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Tag der Provenienzforschung

13. April 2022

Zum vierten Mal findet dieses Jahr auf Initiative des Arbeitskreises Provenienzforschung e. V. der Internationale Tag der Provenienzforschung statt, zu dem auch das Kunsthistorische Museum Wien ein Programm anbietet.

Der Aktionstag soll dazu beitragen, die international vernetzte Gemeinschaft der Provenienzforscher*innen einem breiten Publikum bekannt zu machen und die komplexe Arbeit der Mitglieder des Arbeitskreises für Provenienzforschung und deren gesellschaftliche und wissenschaftliche Bedeutung zu vermitteln.

Seit 1998 wird im Kunsthistorischen Museum Wien basierend auf dem Bundesgesetz über die Rückgabe von Kunstgegenständen aus den Österreichischen Bundesmuseen und Sammlungen nach der Herkunft aller Kunst- und Kulturgegenstände geforscht, die seit der NS-Zeit ins Museum gelangt sind. Die von den Provenienzforscher*innen erstellten Berichte haben das Ziel, jene Objekte, die sich in Folge der NS-Gewaltherrschaft unrechtmäßig im Museum befinden, an die ursprünglichen Eigentümer*innen bzw. an deren Rechtsnachfolger*innen zurückzugeben.

Die Provenienzforschung im Kunsthistorischen Museum wird systematisch und proaktiv in allen Sammlungen des Hauses betrieben. In den letzten 24 Jahren wurden 40 Dossiers zu rund 1.000 Objekten dem Kunstrückgabebeirat vorgelegt. Mit den neuen digitalen Möglichkeiten sowie jüngeren Initiativen zur Grundlagenforschung ist derzeit kein Ende der systematischen Provenienzforschung in Sicht.


Programm (12. bis 14. April 2022)

12. April 2022
Herkunftsgeschichten in der Neuen Burg. Objekte und Quellen zur Provenienzforschung
Führung in der Neuen Burg

von Provenienzforscherin Monika Löscher und Archivarin Susanne Hehenberger

Auf dem Weg ins Archiv des Kunsthistorischen Museums sehen wir in der Hofjagd- und Rüstkammer einen Schild aus der Sammlung des Wiener Bankiers Louis Rothschild, in der Sammlung alter Musikinstrumente einen Hammerflügel, dessen Rückgabe 2017 empfohlen, anschließend von den Erb*innen zurückgekauft und restauriert wurde und im Treppenhaus Luster aus dem Palais Rothschild. Was passierte mit diesen Objekten in der NS-Zeit und was geschah mit ihnen nach 1945? Wann und auf welchem Wege kamen sie in die Neue Burg und warum gehören sie heute zum Bestand des Kunsthistorischen Museums?

Die Führung anlässlich des Internationalen Tages der Provenienzforschung bietet die Möglichkeit, die Herkunftsgeschichte der Objekte vor Ort zu betrachten und im Archiv einen Einblick in wichtige Quellen der Provenienzforschung zu gewinnen.

Dienstag, 12. April 2022, 16 Uhr pünktlich
Treffpunkt: Eingang des Weltmuseums
Dauer: ca. 1 Stunde
Begrenzte Teilnehmer*innenzahl (2G-Nachweis und FFP2-Maskenpflicht)

Zur Anmeldung

 

13. April 2022
Beitrag auf RETOUR. Freier Blog für Provenienzforschende

Am Tag der Provenienzforschung setzt sich Archivarin Susanne Hehenberger in einem Blogbeitrag mit den Quellen zu den Wiener Rothschilds im Archiv des Kunsthistorischen Museums Wien auseinander.

Zum Blogbeitrag

(verfügbar ab 13.4.2022)

 

14. April 2022
„Notizen über einige meiner Kunstgegenstände“
Der Katalog über die Kunstsammlung Nathaniel Rothschild

Online-Vortrag auf Zoom

von Provenienzforscherin Monika Löscher am 14. April 2022 in der Reihe Donnerstagabend im Museum

Die Rothschild’schen Kunstsammlungen in Wien sind der erste Fall, mit dem sich der Kunstrückgabebeirat im Jahr 1999 beschäftigte. Insgesamt wurden damals aus den österreichischen Bundesmuseen 251 Objekte an die Rechtsnachfolger*innen zur Rückgabe empfohlen. Unbemerkt blieb dabei ein gedruckter Katalog über die umfangreiche Kunstsammlung Nathaniel Rothschild aus dem Jahr 1903. Dieser kam 1938 im Zuge der Beschlagnahme an das Kunsthistorische Museum, ein Dossier wurde nun bei der letzten Beiratssitzung vorgelegt.

Anlässlich des Internationalen Tages der Provenienzforschung am 13. April 2022 sollen Ergebnisse der letzten 22 Jahre Provenienzforschung und neue Erkenntnisse im Falle Rothschild gezeigt werden.

Zum Vortrag auf Zoom

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