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Der Reichsapfel
zwischen 1612 und 1615 | Andreas Osenbruck
Der Reichsapfel setzt das in der Krone Rudolfs II. (Inv.-Nr. SK_WS_XIa_1) vorgegebene Gestaltungskonzept fort. Wie dort besteht der Edelsteinschmuck aus Diamanten, Rubinen und Perlen sowie aus einem einzelnen großen Saphir an der Spitze. Das breite, von Perlenschnüren gesäumte Äquatorband der Kugel ist wie der Kronreif mit großen Diamanten besetzt, zwischen denen Perlenpaare auf Emailrosetten liegen. Der Zwischenraum ist mit Rankenwerk aus Goldemail gefüllt. Die Emailbänder mit Darstellungen von Tieren und Früchten, die den Reichsapfel senkrecht vierteln, orientieren sich an den Bändern, die die Mitra der Rudolfskrone einfassen, sind jedoch weniger fein ausgeführt. Das Kreuz ist an der Vorderseite mit Diamanten und Rubinen geschmückt, während die Rückseite mit einem reichen Gitterwerk von Goldemail überzogen ist. Der bekrönende Saphir ist durchbohrt und nicht facettiert. Er ist ein altes, vielleicht schon aus der Antike stammendes Juwel, das hier wiederverwendet wurde und die Kontinuität der Herrschaft durch die Zeiten andeutet. Der Orb (die Kugel) des Reichsapfels symbolisiert die Welt und ist ein Zeichen des universalen Herrschaftsanspruches des Kaisers. Viele Details der Goldarbeit zeigen den gleichen Stil wie das von Andreas Osenbruck signierte Szepter (Inv.-Nr. SK_WS_XIa_2). Diese Parallelen begründen die Zuschreibung des Reichsapfels an den Goldschmied und lassen den Schluss zu, dass Kaiser Matthias ihn nach 1612 anfertigen ließ, um zusammen mit Rudolfskrone und Szepter eine einheitliche Garnitur von Privatinsignien zu besitzen. Osenbruck, von dem wir keine Lebensdaten kennen, hat schon für Kaiser Rudolf II. gearbeitet und war ab November 1612 als Kammergoldschmied bei dessen Bruder und Nachfolger Kaiser Matthias (1557-1619) angestellt.


Der Reichsapfel setzt das in der Krone Rudolfs II. (Inv.-Nr. SK_WS_XIa_1) vorgegebene Gestaltungskonzept fort. Wie dort besteht der Edelsteinschmuck aus Diamanten, Rubinen und Perlen sowie aus einem einzelnen großen Saphir an der Spitze. Das breite, von Perlenschnüren gesäumte Äquatorband der Kugel ist wie der Kronreif mit großen Diamanten besetzt, zwischen denen Perlenpaare auf Emailrosetten liegen. Der Zwischenraum ist mit Rankenwerk aus Goldemail gefüllt. Die Emailbänder mit Darstellungen von Tieren und Früchten, die den Reichsapfel senkrecht vierteln, orientieren sich an den Bändern, die die Mitra der Rudolfskrone einfassen, sind jedoch weniger fein ausgeführt. Das Kreuz ist an der Vorderseite mit Diamanten und Rubinen geschmückt, während die Rückseite mit einem reichen Gitterwerk von Goldemail überzogen ist. Der bekrönende Saphir ist durchbohrt und nicht facettiert. Er ist ein altes, vielleicht schon aus der Antike stammendes Juwel, das hier wiederverwendet wurde und die Kontinuität der Herrschaft durch die Zeiten andeutet. Der Orb (die Kugel) des Reichsapfels symbolisiert die Welt und ist ein Zeichen des universalen Herrschaftsanspruches des Kaisers. Viele Details der Goldarbeit zeigen den gleichen Stil wie das von Andreas Osenbruck signierte Szepter (Inv.-Nr. SK_WS_XIa_2). Diese Parallelen begründen die Zuschreibung des Reichsapfels an den Goldschmied und lassen den Schluss zu, dass Kaiser Matthias ihn nach 1612 anfertigen ließ, um zusammen mit Rudolfskrone und Szepter eine einheitliche Garnitur von Privatinsignien zu besitzen. Osenbruck, von dem wir keine Lebensdaten kennen, hat schon für Kaiser Rudolf II. gearbeitet und war ab November 1612 als Kammergoldschmied bei dessen Bruder und Nachfolger Kaiser Matthias (1557-1619) angestellt.
Künstler/in:
Andreas Osenbruck (tätig in Prag um 1610 - nach 1622) DNBarrow_outward
Zeit:
zwischen 1612 und 1615
Objektbezeichnung
Insigne
Kultur
Prag
Material/Technik:
Gold, teilweise emailliert, Diamanten, Rubine, Saphir, Perlen
Maße:
H. 26,9 cm
Bildrecht
Kunsthistorisches Museum, Weltliche Schatzkammer
Inv. Nr.
Schatzkammer, WS XIa 3
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