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Hl. Joseph

um 1620/25, Künstler: Hans Jakob I. Bachmann

 

 

Hl. Joseph

Die silberne Statuette des hl. Joseph bildet das Gegenstück zur Mondsichelmadonna von Christoph Lencker. Wie bei dieser befindet sich auch hier im Sockel eine mit Perlen und Goldpailletten gefasste Reliquie - der gravierten Inschrift auf der Rückseite des Sockels zufolge soll es sich dabei um ein Stück vom Mantel des hl. Joseph handeln, in den dieser das Jesuskind nach der Geburt eingewickelt hat. Der Heilige ist als Zimmermann auf Wanderschaft dargestellt; er trägt Stiefel, einen kurzen Rock, darüber ein langes Hemd und einen Mantel. Die breite Krempe des Hutes ist hochgeschlagen. Wie beim Gegenstück werden auch hier die verschiedenen textilen Qualitäten durch eine differenzierte Oberflächenbehandlung charakterisiert. Einen besonderen Akzent setzt der vergoldete Gürtel, an dem eine ebenso vergoldete Flasche und ein Wetzkumpf hängen. Als Handwerker auf der Walz hält der bärtige hl. Joseph den Wanderstab in seiner Rechten, die Linke fasst das langstielige Beil, das er auf der Schulter abstützt. Am linken Arm hängt ein aus Silberdraht geflochtener Korb, der mit neunzehn vergoldeten Miniaturwerkzeugen (Beißzange, Säge, Hammer, Hobel, Zirkel, Bohrer usw.) des Zimmererhandwerks gefüllt ist. Als besonderer Glanzpunkt sind diese völlig funktionstüchtig gearbeitet. Die Statuette wurde zu einem späteren Zeitpunkt offenkundig als Gegenstück zu Lenckers Mondsichelmadonna in Auftrag gegeben; besonders die Sockel mit den Reliquien wurden aufeinander abgestimmt. Dennoch gibt es in deren Gestaltung kleine Unterschiede. So sind hier die beiden seitlichen Voluten nicht vergoldet, dafür wurden aber zwei vergoldete Cherubköpfchen auf sie aufgesetzt. Gesims und Basisplatte werden ebenfalls durch applizierte Ornamente geschmückt. Insgesamt ist bei der Darstellung des Heiligen dessen weltliche Situation hervorgehoben, auf jegliche Überhöhung als Andachtsbild wurde verzichtet.

Derzeit ausgestellt: Kaiserliche Schatzkammer Wien Raum III

Objektdaten

Objektbezeichnung

Reliquiar

Kultur

Augsburg

Datierung

um 1620/25

Künstler

Hans Jakob I. Bachmann (1574 Memmingen - 1651 Augsburg) - GND

Material/Technik

Silber, teilweise vergoldet / gegossen, getrieben

Maße

H. 40,5 cm

Sockel: B. 20 cm, T. 14,5 cm

Beschriftung

"De pallio S. Josephi Spons"; "DE PANNO SEV. PALLIO. S. IOSEPHI. IN. QVO. INVOLVTVS FVIT. DNS. NOSTER. IESVS. CHRISTVS. SVA. NATIVITATE."

Stempel / Zeichen

Augsburger Pyr (SEL 43*); R 3, Nr.544 ; SEL Nr. 1127* (davor Nr. 1131); Befr. stempel 1809/10

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Geistliche Schatzkammer

Inv. Nr.

Schatzkammer, GS Kap 22

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