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Ansicht des Hradschin in Prag

nach 1606, Künstler: Giovanni Castrucci

 

 

Ansicht des Hradschin in Prag

Die beiden Florentiner Cosimo und Giovanni Castrucci wurden von Rudolf II. nach Prag berufen und scheinen die "Castrucci- Werkstatt", innerhalb derer die Hände kaum zu scheiden sind, über den Tod des Kaisers hinaus eine Zeit lang weiter betrieben zu haben. Jene Variante der Glyptik, die man Intarsienmalerei nennen könnte, strebt danach, Wirkungen und Effekte zu erzielen, die ihrem Wesen nach der Malerei eigentümlich sind. Sie kann sich der nahezu unbegrenzten Mannigfaltigkeit natürlich gewachsener Farbenspiele und Steinzeichnungen bedienen, doch hängt die Qualität dieser Steinmalerei eben davon ab, wie sehr es dem Künstler gelang, Farbe und Maserung der Steine innerbildlich formbildend einzusetzen. Commesso in pietre dure meint wörtlich eine zusammengesetzte Arbeit aus Hartsteinen. Eine Technik, die auch unter dem Begriff "Florentiner Mosaik" bekannt ist, weil vor allem die großherzogliche Hofwerkstatt in Florenz diese esoterische Kunstübung zur Hochblüte gebracht hat. Die Erzeugung solcher Steineinlegearbeiten aus Schmucksteinen war eine sehr arbeitsaufwendige und kostspielige Angelegenheit. Neben erfahrenen steinschleifern bedurfte sie vor allem eines sehr reichhaltigen und vielfältigen Vorrats bunter Steine. Für die Umsetzung der Kartons ins Steinbild werden aus dem Vorrat Schmucksteine herausgesucht, deren Farbigkeit und Maserung sich eignen, die einzelnen Bildpartien der Vorlage entsprechend wiederzugeben. In dünne Platten zersägt werden die einzelnen Steine laubsägeartig in Schollen mit dem Umriß des gewünschte Farbflecks geschnitten und möglichst fugenlos formbildend zusammengesetzt.

Derzeit ausgestellt: Kunsthistorisches Museum Wien, Kunstkammer Wien Raum XXVI

Objektdaten

Objektbezeichnung

Commesso in pietre dure

Kultur

Prag

Datierung

nach 1606

Künstler

Giovanni Castrucci (nachweisbar in Prag 1598 - 1615 ?) - GND

Material/Technik

verschiedene Achate und Jaspise

Maße

23,8 cm

Rahmenmaße: 15,2 cm × 27,5 cm

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Kunstkammer

Inv. Nr.

Kunstkammer, 3060

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