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Violoncello

1699, Hersteller/in: Giovanni Battista Grancino

 

 

Violoncello

Das hier vorgestellte Violoncello wird durch den im Inneren befindlichen Zettel mit dem Wortlaut "Giovanni Grancino in Contrada Largha di Milano al segno della Corona 1699" als Arbeit der Grancino ausgewiesen. Zwei Generationen von Geigenbauern, die noch dazu den selben Vornamen trugen, waren in der Contrada Largha tätig. Im Jahr der Entstehung des Violoncellos zählte der Begründer der Werkstätte bereits 62 Jahre, und Giovanni Battista junior, damals 26 Jahre alt, war vermutlich schon für einen beträchtlichen Teil der Arbeit verantwortlich. Die Übernahme der Werkstätte konnte allerdings nicht wie geplant erfolgen, da der jüngere Grancino 1708 bei einem Zweikampf den Berufskollegen Lavazza mit dem Schwert erschlug und in der Folge wegen Totschlags verurteilt wurde. Das Todesurteil wurde zwar aufgehoben, doch wurde das Vermögen trotz der zuvor erfolgten Enterbung durch den Vater von der Stadt Mailand konfisziert. Die geschilderten drastischen Umstände stehen im Gegensatz zur optischen und klanglichen Qualität dieses prächtigen Violoncellos. Zur Zeit seiner Erbauung war der typische Grancino-Stil bereits fertig entwickelt. Wie viele Violoncelli des 17. Jahrhunderts war es nach einem sehr großen Modell gebaut und wurde später etwas verkleinert. Auffallend ist der leuchtende, goldgelbe Lack, der noch reichlich vorhanden ist. Grancinos Violoncelli sind dank ihres überragenden Tonvolumen als Solisteninstrumente sehr gefragt. So spielte beispielsweise der belgische Virtuose Adrien Servais ein Instrument des Mailänder Meisters.

Derzeit ausgestellt: Neue Burg, Sammlung alter Musikinstrumente Saal 14

Objektdaten

Objektbezeichnung

Violoncello

Kultur

Italien, Mailand

Datierung

1699

Hersteller/in

Giovanni Battista Grancino (1637 - 1709 Mailand)

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Sammlung alter Musikinstrumente

Inv. Nr.

Sammlung alter Musikinstrumente, 1072

Kunst & Patenschaft

Das Kunsthistorische Museum Wien dankt Herrn Johannes Schmid sehr herzlich für die Kunstpatenschaft!