Die Technik, die für die Produktion der kleinen Glasschmuckobjekte (Schmuck, Blumenbouquets, Knöpfe und Figurinen) verwendet wurde, ist die sog. „Lampwork“-Technik, bei der verschiedenfärbige Glasstangen und -röhren mit Hilfe eine Lampe zusammengeschmolzen werden. Hierbei sind die physikalischen Eigenschaften der in einem Werkstück verwendeten Gläser von essentieller Bedeutung, da z.B. unterschiedliche thermische Ausdehnungskoeffizienten zu Sprüngen und Rissen führen können. Es konnten also nur Gläser bestimmter Zusammensetzung miteinander kombiniert werden, weshalb ihre Analyse von großem Interesse ist.
Die Analyse ist nicht für alle Objekte möglich bzw. wird dadurch erschwert, dass die Glasobjekte sehr filigran und daher auch sehr heikel in der Handhabung sind; zudem sind manche auch leicht beschädigt.
Die naturwissenschaftlichen Untersuchungen umfassten folgende Techniken:
- Mikroskopische Untersuchungen hinsichtlich Farben, Zustand, Technik und Korrosion
- Untersuchungen mit dem Hirox 3D-Mikroskop
- Röntgenfluoreszenzanalysen (RFA) an den Gläsern mit dem transportablen RFA-Gerät PART II (qualitativ und semi-quantitativ)
- RFA-Analysen an nicht-gläsernen Bestandteilen
- Rasterelektronenmikroskopische Untersuchungen (REM/EDS)


Publikationen
- E. Putzgruber, M. Verità, K. Uhlir, B. Frühmann, M. Grießer, G. Krist, Scientific investigation and study of the sixteenth-century glass jewelry collection of Archduke Ferdinand II, in 2012 Vienna Congress, The Decorative: Conservation and the Applied Arts, IIC Vienna Congress 10. -14. September 2012, Studies in Conservation 57/1, 217 - 226
Projektleitung
Mag. Dr. Beatrix Darmstädter, MAS
Kooperationen
IGMG, ÖTM, MDW
Finanzierung
Kunsthistorisches Museum Wien
Projektlaufzeit
2004-2006 und 2008-2010
