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Blankwaffe: Degen: Rapier

Fassung: um 1580, Hersteller/in: Gefäß: Daniel Sadeler , (Eisenschneider)

 

 

Rapier

Leider wissen wir von diesem Prunkdegen dokumentarisch nicht sehr viel. Er ist stilistisch um 1600 zu datieren und gehörte seiner Provenienz nach entweder Kaiser Rudolf II. selbst, oder er war eines seiner Geschenke, wie sie mehrfach belegt sind. Auch ist eine große Ähnlichkeit des Degens mit gesicherten Werken des aus Antwerpen eingewanderten Eisenschneiders Daniel Sadeler nicht zu leugnen. Der Kaiser beschäftigte den Künstler von 1602/03 bis 1610 in Prag, danach war dieser bis zu seinem Tod 1632 am herzoglichen Hof in München tätig. Daniel Sadeler entstammte einer berühmten Antwerpener Künstlerfamilie, deren Mitglieder teils Kupferstecher, teils Messerschmiede und Eisenschneider waren. Seine Berufung nach Prag dürfte er wohl seinem seit 1597 am Hofe Rudolfs II. als Kupferstecher beschäftigten Onkel Egidius Sadeler zu verdanken gehabt haben. Der Griff des Degens ist zur Gänze auf teils vergoldetem, teils geschwärztem Grund dicht mit feinem Eisenschnitt versehen. Blattranken, Blüten und Granatäpfel zieren das Gefäß, auf dessen zylinderförmigem Knauf zudem zwei Personifikationen der christlichen Tugenden abgebildet sind. Sie werden von Vögeln umgeben und befinden sich unter einem Baldachin. Die eine, auf einem Anker stehende weibliche Figur stellt die Hoffnung (Spes) dar, während die auf der Gegenseite mit einem Kind im Arm und einem an der Hand die Liebe (Caritas) verkörpert. Der Stil der Ornamente und Figuren erinnert sehr an Etienne Delaune.

Derzeit ausgestellt: Neue Burg, Hofjagd- und Rüstkammer Saal VIII

Objektdaten

Objektbezeichnung

Blankwaffe: Degen

Kultur

Fassung: Deutsch

Datierung

Fassung: um 1580

Hersteller/in

Gefäß: Daniel Sadeler , (Eisenschneider) (vor 1602 Antwerpen - 1632 München, tätig in Prag und München) - GND

Klinge: Pietro Formigano , (Klingenschmied) (um 1600, Padua)

Material/Technik

Graues Eisen, vergoldet, Holz, Draht

Signatur

Klinge beidseitig jeweils .PIETRO..DE... . // .FORMICANO... . (Pietro de Formicano)

Stempel / Zeichen

Klinge: am Verstärkungsstück beidseitg 3 undeutlich lesbare Stempel.

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer

Inv. Nr.

Hofjagd- und Rüstkammer, A 1109

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