezeichnung
Beckenhaube mit spitzem Visier
Kultur
Oberitalienisch ? (Mailand ?)
Material/Technik:
Material: Eisen, geschmiedet, getrieben, teils durchlocht. Nietkappen: Messing.
Maße:
L 40 cm x B 53 cm x T 35 cm
Stempel / Zeichen
an der linken Seite Spuren eines Plattnerstempels
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Hofjagd- und Rüstkammer
Inv. Nr.
Hofjagd- und Rüstkammer, A 24
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