Erlösungsallegorie

nach 1543, Künstler: Wolfgang Huber

 

 

Erlösungsallegorie

Das extrem figurenreiche Bild malte Huber im Auftrag seines Dienstherren, des Passauer Fürstbischofs Wolfgang Graf von Salm (reg. 1541-1555), der im Vordergrund kniend als Stifter dargestellt ist. Beherrscht wird die Szenerie von einer Gegenüberstellung der Kreuzigung Christi und ihrer „typologischen“ Entsprechung im Alten Testament, der Aufrichtung der ehernen Schlange durch Moses (Num 21,6-9), durch welche Gott die Menschen von den Bissen giftiger Schlangen heilte. Im Hintergrund finden sich verschiedene Szenen aus der Apostelgeschichte der Bibel, in der Mitte die Heilung des lahm Geborenen durch Petrus und Johannes (Apg 3,1-10), die Predigt des Petrus im Tempel (Apg 3, 12-26) sowie rechts die Einkerkerung der Apostel (Apg 4,3). Die lateinische Inschrift auf der Tafel im Bildvordergrund ist ebenfalls der Apostelgeschichte entnommen (Apg 4, 10-12) und liefert den Schlüssel zum Verständnis des Bildes. Denn Petrus führt in ihr aus, dass seine Werke und Wundertaten allein im "Namen Jesu Christi von Nazareth, den ihr kreuzigen ließet, und den Gott von den Toten erweckte" geschehen seien. Indem Petrus hinter dem knienden Stifter selbst erscheint und auf den Gekreuzigten weist, wird die Botschaft von der Erlösung bzw. Heilung im Glauben dem Betrachter unmittelbar mitgeteilt. Die universelle Bedeutung dieser Botschaft veranschaulicht Huber durch ein grandioses Landschaftspanorama, das von der Erscheinung Gottvaters im Kosmos bekrönt wird.

Derzeit ausgestellt: Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie Kabinett 22

Objektdaten

Objektbezeichnung

Gemälde

Kultur

Deutsch

Datierung

nach 1543

Künstler

Wolfgang Huber (1480 - 1553) - GND

Material/Technik

Lindenholz

Maße

154 x 130 cm

Rahmenmaße: 176,5 cm × 153,5 cm × 6,5 cm

Beschriftung

Oben links das Passauer Bistumswappen; rechst das Wappen des im Vordergrund knienden Stifters, Wolfgang I. Graf Salm, Fürstbischof von Passau; links unten eine Inschrifttafel mit einem Auszug der Rede des Apostels Petrus vor dem Hohen Rat: NOTVM SIT ONIBVS VOBIS ET ONI PLEBI ISRAEL: QVOD IN NOIE/DNI NRI IESV CHRI NAZARENI QVEM VOS CRVCIFIXISTIS, QVE/DEVS SUSCITAVIT A MORTVIS, IN HOC ISTE ASTAT CORA/VOBIS SANVS. HIC EST LAPIS ANGVLARIS QVI REPRO/BATVS EST A VOBIS AEDIFICANTIBVS, QVI FACTVS/EST IN CAPVT ANGVLI ET NON EST IN ALIO ALIQVO/SALVS. ACT IIII

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie

Inv. Nr.

Gemäldegalerie, 971

Provenienz

1783 in der Galerie nachweisbar

Abbildung/Person

Wolfgang von Salm (1541 - 1555)

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