Vlad III. Tzepesch, der Pfähler, Woywode der Walachei 1456-1462 und 1476 (gestorben 1477)

2. Hälfte 16. Jahrhundert, Zugeschrieben an: Deutsch

 

 

Vlad III. Tzepesch, der Pfähler, Woywode der Walachei 1456-1462 und 1476 (gestorben 1477)

Vlad III. Dracula (um 1431 - 1477) entstammte der regierenden Dynastie der Walachei, die Besarab I. in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts gegründet hatte. Sein Vater, Vlad II., wurde 1431 in Nürnberg in den Drachenorden aufgenommen und bezeichnete sich von da an als Dracul, ein Beiname, den auch der Sohn unter Hinzufügung des Suffixes -a (= Sohn des Dracul) verwendete. In die Geschichte eingegangen ist Vlad III. aber aufgrund der von ihm in großer Zahl angeordneten Pfählungen als Tepes, der Pfähler. Die als Woiwoden bezeichneten Herzöge der Walachei waren Vasallen des ungarischen Königs, mussten sich aber immer wieder der Übermacht der Türken beugen und ihnen Tribut zahlen. Diese doppelte Abhängigkeit wurde vor allem dann, wenn es zu Auseinandersetzungen zwischen Ungarn und Türken kam, zu einem "zweischneidigen Schwert". Daneben war Vlad III. in Machtkämpfe innerhalb seiner eigenen Familie verstrickt, in der alle Söhne - auch außereheliche - zur Nachfolge berechtigt waren. Unter diesen Voraussetzungen regierte Dracula nicht durchgehend, sondern hatte dreimal die Regierung inne: 1448, 1456–1462 und 1476. Dabei gelang es dem Woiwoden immer wieder, sich eine gewisse Unabhängigkeit zu verschaffen. In seiner Heimat galt Dracula als extrem gerecht. Bekannter als seine politischen Fähigkeiten war aber seine Grausamkeit, mit der sich berühmte Gelehrte seiner Zeit wie Thomas Ebendorfer, Papst Pius II. und Michael Beheim befassten. Seine Stilisierung zum schrecklichsten aller Tyrannen verdankte Vlad III. hauptsächlich den 1460 durchgeführten und von Massenpfählungen begleiteten Strafaktionen gegen die deutschen Städte Siebenbürgens. Daher haben sich vor allem im deutschen Sprachraum die Geschichten vom "posen Dracol" ausgebreitet. Daneben dämonisierte ihn auch eine Kampagne des Ungarnkönigs Matthias Corvinius, seines ehemaligen Verbündeten. Zum blutsaugenden untoten Vampir wurde Dracula jedoch erst durch Bram Stoker in dessen Roman von 1897. Das Bild befand sich 1596 in der Bibliothek Ferdinands II. Ein weiteres, heute im KHM in Wien aufbewahrtes Porträt des Woiwoden ist Teil der Kleinbildserie des Erzherzogs. Beide Bildnisse sind Kopien aus dem 16. Jahrhundert nach einem verschollenen Original, das vermutlich während Draculas Gefangenschaft am Hof des Matthias Corvinius nach 1462 entstanden ist.

Derzeit ausgestellt: Schloss Ambras Innsbruck Unterschloss, Kunstkammer

Objektdaten

Objektbezeichnung

Gemälde

Kultur

Deutsch

Datierung

2. Hälfte 16. Jahrhundert

Zugeschrieben an

Künstler

Material/Technik

Leinwand

Maße

H. 60 cm, B. 50 cm

Rahmenmaße: 72 cm x 59,6 cm x 5,5 cm

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie

Inv. Nr.

Gemäldegalerie, 8285

Provenienz

1621 in Ambras nachweisbar;

Abbildung/Person

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