Henkelkrug aus Bergkristall

1. Hälfte 14. Jahrhundert

 

 

Henkelkrug aus Bergkristall

Zu den Ruhmestiteln der mittelalterlichen Sammlungsbestände zählt eine Gruppe von Meisterwerken der Steinschneidekunst. Über die Herkunft und Datierung der facettierten monolithen Bergkristallgefäße mit ihren aus dem massiven Block geschliffenen Henkeln gehen die Meinungen weit auseinander. Nicht zuletzt deshalb, weil all die Beobachtungen zur Formengeschichte und Schleiftechnik bisher noch keine sicheren Bestimmungskriterien zeitigten. Eine seit der Spätantike einigermaßen durchgehende Tradition in dieser technisch anspruchsvollen, zeitraubenden, doch wahrhaft noblen Kunstübung gab es nur in Konstantinopel. Das Wiederaufleben der antiken Glyptik im Westen dürfte mit der Eroberung Konstantinopels von 1204 zusammenhängen, in deren Folge nicht nur eine Menge von Kunstschätzen, sondern viele Künstler, darunter wohl auch ganze Steinschneide-Ateliers, in den Westen kamen. Schon die ersten Zunftordnungen (1259 Paris, 1284 Venedig) unterscheiden zwei Sparten: die "arte minuta" oder "subtile" der Gemmenschneider und die "arte grossa", die jene zusammenschloß, welche Hohlgefäße aus Hartsteinen herstellen. Der monolithe Krug mit einem Henkel gilt als eines der herausragendsten Zeugnisse für die hohe künstlerische und technische Perfektion, die der Hartsteinschliff im Mittelalter in Europa zu erreichen imstande war. Die Forschung vermutet, dass er im 14. Jahrhundert in Paris entstand.

Derzeit ausgestellt: Kunsthistorisches Museum Wien, Kunstkammer Wien Raum XXXVI

Objektdaten

Objektbezeichnung

Gefäß; Krug

Kultur

Paris

Datierung

1. Hälfte 14. Jahrhundert

Material/Technik

Bergkristall

Maße

H. 26,3 cm, Dm. 17,5 cm

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Kunstkammer

Inv. Nr.

Kunstkammer, 2272

Kunst & Patenschaft

Viele unserer Objekte sind auf der Suche nach Paten. Mit einer Kunstpatenschaft tragen Sie dazu bei, die Schätze der Kunstgeschichte für die Zukunft zu bewahren.
Als Kunstpate fördern Sie mit Ihrer Spende direkt und nachhaltig die wissenschaftliche Dokumentation, Erforschung, Restaurierung und Präsentation der Kunstbestände des Kunsthistorischen Museums Wien.

Werden Sie Kunstpate