Befreiung der Andromeda, Entfesselung der Winde durch Aeolus und Aeneas

um 1600, Künstler: Hans von Aachen

 

 

Befreiung der Andromeda, Entfesselung der Winde durch Aeolus und Aeneas

Die Gemälde sind auf eine Tafel aus durchscheinendem Alabaster gemalt und stellen zwei aus der antiken Mythologie entlehnte Themen dar: auf der Vorderseite die Befreiung der Andromeda (Ovid, Metamorphosen 4, 663-722) und auf der Rückseite die Entfesselung der Winde durch Aeolus (Vergil, Aeneis 1, 49-129). Andromeda, die Tochter des Kepheus und der Kassiopeia, wird von Poseidon zur Strafe für die Prahlsucht ihrer Mutter - sie behauptete, schöner als die Nereiden zu sein, - an einen Meeresfelsen geschmiedet, um einem Seeungeheuer geopfert zu werden, doch taucht der Held Perseus auf seinem geflügelten Ross Pegasus auf und rettet die Gefesselte. Man sieht sie im Moment höchster Dramatik: Die beiden Kontrahenten - der angreifende Perseus und das aggressive Meeresungeheuer - stehen einander diagonal gegenüber, Andromeda bangt um ihr Leben. Nicht minder dramatisch ist die Entfesselung der Winde auf der Rückseite wiedergegeben: Aeolus, Herr und Bändiger der Winde, wird von Juno angestiftet, seine im Berg verschlossenen Winde zu "entfesseln", um die Schiffe des Feindes Aeneas, die Sizilien ansteuern, in höchste Gefahr zu bringen. Dargestellt ist die Szene, in der Aeolus mit seinem Szepter die Winde befreit; Juno - sie thront gleichzeitig auch in ihrem von Pfauen gezogenen Wagen am Himmel - stellt ihm als Gegenleistung eine schöne Quellnymphe in Aussicht. Schön gemaserte Steine wie Marmor und Alabaster, aber auch Halbedelsteine waren als Bildträger für religiöse oder antike Themen sehr beliebt. Hans von Aachen, der Schöpfer beider Gemälde, bediente sich bei der Darstellung des stürmischen Meeres und des düsteren, wolkenverhangenen Himmels der vorgegebenen natürlichen Struktur und Farbe des Steines und setzte starke malerische Kontraste. Er zählt zu den bedeutendsten Malern am Hof Kaiser Rudolfs II. in Prag und beschäftigte sich intensiv mit der am rudolfinischen Hof hoch geschätzten Malerei auf Stein.

Derzeit ausgestellt: Schloss Ambras Innsbruck Unterschloss, Kunstkammer

Objektdaten

Objektbezeichnung

Alabaster-Gemälde

Datierung

um 1600

Künstler

Hans von Aachen (1552 Köln - 1615 Prag) - GND

Material/Technik

Gemälde auf Alabaster

Maße

H. 38 cm, B. 45 cm

Rahmenmaße: H. 48,5 cm x B. 62,5 cm x T. 3,5 cm

Bildrecht

Schloss Ambras Innsbruck

Inv. Nr.

Schloss Ambras Innsbruck, PA 941

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