Mit rund 40.000 numismatischen Objekten, überwiegend römische Münzen, zählt die Sammlung von Heinz Nowak zweifellos zu den bedeutendsten privaten Fundmünzsammlungen des Landes. Nowak, der in den 1970er und 1980er Jahren, als die Suche nach archäologischen Objekten mit Metalldetektoren durch Laien noch erlaubt war, vorrangig den Osten Österreichs nach Artefakten durchsuchte, verzeichnete jedes seiner Fundstücke akribisch, darunter neben den Münzen auch Trachtbestandteile, Schmuck und Werkzeuge. Bedingt durch diesen Umstand können die Objekte auch Jahrzehnte nach ihrer Auffindung ihrem Fundort zugewiesen werden. Neben dem geographischen Verzeichnis und der Meldung beim Bundesdenkmalamt, die es in vielen Fällen ermöglichte, archäologische Zonen zu definieren, lieferte Nowak auch eine Vorbestimmung der Münzen. Heinz Nowak war es ein Anliegen, seine Sammlung der Wissenschaft zugänglich zu machen, weshalb er sie noch zu Lebzeiten dem Kunsthistorischen Museum schenkte. Die numismatischen Funde wurden 2003 dem Münzkabinett übertragen, die anderen Funde befinden sich in der Antikensammlung.
Die Stücke aus der Sammlung Nowak nehmen demnach einen wichtigen Stellenwert unter den unzähligen Funden ein, die nicht aus archäologischen Maßnahmen stammen: Zum einen sind die Funde nicht wie in den meisten anderen Fällen in Privatsammlungen oder im Handel ohne Fundortangabe verschwunden; zum anderen erweitern sie das Wissen um das Fundspektrum der Bodendenkmale, aus deren Umfeld die Fundobjekte stammen, und können so wichtige Anhaltspunkte für die Datierung und auch die Art des Bodendenkmals geben.
1. Projektphase „Vor den Vorhang“ (Juni 2023 bis August 2024)
Dank der Förderinitiative „Kulturerbe digital“, die vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport ausgeschrieben wurde, konnte der KHM-Museumsverband das Projekt „Vor den Vorhang“ realisieren. Im Münzkabinett wurden in der 1. Phase dieses sammlungsübergreifenden Projekts über 5.000 Fundmünzen aus der Sammlung Nowak unter der Leitung von Klaus Vondrovec und der Mitarbeit von David Burisch und Kathrin Siegl vollständig dokumentiert und bestimmt sowie als Digitalisate in der Objektdatenbank des KHM sowie im Interaktiven Katalog des Münzkabinetts (IKMK) frei zugänglich gemacht.
2. Projektphase „Sharing and Showing - From Vienna into the Digital World“ (seit Dezember 2024)
Durch weitere Unterstützung des Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport konnte im Rahmen des ebenfalls sammlungsübergreifenden Projekts „Sharing and Showing - From Vienna into the Digital World“ die Bearbeitung der Fundmünzen aus der Sammlung Nowak im Münzkabinett fortgesetzt werden. Seit Februar 2025 ist Vanessa Zumtobel Teil des Teams.
Auch in dieser Projektphase ist das Ziel, 5.000 Münzen vollständig zu erfassen, die wieder in der Objektdatenbank des KHM sowie im Interaktiven Katalog des Münzkabinetts (IKMK) abrufbar sein sollen. Einen Schwerpunkt bildet dabei das Fundmaterial aus Wagna, dem römischen Flavia Solva (Steiermark), mit dessen Bearbeitung bereits in der 1. Projektphase begonnen wurde. Dieser wichtige Bestand umfasst bislang 4.023 Fundobjekte, unter denen sich etliche bislang unbekannte Stücke eines zerstreuten Münzhortes aus konstantinischer Zeit finden.



Leitung
Priv.-Doz. Dr. Klaus Vondrovec
Mitarbeit
- David Burisch, MA
- Mag. Dr. Kathrin Siegl
- Vanessa Zumtobel, MA
Kooperation
Theatermuseum
Weltmuseum Wien
Finanzierung
- Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport
- Kunsthistorisches Museum Wien
Laufzeit
seit Juni 2023
