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Tag der Provenienzforschung

Online-Programm mit Zoom-Live-Talk

14. April 2021

Zum dritten Mal findet dieses Jahr auf Initiative des Arbeitskreises Provenienzforschung e. V. der Internationale Tag der Provenienzforschung statt, zu dem auch das Kunsthistorische Museum Wien ein Programm anbietet, das heuer leider nur online stattfinden kann.

Der Aktionstag soll dazu beitragen, die international vernetzte Gemeinschaft der Provenienzforscher*innen einem breiten Publikum bekannt zu machen und die komplexe Arbeit der Mitglieder des Arbeitskreises für Provenienzforschung und deren gesellschaftliche und wissenschaftliche Bedeutung zu vermitteln.

Seit 1998 wird im Kunsthistorischen Museum Wien basierend auf dem Bundesgesetz über die Rückgabe von Kunstgegenständen aus den Österreichischen Bundesmuseen und Sammlungen nach der Herkunft aller Kunst- und Kulturgegenstände geforscht, die seit der NS-Zeit ins Museum gelangt sind. Die von den Provenienzforscher*innen erstellten Berichte haben das Ziel, jene Objekte, die sich in Folge der NS-Gewaltherrschaft unrechtmäßig im Museum befinden, an die ursprünglichen Eigentümer*innen bzw. an deren Rechtsnachfolger*innen zurückzugeben.

Die Provenienzforschung im Kunsthistorischen Museum wird systematisch und proaktiv in allen Sammlungen des Hauses betrieben. In den letzten 20 Jahren wurden insgesamt 40 Dossiers über 956 Objekte dem Kunstrückgabebeirat vorgelegt. Mit den neuen digitalen Möglichkeiten sowie jüngeren Initiativen zur Grundlagenforschung ist derzeit kein Ende der systematischen Provenienzforschung in Sicht.


Programm

Zoom-Live-Talk zur Provenienzforschung im Museum
14. April 2021, 18 Uhr

Historikerin und Provenienzforscherin Monika Löscher spricht mit Kunsthistoriker Daniel Uchtmann über ihre jüngste Publikation zum Thema Provenienzforschung in der Sammlung alter Musikinstrumente, die in der Revue d’Histoire de la Shoah erschienen ist.

Die Veranstaltung findet via Zoom statt. Anmeldung unter talks@khm.at. Bitte geben Sie im Betreff »Provenienzforschung« an. Sie erhalten die Zugangsdaten per E-Mail im Laufe des Veranstaltungstages.

Beitrag auf RETOUR. Freier Blog für Provenienzforschende

Erfahren Sie im Blogbeitrag von Archivarin Susanne Hehenberger, Warum der Graf von Sinzendorf dreimal ins Kunsthistorische Museum kam (verfügbar ab 14.4.2021), mehr über den Weg eines Gemäldes von Hyacinthe Rigaud aus der Kunstsammlung von Alphonse Rothschild und besuchen Sie dieses bei Gelegenheit persönlich in der Gemäldegalerie in Saal VII.

Online-Projekte

Wenn Sie sich für die Geschichte des Kunsthistorischen Museums und seiner Mitarbeiter*innen in der NS-Zeit interessieren, dann blättern Sie im Lexikon der österreichischen Provenienzforschung. Erfahren Sie durch diese Online-Publikation der Kommission für Provenienzforschung, die die Erkenntnisse von mehr als 20 Jahren Provenienzforschung bündelt, mehr über Personen und Institutionen, die in Österreich zwischen 1930 und 1960 in Museen, in der Kulturpolitik, im Sammlungsbereich und im Kunsthandel tätig waren.

Einen vertiefenden Blick in wichtige Quellen zum nationalsozialistischen Kunstraub ermöglicht die Online-Edition der Karteien zum sogenannten Zentraldepot für beschlagnahmte Sammlungen in Wien. Seit der Veröffentlichung Ende 2017 konnten mit Hilfe der gut vernetzten Provenienzforschung Zusatzinformationen zu mehr als 600 Objekten, die auf diesen Karteikarten beschrieben werden, zusammengetragen werden.

Zum Nachsehen

Weiterhin sehen können Sie Monika Löscher im Gespräch mit Daniel Uchtmann im Rahmen von Donnerstagabend im Museum, das Anfang Februar 2021 stattfand und worin sie über ihre Tätigkeitsbereiche, erfolgte Rückgaben und die persönlichen Geschichten dahinter erzählt. Das Video des Gesprächs finden Sie auf Youtube.

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