Das der Publikation vorausgehende Forschungsprojekt (2006 - 2010) behandelte die in Rom entstandenen Gemälde des 17. und 18. Jahrhunderts, und zwar unter besonderer Berücksichtigung der an Caravaggio anschliessenden, sogenannten „caravaggesken“ Malerei (wobei auch Werke nord- und westeuropäische Maler in Rom untersucht wurden). Ziel war es, den Gesamtbestand dieses Gebietes (auch des bislang unpublizierten Depotbestands) in kunsthistorischen und naturwissenschaftlichen Untersuchungen vorzustellen. Bei der wissenschaftlichen Bearbeitung wurde in Zusammenarbeit mit den RestauratorInnen der hauseigenen Restaurierwerkstatt und der römischen Forschergruppe emmbici besonderer Wert auf die Analyse des materiellen Bestands der Bilder gelegt. Caravaggios innovativer Technik war dabei ein eigener Schwerpunkt gewidmet. Kontrollanalysen an zeitgleichen römischen Bildern unterschiedlicher stilistischer Provenienz (u.a. N. Poussin, P. da Cortona, C. Ferri, Cavaliere d’Arpino, S. Rosa) konnten spezifische Eigentümlichkeiten der caravaggesken Gruppe festhalten. Zudem konnten im Bereich der Provenienzforschung durch die erstmalige wissenschaftliche Bearbeitung alter Inventare wesentliche Erkenntnisse zur Geschichte des barocken Gemäldebestands im KHM gewonnen werden (etwa zur römischen Sammlung Albani oder den Ambraser Sammlungen). Teilergebnisse des Projektes fanden kontinuierlich in der Fachliteratur und bei Symposien (in Berlin, Rom, Mailand, Neapel) ihren Niederschlag.
Maria Magdalena, die schöne Sünderin der christlichen Überlieferung ist ihrer sittenstrengen Schwester Martha gegenübergestellt. Diese fordert mit beredter Gestik zur Abkehr vom weltlichen Leben auf. Das Bild stammt aus der römischen, an Caravaggio orientierten Zeit des späteren Hofmalers Ludwigs XIII. von Frankreich.
Titel:
Martha tadelt ihre eitle Schwester Maria Magdalena
Künstler/in:
Simon Vouet (1590 - 1649 Paris)
Zeit:
um 1621
Publikationen
- Wolfgang Prohaska/Gudrun Swoboda, Caravaggio und der internationale Caravaggismus. Sammlungskatalog der Gemäldegalerie: Rom I. (=Bestandskatalog des Kunsthistorischen Museums, Bd. 6). Wien 2010.
Projektleitung
ao. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Prohaska
Projektmitarbeit
Dr. Gudrun Swoboda
Mag. Ina Slama
Mag. FH Eva Götz
Mag. Michael Odlozil
Michael Eder
Finanzierung
The J. P. Getty Foundation, Nr. P19032
FWF-Projektes Nr. FP 01/035
Projektlaufzeit
abgeschlossen

