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Die Stola
2. Viertel 14. Jahrhundert
Die Stola ist aus insgesamt acht unterschiedlich großen Stücken desselben golddurchwebten Stoffes zusammengenäht. Die in schwarzer Seide ausgeführten Adler sind zum größten Teil ausgefallen, sodass nur mehr ihre runden, mit doppelten Perlreihen eingerahmten Medaillons übrig blieben. Diese wechseln sich mit insgesamt 68 Appliken aus vergoldetem Silber ab, die ebenso wie die Längsseiten der Stola von doppelten Perlschnüren eingefasst werden. Alle Perlschnüre und ein Großteil der Appliken sind zum Schutz des kostbaren Seidenstoffes mit Pergament unterlegt. Die Emails in den Appliken liegen auf mehreren Schichten von genau zugeschnittenem, beschriebenem Papier, das sich auf Grund der Schriftzeichen in das 14. Jahrhundert datieren lässt. Die Stola scheint nach dem Vorbild des wohl beschädigten normannischen Vorläufers (oder einer staufischen Zwischenstufe) - möglicherweise für Ludwig den Bayern - angefertigt worden zu sein. Bemerkenswert ist ihre übermäßige Länge, die es nicht zulässt, sie wie eine liturgische Stola zu tragen. Sie scheint also nach dem Vorbild des Loros gearbeitet, den der - von den Normannen in ihrer Gewandung imitierte - byzantinische Kaiser trug. Mit Hilfe von Mosaikdarstellungen Rogers II. und Wilhelms II. in Palermo lässt sich die traditionelle Art, den Loros um Schulter und Hüfte geschlungen zu tragen, rekonstruieren, wodurch sich auch das Rätsel um die verschiedenen Stücke, aus denen die Wiener Stola zusammengenäht ist, löst. Beim Zusammennähen dieser Stücke wurde nämlich auf die Ausrichtung der Adler Bedacht genommen, sodass diese bei korrekter Wickelung stets aufrecht zu stehen kommen. Die Erinnerung an die kaiserliche Schärpe scheint jedenfalls bald verloren gegangen zu sein; die Stola wurde mit jener des Priesterornats gleichgesetzt und trotz Überlänge auf der Brust überkreuzt getragen.



Die Stola ist aus insgesamt acht unterschiedlich großen Stücken desselben golddurchwebten Stoffes zusammengenäht. Die in schwarzer Seide ausgeführten Adler sind zum größten Teil ausgefallen, sodass nur mehr ihre runden, mit doppelten Perlreihen eingerahmten Medaillons übrig blieben. Diese wechseln sich mit insgesamt 68 Appliken aus vergoldetem Silber ab, die ebenso wie die Längsseiten der Stola von doppelten Perlschnüren eingefasst werden. Alle Perlschnüre und ein Großteil der Appliken sind zum Schutz des kostbaren Seidenstoffes mit Pergament unterlegt. Die Emails in den Appliken liegen auf mehreren Schichten von genau zugeschnittenem, beschriebenem Papier, das sich auf Grund der Schriftzeichen in das 14. Jahrhundert datieren lässt. Die Stola scheint nach dem Vorbild des wohl beschädigten normannischen Vorläufers (oder einer staufischen Zwischenstufe) - möglicherweise für Ludwig den Bayern - angefertigt worden zu sein. Bemerkenswert ist ihre übermäßige Länge, die es nicht zulässt, sie wie eine liturgische Stola zu tragen. Sie scheint also nach dem Vorbild des Loros gearbeitet, den der - von den Normannen in ihrer Gewandung imitierte - byzantinische Kaiser trug. Mit Hilfe von Mosaikdarstellungen Rogers II. und Wilhelms II. in Palermo lässt sich die traditionelle Art, den Loros um Schulter und Hüfte geschlungen zu tragen, rekonstruieren, wodurch sich auch das Rätsel um die verschiedenen Stücke, aus denen die Wiener Stola zusammengenäht ist, löst. Beim Zusammennähen dieser Stücke wurde nämlich auf die Ausrichtung der Adler Bedacht genommen, sodass diese bei korrekter Wickelung stets aufrecht zu stehen kommen. Die Erinnerung an die kaiserliche Schärpe scheint jedenfalls bald verloren gegangen zu sein; die Stola wurde mit jener des Priesterornats gleichgesetzt und trotz Überlänge auf der Brust überkreuzt getragen.
Zeit:
2. Viertel 14. Jahrhundert
Objektbezeichnung
Textil; liturgisches Gewand; Krönungsornat; Stola
Kultur
Italienisch
Material/Technik:
Textil; gelbe Seide: Louisine, gemustert mit schwarzer Seide (Adler) und Goldfäden, Perlen, vergoldete Silberappliken mit Granulation, Grubenschmelzemails in Silber, Zellenschmelzemails in Gold, Glassteine
Maße:
L. 599 - 602 cm, B. 21 - 23 cm
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Weltliche Schatzkammer
Inv. Nr.
Schatzkammer, WS XIII 8
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