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Blankwaffe: Degen: Mohrenkopfdegen mit geflammter Klinge

um 1590

 

 

Mohrenkopfdegen mit geflammter Klinge

Im Laufe des 16. Jahrhunderts, in dem sich die Schule des Stichfechtens voll entfaltete, entwickelte sich der Degen von einer Militärwaffe zur beliebtesten Seitenwehr des Zivilisten. Infolge der oftmaligen Duelle wurde er zu einem unverzichtbaren Bestandteil der männlichen Kleidung. Der Degen wird, entsprechend künstlerisch geschmückt, zum Inbegriff der hoffähigen Waffe. Bei seiner Ausgestaltung gewinnt in einer Zeit der Freude am Spiel und des allgegenwärtigen Hangs zur Selbstdarstellung das dekorative Element eine so große Bedeutung, dass es alle anderen Gesichtspunkte überragt. Es ist daher ganz selbstverständlich, dass in einer solchen Atmosphäre die künstlerische Ausgestaltung von Degengriffen immer wichtiger wird. Als Vorlage diente dabei eine große Zahl an Musterblättern. Gegen 1600 entstand in Norditalien eine Mode, die Griffe von Blankwaffen mit Mohrenköpfen zu verzieren. Die Entdeckungen der Renaissance in Afrika und in der Neuen Welt weckten ein gesteigertes Interesse an exotischen Dingen, als dessen Ausdruck dieser Degen gesehen werden kann. Derartig aufwändig gestaltete Waffen waren jedoch nicht zum Fechten gedacht, sondern Kunstkammerobjekte ohne praktische Verwendung.

Derzeit ausgestellt: Neue Burg, Hofjagd- und Rüstkammer Saal VIII

Objektdaten

Objektbezeichnung

Blankwaffe: Degen

Kultur

Oberitalienisch (Mailand?)

Datierung

um 1590

Material/Technik

Eisen geschmiedet. Eisen gegossen und brüniert. eisen geschmiedet und feuervergoldet. Gold emailliert, Silber (vermutlich) gegossen.-Tiefschnitt, Punzierungen, Einlagen. (CA 24.11.2011)

Stempel / Zeichen

Klinge: Am Verstärkungsstück beidseitig sehr undeutliches Zeichen

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer

Inv. Nr.

Hofjagd- und Rüstkammer, A 1029

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