Münzkabinett & Mode Bühne und Couture im Dialog – vom geprägten Detail zur textilen Form
1
Leonard Chiba
Ein Winter, der nicht vergeht: Kälte kriecht in die Gedanken, Stille wird unerträglich laut. Die Wahrnehmung zerfällt in Splitter, ein Flüstern im Weiß, Schatten im Nebel, ein Weg, der immer tiefer ins Verlorene führt. Inspiriert von Anna von Österreich, Königin von Spanien, als Sinnbild von Pflicht, Macht und innerer Einsamkeit, erscheint der Mantel, bestehend aus Wolle und Kaschmir, lang, schwer und schützend, wie der letzte Halt gegen das endgültige Auseinanderbrechen.
2
Cindea Costina
Die Inspiration greift die klare, kontrollierte Bildsprache des silbernen Talers von Maria Theresia auf. Interessant ist dabei weniger das Ornament als die Haltung dahinter: Präsenz ohne Lautstärke, Stärke durch Reduktion. Das tiefe Schwarz und der fließende Perlenverlauf übersetzen die kühle Metalloberfläche in Textil, während der als Hut getragene Kragen die formale Strenge und Würde der historischen Prägung aufnimmt.
3
Carina Enengl
Die Inspiration basiert auf der Münze von Kaiser Sigismund, der für Stärke und Autorität steht. Das Design überträgt diese Werte in ein zeitgemäßes Frauenbild. Die Lamellenstruktur seiner Kopfbedeckung wird anhand textiler Formen übersetzt und prägt skulpturale, architektonische Silhouetten. Gefertigt aus 18 Metern Seidenlamé erzeugen Asymmetrien Volumen und Spannung, während erdige, metallische Farben historische Bezüge aufgreifen und die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart betonen.
4
Jana Erspamer
Inspiriert von Kaiserin Maria Theresia im Witwenschleier, welche als Sinnbild für Fruchtbarkeit und Sanftmut gilt, verkörpert das Model feminine Eleganz: stilvoll, klar und ausdrucksstark. Es bildet eine Hommage an weibliche Autorität, Würde und Kraft. Die mit feinen Perlen und zarter Spitze bestickte Corsage wird von einem weich fallenden Seidenschleier umhüllt, der an historische Schleierformen erinnert; präzise Linienführung und feinste Handarbeit betonen dabei die weibliche Silhouette.
5
Hannah Friedrich
Als Förderer von Kunst und Wissenschaft inspiriert Cosimo II. de’ Medici Haute Couture-Robe. Historische Elemente wie die Achterkrause werden abstrahiert und zeitgemäß interpretiert. Asymmetrien, Schrägstreifen und präzise Schnittführung prägen die technische Umsetzung und erzeugen Spannung und Bewegung. So entsteht eine Verbindung von historischer Referenz und moderner Formensprache mit klarer, eleganter Silhouette.
6
Carolina Hager
Die Gestaltung des Designs ist von der Münze der Girolama Farnese inspiriert und übersetzt deren Bildsprache in Form und Struktur. Der Blickfang des Entwurfs ist die Jacke, die aus Crêpe de Chine drapiert und gefertigt wurde. Durch ihre plastische Formgebung und das Volumen sorgt die Jacke für einen Hingucker. Im bewussten Kontrast dazu stehen die Corsage sowie die weit geschnittene Hose aus Seiden-Toile, welche dem Gesamtlook eine klare, elegante Balance verleiht.
7
Hannah Grube
Ein Gewand, modern interpretiert und inspiriert durch die Renaissance, seine ausladenden Kleider, prunkvoll und opulent, bis zum Maximum geschmückt. So selbst bestimmt und eigenermächtigend, wie es sich in der Historie nur der Mann erlauben konnte, blüht mein Lila Look umso freizügiger, für die Zukunft der Frauen von Heute. Keine Rollen. Kein Male gaze. Freie Selbstdarstellung. Let us bloom.
8
Johanna Hickersberger
Der markante Kragen des Gemäldes von Marie de Raet, die vor allem durch ein Porträt von Anthony van Dyck bekannt ist, dient als Inspiration für einen aus Seidenchiffon gefertigten Umhang, der das Abendkleid aus Seidensatin ergänzt. Feine Spitzenapplikationen auf beiden Stücken greifen dieses Detail auf und verleihen dem Ensemble eine elegante, zeitgemäße Note.
9
Sarah Susanne Huschek
Die Kollektion La Chispa inspiriert von Anna von Österreich und ihrer Lebensfreude, Anmut und Stärke. Grundlage bildet ein Porträt von 1571 mit fließenden, kontrollierten Formen. Materialien wie Duchesse und Organza aus Seide sowie Klöppelspitze betonen Eleganz und Leichtigkeit. Doppelkellerfalten und Volumen prägen die ausdrucksstarken Silhouetten. Der Kontrast zwischen Struktur und Transparenz symbolisiert die Spannung zwischen gesellschaftlicher Verpflichtung und persönlicher Freiheit.
10
Helene Kaindl
Die Kollektion thematisiert das Vergehen im Moment größter Schönheit. Zwischen barocker Opulenz und stiller Vergänglichkeit wird der Vanitas-Gedanke neu interpretiert: Alles Glänzende ist endlich. Kontraste prägen die Bildsprache – tiefes Blau steht für Leere und Tod, warmes Gold für flüchtige Macht. Fließende Stoffe treffen auf Denim, Corsagen auf Rüschen. Kleidung wird Schutz und Erinnerung an die Vergänglichkeit des Körpers.
11
Karner Lena
Das Kleid entstand zum Ausstellungsthema „Kopf und Kragen“ und ist inspiriert von einer Münze aus der Zeit Ludwigs XIII. Im Gegensatz zur eingeschränkten Bewegungsfreiheit historischer Frauenkleidung betont der Entwurf Leichtigkeit. Gold- und Bronzetöne mit warmem Braun erzeugen eine starke Wirkung. Seide, Plissee und handgefertigte Blumen schaffen eine lebendige, dreidimensionale Struktur.
12
Janosch Kopeinig
Historische Kopfbedeckungen von Medaillen und Münzen und im speziellen eine Münze mit Papst Silvester sind Inspiration für das Abendkleid aus schwarzem Taft. Bedeutungen wie Wert und Repräsentation dieser Teile werden aufgebrochen, Strukturen fragmentiert und in zeitgenössische Designs übersetzt, die zwischen körpernahen Formen und Loslösung variieren.
Inspiriert von der Münzprägung der Erzherzogin Magdalena zeigt sich ein vielschichtiges Gesamtbild von stiller Autorität und Bewegung: Das Kleid, vorne verkürzt und nach hinten in eine sanfte Schleppe auslaufend, erinnert mit seinen angedeuteten Kellerfalten an die Reliefstruktur einer geprägten Oberfläche. Darunter fließt eine Hose mit wellenartigen Formen, die wie feine Linien einer Gravur Dynamik hineinbringt. Der transparente Schleier legt sich darüber wie eine zarte Patina und verbindet alle Elemente zu einer ruhigen, fast zeitentrückten Silhouette.
13
Laura Nowak
Inspiriert von „Kopf und Kragen" und historischen Porträts übersetzt das Outfit die Bedeutung des Kragens als Zeichen von Identität in eine moderne Form. Im Fokus steht der Prozess von Hitze, Formung und Abkühlung von Münzen, visuell umgesetzt durch handplissierten Organza. Warme Farbtöne und bewegte Strukturen treffen auf ruhige, hautfarbene Flächen – eine Balance aus Körpernähe und skulpturaler Präsenz.
14
Lukas Pansy
Das Design steht für leisen Luxus und hochqualitative Verarbeitung. Die rechte Hälfte wurde klassisch gearbeitet, im Gegenzug dazu wurde die gesamte Oberfläche des linken Ärmels mit Biesen versehen. Auch das Futter des Ärmels wurde so gearbeitet. Dies erinnert an die Silhouette der Spangenkrone von Kaiser Friedrich dem Dritten. Dazu eine klassische Hose, welche mit ihrem weichen, matten Fall überzeugt. Als Material wurde ein Seiden Crêpe Satin in hellem Beige gewählt.
15
Catharina Paukner
Das Werk greift das Motiv des Goldenen Vlieses auf und verweist auf Isabella Clara Eugenia, Statthalterin der Niederlande. In ihrer Machtposition prägte sie Politik, Kultur und Bildung für Frauen. Inspiriert von ihrer Münze wird die Haarstruktur zentrales Gestaltungselement und Symbol für Macht. Als „Vellus Aureum“ erscheint das Objekt als kapuzenartige Form aus übereinander gestickten Lurexfäden und Stahl – ein Zusammenspiel von Textil und Metall, das Schutz, Repräsentation und Macht vereint.
16
Tanya Preville
Fear of Loss thematisiert die Angst vor Verlust und erzählt die Geschichte des Erwachsenwerdens. Im Fokus liegt der Prozess traumatische Erlebnisse zu verarbeiten, stark zu bleiben und niemals aufzugeben. Die Inspiration war die Buntmetall-Münze „Kriegerwitwe“ aus 1918. Aber auch die Silbermünze von Helmut Zobl, der Worldthaler aus 1972 betitelt „HOMMAGE Á ARCIMBOLDO“, prägt dieses Outfit. Dessen surrealistische Formen wurden entnommen und mit schwarzen Perlen auf den Kapuzenbolero, die Handschuhe und Maske bestickt.
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Reiner Ida
Die Münze von Karl Perl (1910/20) zeigt eine ruhende, beinahe schwebende oder tanzende Figur. Diese Darstellung bildet die Grundlage für das Design. Fließende Linien, feine Perlenstickerei, ein offener Rücken mit Perlenketten greifen die reliefartige, schimmernde Oberfläche der Medaille auf und übersetzen die Ästhetik der Übergangszeit zwischen Jugendstil und Moderne in eine zeitgenössische, elegante Form.
18
Eva Schedl
Inspiriert durch die Medaille von Maria Eleonora von Brandenburg (1599–1655) wurde ein Korsage-Kleid aus Feintüll gefertigt. Dieses ist mit transparenten, federartigen Drapierungen aus blauem Organza versehen, die an den abgebildeten federartigen Kopfschmuck erinnern und den Hals umschmeicheln. Hinzu kommen Perlenstickereien – sowohl am Kleid als auch am dazu passenden Haarschmuck – sowie Ohrringe aus Perlen in Blau-Violett-Tönen, die das Outfit vervollständigen.
19
Valentina Schmoll
Turmbau zu Babel
Was treibt uns an, immer weiter nach oben zu wollen? Ist es die Hoffnung das Unmögliche zu erreichen? Oder doch die Angst, unten zu bleiben?
Das Modell ist inspiriert vom Gemälde Turmbau zu Babel von Pieter Bruegel d.Ä. Die Architektur des Turms zeigt sich in einzelnen Elementen. Geometrische Formen wie Ovale, Bögen und Rechtecke prägen das Design. Schnittlinien und Applikationen greifen die architektonischen Linien auf und werden in der Oberflächengestaltung umgesetzt.
20
Emma Schrammel
Inspiriert von Maria de Medici entstand ein weißes Haute-Couture-Kleid aus edler Seide, geprägt von aufwendigem Blütensmok, fließender Drapierung und einer überdimensionalen Schleife im Rücken. Es spiegelt ihre Durchsetzungskraft, ihren ausgeprägten Machtanspruch sowie ihre Vorliebe für Luxus und prunkvolle Erscheinung wider. Durch präzise Handarbeit, detailreiche Verarbeitung und eine klare Formensprache verkörpert es Eleganz, Opulenz und eine königliche Ausstrahlung.
21
Stiegler Larissa
Inspiriert von einer Münze mit der Darstellung von Adam und Eva, greift die Drapierung des Kleides das Motiv eines locker übergeworfenen Lakens auf und verleiht so dem Design eine sanfte, fließende Bewegung. Gefertigt aus Cloqué-Stoff und Seide, vereint es Struktur und Leichtigkeit. Das Korsett modelliert die Silhouette, während der von Hand drapierte Rock die natürliche Anmut und Zartheit des Themas hervorhebt.
22
Lisa Streicher
Inspiriert vom Ildefonso-Altar verbindet dieses Couture Kleid historische Anmut mit moderner Eleganz. Die weiße Spitze verleiht dem Design eine edle Ausstrahlung, während die hellen Farbtöne der Drapierung Femininität und Weichheit betonen. Die klaren Formen und die betonte Silhouette verleihen dem Kleid eine ausdrucksstarke und zugleich elegante Erscheinung. So entsteht ein Zusammenspiel aus zarter Leichtigkeit und selbstbewusster Stärke.
23
Kim Lilian Taferner
Dieses Kleid verbindet eindrucksvolle Präsenz mit historischer Inspiration. Angelehnt an Maria von Burgund, deren Autorität aus Haltung und Ausstrahlung erwuchs, übersetzt es diese Stärke in eine moderne Form. Der tief burgunderrote Jacquard verleiht dem voluminös drapierten Gewand Struktur und Tiefe, während weite Ärmel und ein zarter Schleier Bewegung und Leichtigkeit schaffen. So entsteht eine kraftvolle, zugleich feminine Erscheinung.
24
Verena Draxler
Das Bühnenkostüm konzentriert sich auf Medaillen und deren Funktion als Erinnerungsstück. Da ihre kleinen Flächen meist nur Ausschnitte zeigen, dienten Gemälde aus der Renaissance als Erweiterung. Um diese historischen Einflüsse in die Gegenwart zu transportieren, entstand das Kostüm wie Erinnerungen selbst: Fragmentarisch wurden Details zusammengesetzt, bestimmte Darstellungsweisen verzerrt, in andere Farben getaucht und mit neuen Materialien ergänzt.
25
Anna Enzi
Das Bühnenkostüm von Anna Enzi ist von Queen Elisabeth I. inspiriert, einer starken Herrscherin in einer von Männern dominierten Zeit. Ihre Selbstbestimmtheit, Würde und Macht beeindrucken besonders. Die ikonische, fast symbolhafte Darstellung der Medaille wird im Kostüm übersetzt und vermittelt Stärke und Eleganz. Ziel ist es, modernes Selbstbewusstsein und majestätische Präsenz sichtbar zu machen.
26
Janina Graf
Inspiration für das Kostüm war Elizabeth I. von England, heute bekannt als die »Virgin Queen«, ein Titel, der für sie sowohl viel Zuspruch und Verehrung als auch Spott und Häme bedeutete. Als Tochter von Henrich VIII. und Anne Boleyn hatte die spätere Königin immer ein schwieriges Leben, dominiert von den Konventionen des Hofes und ihren eigenen Bemühungen, nach dem Tod ihrer Mutter und der Wiederheirat ihres Vaters ihren royalen Status so gut wie möglich zu erhalten.
27
Emely Greschitz
Inspiriert von Maria de’ Medici verbindet das Design Geschichte und Tanz. Das zentrale Element ist ein neu interpretiertes, Achterkrausen-inspiriertes Tutu mit historischem Bezug. Die Gestaltung vereint einen Stuartkragen, Spitzenapplikationen und einen mehrlagigen Unterrock, der Volumen und Form definiert. Tüll, Taft, Satin und Spitze erzeugen Kontraste aus Transparenz, Struktur und Glanz. Rosatöne verstärken die Wirkung von Leichtigkeit, Eleganz und romantischer Ausstrahlung
28
Lino Grundner
Die brennende Hexe thematisiert Hexenverfolgungen als systematischen Femizid. Unter dem roten Flammenmantel – der institutionalisierten Gewalt von Kirche und Staat – steht das verkohlte Untergewand für physische Gewalt und Auslöschung weiblicher Identität. Die Dualität von Asche und Feuer symbolisiert Zerstörung und Widerstand. Die Verbrennung ist gezielte Abschreckung und Auslöschung weiblichen Wissens, doch die Figur ist kein Opfer, sondern Symbol für weibliche Autonomie und Transformation.
29
Anna Huber-Prantl
Das Kostüm ist inspiriert von der Mode des 17. Jahrhunderts sowie von der historischen Persönlichkeit Anna Maria von Österreich. Der Entwurf orientiert sich an ihrer Darstellung auf einer Münze. Historische Formen wurden aufgegriffen und mit modernen Silhouetten kombiniert. So entsteht eine Neuinterpretation zwischen Vergangenheit und Gegenwart, bei der die Farbwahl in Weinrot dem Kostüm eine individuelle Note verleiht.
30
Doreen Jahn
Isabel Clara Eugenia, Tochter und politische Beraterin des spanischen Königs Philip II., regierte die spanischen Niederlande und machte die Region zu einem Zentrum der Kunst und Bildung. Ihre Friedensbemühungen wurden durch einen erneuten Krieg zerstört. Das Kostüm zitiert den goldenen Harnisch aus dem Portrait ihres Gatten Albrechts VII. als typisch männliches Statussymbol. Zarte Borten und Krausen betonen im Kontrast zur wehrhaften Ausstrahlung höfische Eleganz und weibliche Repräsentationsfunktion.
31
Anne Fred Klopp
Ein Kostüm über ein Mädchen.
Von Geburt an fremdbestimmt,
auf das Podest der Welt gestellt,
Verantwortung übergestülpt,
die für ein 14-jähriges Kind nicht zu tragen ist.
Komplett ausgezogen,
der Heimat genommen,
in ein fremdes Land entsandt,
den Frieden zu wahren.
Nicht regiert, kritisiert
Regiert, kritisiert
Immer noch keine Kinder?
Sie ist jetzt 23
Keine gute Mutter!
Eine Verschwendung, Madame Defizit!
Sie kann gar nicht regieren!
Was macht König Ludwig XVI.?!
1789
Die Schreie ihrer Kinder
Schneidet ihr den Kopf ab!
32
Mia Straganz
Mary Stuart inspirierte das Kostüm, für das verschiedene Gemälde der schottischen Königin als Anregungen herangezogen und in den Kreativprozess eingebunden wurden.
Perlen wurden von Mary als Zierelemente sehr geliebt und sind im Kostüm daher äußerst präsent. Der historische Bezug fließt auch durch die Farben des Modells ein. Die roten Perlen auf der Halskrause deuten auf das grausame Ende der Königin hin: Mary wurde 1587 geköpft.
33
Kaja Vospernik
Kaiserin Elisabeth ging als schöne, zugleich unerbittliche Herrscherin in die Geschichte ein. Dieses Kostüm richtet den Blick auf ihre romantisch-verträumte Seite.
»O Schwalbe, leih mir deine Flügel,
O nimm mich mit ins ferne Land,
Wie selig sprengt ich alle Zügel,
Wie wonnig jedes fesselnd Band!
Und schwebt ich frei mit dir dort oben
Am ewig blauen Firmament,
Wie wollte ich begeistert loben
Den Gott, den man die Freiheit nennt.«
(Kaiserin Elisabeth, Winterlieder, 1853)
34
Elisabeth Waldschütz
Goldesel ist eine Mischung von verschiedenen historischen Personen, die ihr Portrait auf Münzen übertragen ließen und so in ihren Herrschaftsgebieten und darüber hinaus Teil jeder einzelnen Transaktion wurden. Die Figur möchte um jeden Preis gesehen und verehrt werden. Sie möchte, dass ihr Reichtum von allen bestaunt und ihr Einfluss gefürchtet wird. Denn beherrscht man einmal das Geld, ist der Rest ein Kinderspiel. Und das Märchen nimmt seinen Lauf …
Isabella (1566–1633; Tochter von König Philipp II. von Spanien und Isabella von Valois) wurde 1599 mit Erzherzog Albrecht VII. vermählt. Zusammen regierten sie seit 1601 als souveräne Regenten die spanischen Niederlande. Seit 1621 verwitwet, führte Isabella bis zu ihrem Tod 1633 die Statthalterschaft allein weiter. Nach Ablauf des 12-jährigen Waffenstillstands bemühte sie sich um Frieden zwischen Spanien und England, wobei Rubens als Vertrauter der Infantin an den diplomatischen Verhandlungen wesentlich beteiligt war.
Titel:
Infantin Isabella Klara Eugenia (1566-1633), Gemahlin von Albrecht VII.
Zugeschrieben an:
Jacob Jordaens (1593 Antwerpen - 1678 Antwerpen)
Zeit:
um 1618
In Mantua kopierte Rubens zwei Porträts, die Tizian siebzig Jahre zuvor von der für ihr Mäzenaten- und Sammlertum berühmten Isabella d’Este (1474–1539) angefertigt hatte: Das eine, im Original erhaltene (Inv.-Nr. GG 83) zeigt Isabella als junge Frau, das andere – im Original verlorene – zeigte sie etwa fünfzigjährig in einem roten Samtkostüm. Von letzterem sehen sie hier Rubens’ Kopie, in der er die glänzende Erscheinung und üppige Weiblichkeit der Renaissancefürstin im Sinne des Barock verstärkte.
Titel:
Isabella d'Este
Künstler/in:
Peter Paul Rubens (1577 Siegen - 1640 Antwerpen)
Zeit:
um 1600/1601












































