Die Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums Wien beherbergt eine der wichtigsten Sammlungen deutscher Malerei des 15. und 16. Jahrhunderts. Besonders die Dürerzeit ist glänzend in Wien vertreten, mit acht Tafelbildern Albrecht Dürers selbst, mit zahlreichen Schlüsselwerken der sog. „Donauschule“ von Albrecht Altdorfer und Wolfgang Huber sowie mit knapp dreißig Gemälden Lucas Cranachs d. Ä. und seiner Werkstatt. Unter den älteren Arbeiten ragen eines der äußerst seltenen Tafelbilder Martin Schongauers und die zahlreichen frühen Habsburger-Porträts hervor, die dem Bestand ein einzigartiges, historisch geprägtes Profil verleihen.
Ziel ist es, diesen etwa 180 Tafelbilder umfassenden Bestand der Gemäldegalerie erstmalig zusammenhängend und nach heute gültigen wissenschaftlichen Standards zu publizieren. In einer Kooperation von Kunsthistorikern, Wissenschaftlern verwandter Disziplinen (wie z. B. Historikern) und Restauratoren und unter Zuhilfenahme umfassender gemäldetechnologischer Untersuchungen werden alle Aspekte der Entstehungsgeschichte der Werke (Auftraggeber und Künstler, Datierung, Funktion und Bildinhalt, Genese der Bildkonzeption, verwendete Materialien), ihr späteres Schicksal und schließlich ihre Rezeption erforscht. Stärker als vergleichbare Sammlungen, die erst später und in der Regel unter systematisch-wissenschaftlichen Aspekten entstanden, spiegelt der im Kern schon im 17. Jahrhundert zusammengetragene Wiener Bestand frühe Geschmacks- und Wissenschaftsgeschichte wider.
Die auf zwei Bände angelegte Publikation wird in einer Reihe vergleichbar interdisziplinär angelegter Bestandskataloge der Gemäldegalerie erscheinen.
Projektleitung
Dr. Guido Messling
Projektmitarbeit
Dr. Karl Schütz,
Mag. Alice Hoppe-Harnoncourt
Mag. Monika Strolz
Mag. Ute Tüchler
Michael Eder
Bisherige Finanzierungen
FWF-Projekt Nr. P 19829-G13 (2007-2010); FWF-Projekt Nr. P 25712-G21 (2013-2016)
Projektlaufzeit
Seit 2007 (mit Unterbrechungen)



