Prasser; Scherzgefäß

um 1580/90, Künstler: Christoph Gandtner

 

 

Prasser; Scherzgefäß

Die bunt glasierte Tonfigur stellt einen auf einem Fass reitenden Mann dar, der in der rechten, erhobenen Hand eine Flasche und in der linken einen Bierkrug hält. Vor ihm steht ein Teller mit gebratenen Fleischstücken und Pasteten. Der Kopf ist abnehmbar und dient somit als Stöpsel. Weinreben und Trauben, die sowohl seine Bekränzung als auch seinen Gürtel bilden, weisen ihn als Bacchus aus. Am Boden des Fasses befindet sich das Wappen des Andreas Unterberger, eines Beraters der Anna Caterina Gonzaga, der zweiten Frau Erzherzog Ferdinands II. Das Scherzgefäß ist mit Zinnglasur in den Farben Weiß, Grün, Gelb, Blau und Braun überzogen. Die Figur gehört zu einer stilistisch und technisch einheitlichen Gruppe, zu der auch ein Tantalus, eine auf einem Igel sitzende nackte Frau als Allegorie der Geduld, ein Landsknecht, ein Fähnrich und trinkende Mönche zählen. Sie stammen vom Bildhauer und Hafner Christoph Gandtner. Der gebürtige Innsbrucker, der auch in Meran tätig war, kann eindeutig als Erzeuger dieser Figuren identifiziert werden, da die Darstellung eines Landsknechtes mit seinem vollen Namenszug signiert ist und der Fähnrich auf dem Postament das Gandtner-Wappen mit dem nach rechts springenden Einhorn aufweist. Die Figur ist wahrscheinlich erst nach dem Tod Ferdinands II. über Andreas Unterberger oder dessen Sohn in den Besitz der Witwe Anna Caterina gelangt. Als diese in das von ihr gegründete Kloster der Servitinnen eintrat, wurden sämtliche Scherzfiguren Gandtners der Ambraser Sammlung einverleibt. Im Inventar von 1621 sind auf zwei Bacchus-Figuren von ihm erwähnt.

Derzeit ausgestellt: Schloss Ambras Innsbruck Unterschloss, Kunstkammer

Objektdaten

Objektbezeichnung

Gefäß; Statuette

Kultur

Innsbruck

Datierung

um 1580/90

Künstler

Christoph Gandtner (gest. 1605 Meran) - GND

Maße

H. 24,8 cm

Gesamt: H. 26,6 cm

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Kunstkammer

Inv. Nr.

Kunstkammer, 3115

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