Dalmatika des Rotsamtenen Ornates

1724

 

 

Dalmatika des Rotsamtenen Ornates

Der repräsentativen Bedeutung des feierlichen Hofgottesdienstes wird der von Kaiser Karl VI. gewidmete Rotsamtene Ornat in besonderem Maße gerecht. Die Materialien und die spezielle, bei der Herstellung des Grundstoffes angewandte Webtechnik sind kostbar und aufwändig. Der violettfarbene Grundstoff des 1724 in Wien angefertigten Ornats wurde aus Genua importiert. Es handelt sich um einen Stufensamt, einen so genannten Velours ciselé. Bei der Herstellung eines derartigen Gewebes läuft während des Webens eine Florkette nach Mustererfordernis über Ruten und bildet Schlingen, die partiell aufgeschnitten werden. Der geschnittene Flor erhebt sich Muster bildend über dem ungeschnittenen. Auch die vorliegende Dalmatika, das Obergewand des Diakons, wurde aus diesem Genueser Samt gefertigt. Das Vorder- sowie das Rückenteil des Messgewandes werden mittig von einem silberfarbenen Stoff, einem Lamé, geschmückt. Er ist kunstvoll mit Eichenlaub- und Granatapfelmotiven sowie stilisierten Landschaften in farbiger Nadelmalerei bestickt. Die Ränder des Lamés werden von Rocaillen in Silberstickerei geziert, die in Sprengtechnik über eine plastische Unterlage gearbeitet sind. Zusätzliche Glanzlichter setzt die aufgenähte, besonders fein gearbeitete Silberklöppelarbeit. Sie rahmt den aufgesetzten Lamé und akzentuiert die Kontur des Messgewandes. Bei der Klöppelspitze handelt es sich um eine textile Gattung, deren Technik auf den Grundbewegungen des Verkreuzens beziehungsweise Verflechtens von Fäden beruht. Als Träger des benötigten Fadens werden Holzspulen, so genannte Klöppel, eingesetzt. Besonders im 18. Jahrhundert war das Klöppeln eine weit verbreitete Technik. Im Fall der vorliegenden Dalmatika ist insbesondere das Zusammenspiel dieser luftig durchbrochenen Spitze mit dem dunklen Untergrund sehr reizvoll. Aus: Hauptwerke der Geistlichen Schatzkammer. Kurzführer durch das Kunsthistorische Museum, Band 7, hrsg. von Wilfried Seipel, Wien 2007 (Katja Schmitz-von Ledebur).

Derzeit nicht ausgestellt.

Objektdaten

Objektbezeichnung

Parament

Kultur

Herstellung: Wien

Datierung

1724

Material/Technik

Grundstoff: Velours ciselé, Seide; Besätze: Silberlamé, Seide, Glattsilber bzw. Lahn; Seidenstickerei, Silberstickerei, Klöppelspitzen

Maße

H. 105,5 cm, B. 109,5 cm

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Geistliche Schatzkammer

Inv. Nr.

Schatzkammer, GS A 25 c1

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